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Immer wieder kommt es zu Unfällen mit Elefanten, bei welchen Menschen schwer verletzt oder auch getötet werden können. Deshalb wird immer wieder von tierfeindlichen Menschen vorgeschlagen, besser auf die Haltung von Elefanten zu verzichten. Dass die Tiere in ihren natürlichen afrikanischen und asiatischen Lebensräumen immer ein besseres Leben haben und Menschen dadurch weniger gefährdet werden, ist auch nicht richtig. Die natürlichen Lebensräume der Elefanten werden aufgrund des menschlichen Bevölkerungswachstums immer kleiner und da es dadurch auch immer wieder zu Unfällen mit freilebenden Elefanten kommt , ist es so, dass die Tiere in ihren natürlichen Lebensräumen vielfach immer mehr dezimiert und schließlich ausgerottet werden. Die Elefantenhaltung in den Zoos ist heute auch ein wichtiger Teil des Artenschutzes bei diesen Tieren. Natürlich müssen die Haltungsbedingungen und der Umgang mit den Tieren neuen wissenschaftlichen Erkenntnissen entsprechen , um auch das Leben und die Unversehrtheit des Pflegepersonals nicht zu gefährden.

Relativierung der UnfallstatistikenBearbeiten

Dass die Elefantenhaltung auch gefährlich sein kann zeigt, dass im 20. Jahrhundert die Faustregel galt, dass auf jede Haltung eines Elefantenbullen auch der Tod eines Elefantenpflegers kam. Vielfach verzichtete man deshalb auf die Bullenhaltng und Zucht. Auf der Elefantendatenbankhomepage www.elephant.se stehen 131 Elefanten in der Mankiller - Liste

Unfälle, bei welchen Menschen ums Leben kommen passieren. Beim Absturz eines größeren Flugzeuges z.B. sterben jeweils ungefähr so viele Menschen wie von Zooelefanten in den letzten hundert Jahren getötet wurden. Es gibt ferner Verkehrsunfälle, Sportunfälle und verschiedenste Katastrophen, bei denen Menschen sterben, weil sie zur falschen Zeit am falschen Ort oder aber zu wenig vorsichtig waren.

Bei vielen Berufen gibt es ganz bestimmte Unfalls - und Gesundheitsrisiken und Menschen, die so einen Beruf ausüben, werden auch dahingehend ausgebildet, dieses Risiko für ihr Leben und ihre Gesundheit zu minimieren. Wenn Elefantenpfleger getötet oder verletzt werden, so ist es doch auch oft so, dass die Schuld für das Auftreten des jeweiligen Vorfalls beim Elefantenpfleger selbst liegt. Eine externalische Schuldzuweisung, die den Elefanten oder aber die Umstände für den Unfall verantwortlich machen muss, ist nicht immer möglich.

Risikofaktoren für Elefantenunfälle sind z.B.: Geschlecht des Elefanten, Charakter des Elefanten, Grausamkeiten durch die Pfleger, generelle Fehler im Umgang mit dem Elefanten, Haltung im direkten ungeschützten Kontakt zum Pfleger, Zoogeburt oder importierter Wildfang, Generelle Unvorhersehbarkeit von Tierverhalten, z.B. durch Erschrecken, usw.. . . . . Statistische Untersuchungen, die z.B. einen bestimmten Faktor für Elefantenunfälle verantwortlich machen, sind oft nicht sehr objektiv. Oft ist es so, dass mehrere Faktoren zusammenwirken und es deshalb nicht einfach ist, festzulegen, welcher Risikofaktor der größte ist. Außerdem gibt es verschiedene Unfallkategorien, z.B. wirklich versehentliche Unfälle, Unfälle, die durch generelle Aggressivität (z.B. Musth bedingt) auftreten oder aber Unfälle, die aufgrund einer speziellen Aversion des Elefanten gegen das Unfallopfer auftreten. Die verschiedenen Risikofaktoren können in den unterschiedlichen Unfallkategorien eine unterschiedliche Rolle spielen.

