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Artbastarde und Kreuzung von Unterarten bei Elefanten

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Artbastard von Loxodonta africana und Elephas maximus : "Motty"Bearbeiten

Im Jahr 1978 kam es im Chester-Zoo zu einer Kreuzung zwischen einem afrikanischen Elefantenbullen Jumbolino und einer asiatischen Elefantin Sheba. Das Kreuzungsrodukt der kleine Bulle Motty wurde nur zehn Tage alt. Immunologische Tests haben bewiesen, dass wirklich eine Kreuzung stattgefunden hat. Weitere Kreuzungen der beiden Elefantenarten sind nicht aufgetreten, oder aber haben jedenfalls nicht zu einer Lebendgeburt geführt.

Der kleine Motty glich äußerlich mehr einem afrikanischen Elefanten ( Gestalt, Ohren , Beine ), hatte aber am Rücken den für asiatische Elefanten üblichen kleinen Buckel. Obwohl es sicher eine zoologische Sensation war, dass es zu einer Lebendgeburt bei einer Kreuzung der beiden Elefantenarten gekommen ist, muss man auch sagen, dass die Kreuzung von verschiedenen Arten eher vermieden werden sollte, da die entstehenden Nachkommen oft eine geringere Vitalität oder Fruchtbarkeit haben, wenn es sich tatsächlich, wie bei der Kreuzung der beiden Elefantenarten, um Artbastarde handelt.

Heute ist es in den Elefantenhaltungen auch meistens üblich , dass afrikanische und asiatische Elefanten in getrennten Anlagen und meistens auch in verchiedenen Zoos leben. Dies geschieht nicht nur zur Vermeidung von Kreuzungen , sondern auch um die Übertragung des Herpesvirus von den afrikanischen Elefanten, denen es nicht schadet , auf die asiatischen Tiere zu vermeiden.

Allgemeine biologische Aspekte zu ArtbastardenBearbeiten

Oft kommt es im Tierreich zum Auftreten von Artbastarden. Man darf so etwas aber nicht mit Hybriden verschiedener Rassen einer Art verwechseln. Auch zwischen den verschiedenen Unterarten einer Art kommt es immer wieder zu Kreuzungen. So sind die Zoos immer bemüht, die Bestände der Unterarten nicht zu vermischen , damit die Unterarten ohne Einkreuzung einer anderen fremden Unterart weitergezüchtet werden können.

Bei den Tigern z.B. , die relativ leicht züchtbar sind, kommt es immer wieder aus Versehen zu Kreuzungen der verschiedenen Unterarten. Wenn man die Unterarten auch erhalten sollte, so muss man doch auch bedenken, dass solche Kreuzungen zwischen den Unterarten auch in der Natur vorkommen können, vor allem dann, wenn die Population nicht sehr dicht ist. Wenn solche Artbastarde in der Natur entstehen und sie zur Fortpflanzung kommen, ist es meist so, dass keine ungebremste Vermischung auftritt, sondern sich die Bastarde in einer der Unterarten weitervermehren und die späteren Nachkommen sich in ihrer Erscheinung immer mehr der Unterart annäherrn in der sie sich weitervermehren. Auch wenn sie noch z.B. ein zwanzigstel ihrer Erbanlagen von der anderen Unterart haben. Man muss bedenken, das auch in der Natur immer wieder Mutationen auftreten und die Arten daduch auch veränderbar sind.

Generell ist es so, dass es innerhalb einer Art oft gar nicht von Nachteil sein muss, wenn sich Individuen verpaaren, die sehr große genetische Unterschiedlichkeit aufweisen. Oft ist es auch so, dass sich unterschiedliche Eigenschaften der Eltern in einem Individuum so auswirken, dass es noch flexibler mit den verschiedenen Umweltbedingungen fertig wird. Z.B. kann das Immunsystem besser sein, wenn von beiden Elternteilen unterschiedlichen Abwehrkräfte vererbt wurden, die sich in einer Hybride ergänzen können, wodurch sich die Vitalität verbessern kann.

