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Afrikanischer Elefant (♀)

Der Afrikanische Elefant (Loxodonta africana) ist eine Art der Familie der Elefanten. Er ist das größte gegenwärtig lebende Landsäugetier der Welt. Neben dem Afrikanischen Elefanten existieren auch noch der Waldelefant und der Asiatische Elefant als eigene Art. Der früher als Unterart des Afrikanischen Elefanten betrachtete Waldelefant (Loxodonta cyclotis) wird heute meistens als selbstständige Art angesehen. Zur Unterscheidung von diesem wird Loxodonta africana auch als Steppenelefant bezeichnet.

Verbreitung

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Verbreitung des Afrikanischen Elefanten (grün)

Einst konnte man Afrikanische Elefanten auf dem gesamten afrikanischen Kontinent, ausgenommen der Wüsten, finden. Nördlich der Sahara ist die Art jedoch bereits im 6. Jahrhundert n. Chr. ausgestorben. Durch Elfenbeinwilderei und Lebensraumzerstörung ist der Afrikanische Elefant aus großen Teilen seines einstigen Verbreitungsgebietes verschwunden. Die meisten Tiere konnten sich im östlichen und südlichen Teil Afrikas halten, wo sie jedoch zumeist auf Nationalparks und Schutzgebiete beschränkt sind.

Lebensraum

Elefanten können in unterschiedlichen Habitaten leben, vorausgesetzt, es ist Schatten, Wasser und genügend Futter vorhanden. In Wüsten leben Elefanten gewöhnlich nicht. Eine Ausnahme bildet die Namibwüste, in der es eine Population von „Wüstenelefanten“ mit speziellen Anpassungen an diesen trockenen Lebensraum gibt. Im Gebirge findet man Elefanten gelegentlich in Höhen bis zu 5000 m; ihr bevorzugter Lebensraum liegt allerdings im Flachland.

Merkmale

Siehe Hauptartikel Unterschiede

Ein Afrikanischer Elefantenbulle wird durchschnittlich 3,20 m groß und 5 t schwer. Ausnahmsweise können Bullen auch eine Körpergröße von 4 m und ein Gewicht von 7,5 t erreichen. Kühe sind kleiner und leichter als Bullen, im Schnitt werden sie 2,50 m groß und 2,8 t schwer. Die Kopfrumpflänge beträgt 6,00 bis 7,50 m, der Schwanz ist etwas länger als 1,00 m.

Im Gegensatz zum Asiatischen Elefanten besitzen sowohl die Männchen als auch die Weibchen in aller Regel Stoßzähne. Sie können beim Männchen gelegentlich bis 3 m lang und 100 kg schwer sein. Die Stoßzähne der Kuh wachsen nach dem 15. Lebensjahr nur noch in die Länge und dies mit einer sehr viel geringeren Geschwindigkeit als beim Bullen. Sie wirken daher schlanker als die des Bullen. Die Stoßzähne werden zum Graben, Stochern und zur Verteidigung eingesetzt und damit abgenutzt; sie können dabei auch ganz oder teilweise abbrechen.

Afrikanische Elefanten besitzen am Rüssel anstatt einen, wie beim Asiatischen Elefanten, zwei Finger zum Greifen. Die Anzahl der Zehen ist unterschiedlich und auch die Rückenlinie ist anders. Der Rüssel, der zugleich Nase und Oberlippe ist, besitzt etwa vierzigtausend zu Bündeln verflochtene Muskeln und wird damit zu einem sehr beweglichen Greiforgan. Er spielt auch eine große Rolle beim Imponier- und Drohverhalten und wird notfalls als Schlagwaffe eingesetzt.

Der auffälligste Unterschied zum Asiatischen Elefanten sind die viel größeren Ohren, die einen Durchmesser von 2 m erreichen können. Elefanten können nicht schwitzen. Nur über die gut durchbluteten Ohren, die von bis zu 14 Litern Blut pro Minute durchflossen werden, kann überschüssige Wärme abgegeben werden. Das erklärt ihre Größe. Ansonsten kühlen sich Elefanten auch gerne im Wasser ab.

Lebensweise

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Afrikanisches Elefantenkalb

Afrikanische Elefanten sind tag- wie nachtaktiv. Sie ruhen meistens während der Mittagshitze und/oder nach Mitternacht, indem sie am Boden liegen oder (häufiger) gegen einen Baum gelehnt schlafen. Im Durchschnitt legt eine Herde je Tag 12 km zurück. Ihre Geschwindigkeit beträgt dabei 10 km/h. Wenn nötig, können Elefanten jedoch auch 40 km/h schnell laufen. Unbedroht sind Elefanten friedliche Tiere. Allerdings werden Elefantenkühe mit sehr jungen Kälbern schnell aggressiv, wenn man sich ihnen zu sehr nähert.