Statistische Untersuchungen, die Persönlichkeits-oder Verhaltensweisen des verletzten Elefantenpflegers für Unfälle verantwortlich machen, sind oft nicht möglich, wenn der Elefantenpfleger z.B. getötet oder schwer verletzt wurde. Man könnte nur in Form einer Längsschnittstudie ermitteln, ob Persönlichkeitsfaktoren von Elefantenpflegern, wie z.B. die Intelligenz, die Ausgeglichenheit bzw. Persönlichkeitsstabilität oder die Dominanz, Einfluss auf das Auftreten von Elefantenunfällen haben. Dazu müsste man alle Elefantenpfleger von z.B. Europa psychologisch testen und ermitteln, ob sich die Persönlichkeitsfaktoren der Pfleger, die einen Unfall mit einem Elefanten hatten, von denen der Pfleger aus einer Zufallsstichprobe signifikant unterscheiden. Vielfach unterbleiben solche Untersuchungen, da es doch nur relativ wenige Elefantenunfälle gibt und dadurch der Zeitraum der Längsschnittstudie sehr groß sein müsste.

Ursachen für Unfälle mit ElefantenBearbeiten

Heute sind viele der Ursachen für das Auftreten von Elefantenunfällen bekannt. Im Unterschied zu vergangenen Zeiten, kann man heute die Elefantenpfleger doch sehr gut vor Unfällen schützen. Bauliche Sicherheitsvorkehrungen, richtiger Umgang mit den Elefanten, situationsangepasstes Verhalten des Pflegepersonals und richtige Beurteilung des Elefantenverhaltens, können das Risiko für das Auftreten von Unfällen mit Elefanten heute minimieren.

Die hohe Intelligenz und das gute Gedächtnis dieser TiereBearbeiten

Wenn asiatische Elefanten in Holzfällercamps den Transport der Baumstämme erledigen, im Zirkus die erlernten Dressuren vorführen und bei diesen Tätigkeiten mit den Mahouts bzw. Dompteuren friedlich zusammenarbeiten, zeigt sich ihr generell friedliches und sozial umgängliches Naturell aber auch ihre hohe Intelligenz. Ihr gutes Gedächtnis ermöglicht es ihnen, einerseits das Gelernte auch in späteren Situationen neu anzuwenden. Andererseits merken sie sich auch, was ihnen von dressierenden Menschen alles angetan wurde.

Man hat beobachtet, dass Afrikanische Elefanten mit ihren nicht-leitenden Stoßzähnen Elektrozäune, die errichtet wurden, um sie von Feldern fernzuhalten, anheben und auf diese Weise zerstören können. Im Unterschied zu etwa einem Schaf, das den Elektrozaun nach dem ersten Stromschlag meidet, versuchen die Elefanten, die Hinderniswirkung auszuschalten. Sie versuchen mit dem Rüssel und schließlich mit den Soßzähnen das Problem zu lösen und schaffen dies schließlich auch. In ihrem guten Gedächtnis speichern sie den Lösungsweg ab , um ihn bei nächster Gelegenheit neuerlich anzuwenden.

Tiere, die zu solchen Leistungen fähig sind, sind sich ihrer Fähigkeiten auch bewusst und sicher auch der Tatsache, dass sie einem Menschen körperlich bei weitem überlegen sind. Sie wissen, dass sie einen Menschen ohne Kraftaufwand leicht zerquetschen. mit dem Rüssel erschlagen oder erdrosseln oder aber ihn mit einem Stoßzahn durchbohren können. Dass sie meistens sehr friedlich sind, ist ein Beweis dafür, dass sie ein meist sehr freundliches Wesen haben und Konflikte lieber meiden.

Ob Elefanten so etwas wie Rachegefühle kennen, kann man nicht sicher beweisen. Möglicherweise ist es aber schon so, dass sie eines Tages revoltieren, wenn sie jahrelang von ihren ihnen körperlich unterlegenen Pflegern unterdrückt werden.

Grausamkeit gegen die Elefanten durch das PflegepersonalBearbeiten

Auf der Elefantenseite www.upali.ch gibt es detaillierte Beschreibungen von Elefantenhaken und Elefantenpeitsche. Diese Instrumente sollen es dem Elefantenpfleger ermöglichen, die Elefanten zu dirigieren und so ihren Befehlen Nachdruck zu verleihen.

Der Elefantenexperte Fred Kurt beschreibt in seinem Elefantenbuch das Einbrechen der asiatischen Arbeitselefanten. Die Tiere werden dabei gefesselt und einige Tage lang ganz grausam gequält, geschlagen und unterworfen. Diese Behandlung soll den Willen der Tiere brechen, um sie auf diese Weise besser unter Kontrolle zu haben. Danach werden die oft nicht ganz jungen Wildfänge in Ruhe gelassen und man beginnt sie zu dressieren. Da sie dann nicht mehr so schlecht behandelt werden wie vorher, arbeiten sie mit den Mahouts schließlich zusammen. Auf diese Weise schaffen es die Mahouts, von den Tieren, die körperlich viel stärker sind als sie, akzeptiert zu werden. ( aus der menschlichen Psychotraumatologie sind ähnliche Phänomene bekannt, Entführungsopfer arbeiten schließlich mit dem Entführer zusammen, verbünden sich mit ihm , um ihr Schicksal besser zu ertragen.)