Oft gibt es bei Artbastarden aber auch gewisse Fortpflanzungsschranken, die das Entstehen von Artbastarden erschweren oder ganz unmöglich machen können. Zwischen Haushund und Wolf z.B. gibt es keine Fruchtbarkeitsverminderung , wenn es zu Bastarden kommt. Allerdings wird es der Wolf vermeiden, sich mit einem Hund zu paaren, wenn er einen arteigenen Partner findet. Ist der Wolf allerdings alleine und trifft auf einen Hund, kann es durchaus sein, dass eine Verpaarung zustande kommt. Bei Schakal und Hund ist es ähnlich, allerdings gibt es hier auch immunologische Fortpflanzungsschranken. Wird eine Hündin aber mehrmals von einem Schakal gedeckt, kann es sein, dass sie doch trächtig wird, wenn keine immunologische Abwehrreaktion gegen das Fremdeiweiß des Schakals mehr auftritt, weil sich das Immunsystem durch Gewöhnung (Desensibilisierung) an das Fremdeiweiß gewöhnt hat. (Auch bei Menschen kann es sein, dass immunologische Eiweißunverträglichkeiten das Eintreten einer Schwangerschaft erschweren, dass es aber schließlich durch Desensibilisierung doch zu Schwangerschaften kommt.)

Allgemein ist es so, dass bei den Pferde-Esel - Bastarden Maultier und Maulesel davon ausgegeangen wird, dass diese Bastarde unfruchtbar sind. Es gibt aber immer wieder Ausnahmen davon. Die Fruchtbarkeit solcher Pferd-Esel - Zebra- Pony Mischungen ist verringert aber oft gibt es doch fruchtbare Tiere.

Oft ist es so, dass die Hybriden auch Einfluss auf eine Neudefinition des Art haben. Bei den Agaporniden z.B. werden die Arten Pfirsichköpfchen, Schwarzköpfchen , Erdbeerköpfchen und Rußköpfchen oft als die Agaporniden mit dem weißen Augenring anderen Arten wie z.B dem Rosenköpfchen gegenübergestellt. Bei den Agaporniden mit weißen Augenring kommt es immer wieder auch zu Bastardiisierung in der Natur an den Grenzen der natürlichen Verbreitungsgebiete. Die Fruchtbarkeit dieser Agapornidenmischlinge ist auch nicht verringert. Während die Hybriden mit den Rosenköpfchen eine verminderte Fruchtbarkeit haben, da sie unterschiedliches Nestbauverhalten haben, wodurch die Nachzucht erschwert wird.

Man sieht also, dass die Situation bei allen Arten unterschiedlich ist, dass es so ist, dass es manchmal Fortpflanzungsschranken gibt, von denen es aber immer wieder Ausnahmen gibt.

Kreuzung von Unterarten und lokalen Rassen bei ElefantenBearbeiten

Generell scheint es so zu sein, dass es zwischen den verschiedenen Unterarten der Elefanten keine Probleme bei Kreuzungen der Unterarten gibt. Wenn die Zucht nicht klappt, kann man leicht vermuten, dass das Problem darin besteht, dass die Zuchttiere verschiedenen Unterarten angehören. Oft ist es so, dass die Zucht der Elefanten nicht gut klappt. Es kann durchaus sein, dass die Verpaarung von zwei bestimmten Individuen einer Art nicht klappt.

Wenn genetische Ursachen, wie Eiweißunverträglichkeiten dafür verantwortlich sind, kann es auch sein, dass zwischen einem bestimmten Individuum, das bestimmte Gene besitzt und Tieren einer bestimmten Unterart Zuchterfolge unwahrscheinlicher sind, weil bei Tieren dieser Unterart Eiweiß - Immunabwehrreaktionen zu dem Eiweiß des bestimmten Individuums auftreten. Anscheinend kann es aber auch so sein, dass es Individuen der verschiedenen Unterarten gibt, die die speziellen Gene in ihrem Genom nicht haben, wodurch man das Problem gar nicht auf die unterschiedliche Unterart zurückführen kann. Vielmehr scheinen manchmal individuelle Fortpflanzungsschranken zu bestehen, die es zwischen zwei Individuen gibt.