Die Herde wird von einer alten, dominanten Leitkuh geführt. Im Schnitt umfasst eine solche Herde zehn Kühe mitsamt ihrem Nachwuchs. Wenn Herden aufeinander treffen, schließen sie sich manchmal auf Zeit zu losen Verbänden zusammen mit mehreren hundert Tieren. Männchen sind nur als Jungtiere Teil einer Herde; wenn sie mit acht Jahren die Pubertät erreichen, werden sie von den älteren Kühen vertrieben. Meist finden sich Männchen zu eigenen Junggesellenverbänden zusammen, nur während der Musth, einer Periode gesteigerter sexueller Aktivität und Aggressivität, sind sie als Einzelgänger unterwegs.

Fortpflanzung

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Afrikanischer Elefant

Ausgewachsene Bullen gesellen sich nur zur Begattung zu den Herden. Elefantenkühe sind jeweils nur wenige Tage befruchtungsfähig. Dieser Östrus kann zu beliebiger Jahreszeit auftreten. Die Jungen werden ganzjährig geboren, die Tragzeit beträgt etwa 22 Monate. Gewöhnlich kommt ein einziges Junges zur Welt, Zwillingsgeburten kommen in 1 bis 2 % der Fälle vor.

Afrikanische Elefanten sind bis zum 55. Lebensjahr fruchtbar. Ihre Lebenserwartung beträgt 70 Jahre.

Ökologische Bedeutung

Elefanten prägen in sehr starkem Maße ihre Umwelt. Dies wird besonders deutlich, wenn größere Areale durch Elefanten ihres Baumbestandes beraubt werden. Häufig dauert es Jahrzehnte, bis ein ehemaliges Waldgebiet über die Stadien von Halbwüste, Steppe und Baumsavanne wieder seinen ursprünglichen Zustand zurückerlangt hat. Eine infolge von Isolation zu hohe Populationsdichte vermag die Umwelt der Elefanten nachhaltig zu schädigen. So wurde der Baumbestand im kenianischen Tsavo-Ost-Nationalpark während der 1970er Jahre weitgehend vernichtet, was anschließend zum dramatischen Rückgang der Elefantenbestände beitrug. Mit ihrem Dung verbreiten Elefanten Pflanzensamen wie etwa den der Akazien. Von den durch Elefanten ausgehobenen oder verbreiterten Wasserlöchern profitieren auch andere Tierarten.

Mensch und Elefant

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Kriegselefant

Domestikation

Anders als der Asiatische Elefant ist die afrikanische Art wahrscheinlich nie domestiziert worden. Zum Teil wird dies mit der höheren Aggressivität und schwierigeren Zähmbarkeit des Afrikanischen Elefanten begründet. Es hat jedoch in jüngerer Zeit Versuche gegeben, auch afrikanische Elefanten zu zähmen. Hierbei wurde gezeigt, dass es gelingen kann, Afrikanische Elefanten zu Arbeitseinsätzen zu trainieren. Möglich ist, das Hannibals Kriegselefanten Afrikanische Elefanten waren.

Afrikanische Elefanten findet man in Zoos seltener als ihre asiatischen Verwandten beispielsweise im Zoo Dresden.

Jagd und Wilderei

Die Jagd nach Elfenbein und die Wilderei haben dazu beigetragen, Elefantenpopulationen in vielen Teilen Afrikas schwinden zu lassen. Noch zwischen 1950 und 1980 wurden in den Savannen Ostafrikas etwa 500.000 Elefanten geschossen. Heute gibt es in Ostafrika und vor allem in den Staaten des südlichen Afrikas eine stetige Bestandszunahme, die manche Staaten sogar bewogen hat, eine Wiederzulassung kontrollierter Jagd zur Elfenbeingewinnung zu fordern. Da noch in den 1980ern das Aussterben der Art für 2010 prophezeit wurde, sind diese Bestandsentwicklungen erfreulich.

Literatur

  • Cynthia Moss: Die Elefanten vom Kilimandscharo. Goldmann Verlag, Hamburg 1990, ISBN 3-442-12370-4
  • Barbara Voigt: Mein Patenkind heißt Jumbo. Die Elefanten-Waisen von Tsavo-East, Tecklenborg 1995, ISBN 3924044767
  • Cynthia Moss: Das Jahr der Elefanten. Tagebuch einer afrikanischen Elefantenfamilie, Sierra Taschenbuch, 2000, ISBN 3894051051

Weblinks

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