In Zoohaltungen versucht man manchmal, Tiere gleicher Unterart zu vergesellschaften, um die Wahrscheinlichkeit für Zuchterfolge größer zu machen. Im Zoo von Moskau ist trotz der kleinen Elefantenanlage die Zucht der vietnamesischen Elefanten gelungen. Da auch der Bulle Pamir aus Vietnam stammt. Im Parc Paradiso (Brugelette) in Belgien hat man auch die junge Sumatra - Elefantin Annie mit dem jungen Bullen Valentino vergesellschaftet, um die Chance auf Nachwuchs durch die Vergesellschaftung von Tieren der gleichen Unterart zu erhöhen. Das Ableben der jungen Sumatra-Elefantin Annie im Frühjahr 2013, das durch eine sehr frühe Trächtigkeit eintrat, hat diese Pläne leider vorerst zerschlagen. (Der Vater des Kalbes war ein junger Bulle, der nicht der kleinen Sumatra-Unterart angehört und der zudem auch noch ein sehr großes , kräftiges Tier ist.). Mit dem Heranwachsen von Valentino wird sich zeigen welche Zuchtperspektiven für Sumatra-Elefanten sich noch ergeben. In Europa leben nur noch zwei weitere, aber etwas ältere Sumatra-Elefantinnen  (die auch Nachkommen mit dem Bullen Ankhor haben) im Tierpark Berlin.

In anderen Zoos dagegen gibt es sehr gute Zuchterfolge, obwohl die Tiere unterschiedlichen Unterarten angehören. Ceyla aus dem Züricher Zoo z.B. hat sich als Ceylon - Elefantin mit dem indischen Bullen Maxi doch sehr erfolgreich fortgepflanzt. Auch die beiden Sumatra- Elefantinnen Nova und Cynthia haben sich im Tierpark Berlin gut fortgepflanzt, während es mit den vietnamesischen Kühen Astra und Frosja und dem Bullen Ankhor keine Zuchterfolge gab. Andere vietnamesische Elefanten , haben sich aber mit Tieren aus anderen Regionen doch erfolgreich verpaart. ( z.B. die vietnamesische Kuh Tong Koon aus Amsterdam, oder auch Hoa aus Leipzig.)

Ob es zwischen den Indischen - Elefanten, den Ceylon -Elefanten und den Sumatra - Elefanten in Gefangenschaft möglicherweise doch Fortpflanzungsschranken gibt und worauf sie genau beruhen, sollte man noch besser erforschen. Vielfach scheint es aber so zu sein, dass in diesem Bereich der individuelle Faktor sehr ausschlaggebend ist, was bedeutet, dass die beiden Zuchtpartner einfach gut zusammenpassen müssen, bezüglich ihrer Eiweißgene, ihrer körperlichen Struktur und Statur, oder aber auch bezüglich ihres Charakters.

Es stellt sich generell die Frage, ob Elefanten, die aus  geographisch nahe beieinander liegenden Gebieten stammen, fruchtbarer sind als Tiere, welche aus voneinander weit entfernten Gebieten stammen. Bei den afrikanischen Elefanten (Loxodonta afrikana) gibt es die Tiere aus dem Großraum Ostafrika und die  aus  dem südafrikanischen Großraum. Die zahlreichen Nachzuchten afrikanischer Elefanten aus dem Zoo Ramat Ghan ( Yossi ) stammen meist aus Tansania, also aus Ostafrika. Viele Importelefanten der achtziger und neunziger Jahre des zwanzigsten Jahrhunderts in Europa dagegen sind Importe aus Südafrika.

Es gibt nur wenige Elefanten, die ein Elterntier südafrikanischer und eines mit ostafrikanischer Herkunft haben. Im Jahr 2012 z.B. wurde durch künstliche Befruchtung das Jungtier Rungwe geboren, dessen Mutter aus Namibia (Südafrika) stammt und dessen Vater der Bulle Limbo aus der Zucht von Ramat Ghan sein soll. Auch der 2013 in Spanien verstorbene Bulle Pambo ist das Jungtier eines ostafrikanischen Bullen (Kenny) aus dem Zoo Basel und einer Kuh aus Südafrika (Mahari).Auch die heute noch in Basel lebende Malayka wurde trächtig von Kenny, (allerdings kam es zu keiner Lebendgeburt). Die ebenfalls aus Südafirka (Krüger- Nationalpark) stammende Kuh  Heri aber wurde von 1988-1998 (im Alter von 12-22 Jahre, in denen sie in Basel mit Kenny lebte , nicht trächtig.) . In diesen Jahren war sie im optimalen Alter für eine Erstgeburt. Trächtig wurde sie später (2002) vom aus Simbabwe stammenden Bullen Calimero . Leider hatte sie mit 28 Jahren eine Frühgeburt, die nicht überlebte.

Auch im Howletts-Zoo hat der südafrikanische Bulle Jums mit Kühen ostafrikanischer Herkunft mehrfach Jungtiere gezeugt. Ein anderer brittischer Bulle südafrikanischer Herkunft Kruger , zeugte erfolgreich Kälber mit Kühen südafrikanischer Herkunft, während es danach mit den Weibchen ostafrikanischer Herkunft nicht mehr klappte. Es kann natürlich auch ganz andere Gründe haben, warum die Fortpflanzung manchmal nicht klappt. Kruger soll z.B. an Kalzium- Mangel in der Jugend gelitten haben und deshalb kleinwüchsiger sein als Bullen, die altersmäßig mit ihm vergleichbar sind. Jums dagegen ist ein Bulle, der älter und erfahrener ist als die jüngeren Kühe ostafrikanischer Herkunft. Auch kommen Paarungen leichter zustande, wenn die Tiere sich schon kennen. Der individuelle Faktor ist sehr entscheidend.

Sowohl ostafrikanische  als auch südafrikanische Elefanten gehören der Art Loxodonta afrikana an. Ob doch Fortpflanzungsbarrieren bestehen, ist nicht ganz klar und wird sich erst in der Zukunft eindeutig bestätigen oder falsifizieren lassen.

Das Klonen von MammutsBearbeiten

Da jede Zelle eines Tieres die gesamte Erbinformation enthält, wäre es möglich, sollte man eine noch lebensfähige Mammutzelle finden , die Chromosomen in der Eizelle eines Elefanten gegen die Elefantenchromosomen auszutauschen. In einem Gletschereis könnte sich z.B. eine Mammutzelle erhalten haben, z.B das Knochenmark in einem Mammutknochen.

Abgesehen davon, dass so etwas sehr unwahrscheinlich ist, muss man sich auch fragen, ob der Aufwand solcher Experimente, die ja meistens gar nicht zur Geburt eines lebensfähigen Klonproduktes führen, sinnvoll ist. Natürlich könnte man versuchen so verlöschende Arten zu erhalten. Allerdings muss man bedenken, dass in einem Fall wie beim Mammut die Erbanlagen des Zellplasmas aus der Eizelle stammen würden und dadurch keinesfalls ein echtes Mammut entstehen würde, sonderen etwas ganz anderes. (Die Erbanlagen im Zellplasma sind z.B. für den Zellstoffwechsel verantwortlich, der dann der eines tropischen heutigen Elefanten wäre. Das Mammut lebte dank der Körperbehaarung aber in kühleren Gebieten und der Stoffwechsel war vermutlich an dieses kühlere Biotop angepasst.)

Auch die tierschützerischen Aspekte muss man beim Klonen bedenken. Meistens würde kein lebensfähiges, sonderen ein krankes Jungtier mit verkürzter Lebenserwartung entstehen. Die lange Tragzeit bei den Elefanten würde solche Experimente auch nur erschweren. Die Eizellenentnahmen und Inseminationen wären sehr aufwändig bei Tieren wie den Elefanten, sodass man doch solche Experimente eher mit anderen Arten machen sollte.

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