Elefanten sind sensible Tiere und Tierschutzorganisationen kritisieren immer wieder das Einbrechen von Elefanten. Andererseits ist das Konzept, den Tieren Respekt vor dem Menschen beizubringen auch richtig. Junge Elefanten, die im "Direkten Kontakt" mit Menschen leben sollen, müssen auch durch Erziehung Respekt vor dem Menschen erlernen. Ob das immer durch das Konzept der positiven Bestärkung erreichbar ist , ist eine Frage, die nicht eindeutig zu beantworten ist.

Die Elefanten ständig mit Elefantenpeitsche und Elefantenhaken zu dirigieren , zu beherrschen und zu unterdrücken ist aber ganz sicher der falsche Weg im Umgang mit den Tieren. Es ist eine grausame Tierquälerei, gegen die jedes kluge Tier ( auch ein Hund, Bär, Affe oder Tiger ) früher oder später rebellieren wird. Wenn ein Elefant zu rebellieren beginnt, ist das eine Katastrophe, denn er ist schon als Jungtier sehr stark.

Elefantenpfleger, die im direkten Kontakt mit den Elefanten arbeiten, müssen immer bedenken, dass ein Elefant, der seinen Pfleger liebt, diesen nicht töten wird. Wird in der Hektik des Arbeitsalltags in Zoo oder Zirkus nicht darauf geachtet, diese Liebe zum Pfleger auch zu erhalten, kann es sein, dass es zu Unfällen kommt, die keine Zufälle sind.

Zu unerzogene zoogeborene ElefantenBearbeiten

Es ist so, dass zoogeborene Elefanten oft problematischeres Verhalten entwickeln als Jungtiere, die aus Afrika oder Asien in einen Zoo kommen. Zwei Faktoren sind dafür verantwortlich, dass das so ist. Erstens ist es so, dass so ein Jungtier unter dem Schutz eines starken Muttertieres heranwächst, welches es immer im Ernstfall verteidigen wird. Da das Jungtier das auch weiss, ist es oft so, dass es ein unerschrockeneres Verhalten entwickelt als ein Jungtier, das "eingebrochen" aus Asien oder aus Afrika nach einer Cullingaktion traumatisiert nach Europa kommt. Der zweite Faktor ist der, dass ein verwaistes Jungtier oft zu seinem Pfleger, der es im Zoo betreut, ein noch engeres Verhältnis entwickelt, weil es ja kein Muttertier mehr hat, bei dem es Schutz suchen kann.

Vielfach ist es so, dass die erstgeborenen Elefanten in einem Zoo derart verwöhnt werden, weil ihre Geburt auch wirklich etwas ganz besonders ist. Da man auch noch keine Erfahrung im Umgang mit den Tieren hat, entwickeln sie oft in den ersten zwei Lebensjahren eine sehr große Respektlosigkeit. Da sie in dieser Zeit keine unangenehmen Erfahrungen machen und sie jede Narrenfreiheit haben, sehen sie sich bald als Nabel der Welt. Sind sie dann aber größer, wird es schwierig, sie zu überlisten und durch positive Bestärkung alleine zu erziehen.

Bei Hagenbeck wurden im vergangenen Jahrhundert immer wieder Elefanten, die mit dem Schiff angeliefert wurden betreut, bevor sie an andere Zoos abgegeben wurden. Als 1992 die Jungtiere Ratna und Chamundi geboren wurden, war die nötige Erfahrung vorhanden, sie auch richtig zu erziehen.

Als in Zürich 1984 Komali geboren wurde, war die Freude über das erstgeborene Jungtier groß. Obwohl sie ein Weibchen war, wurde sie schließlich immer aggressiver und schließlich nach einer Attacke auf einen Pfleger 1995 getötet. Das Schwesterchen Panang wurde nach München abgegeben.

Bei der jungen 1966 in Basel geborenen Ota war es ähnlich. Sie war ein junges Afrikanerweibchen.und das erste in Basel geborene Jungtier und wurde auch wegen großer Aggressivität euthanasiert. Das Muttertier starb auch bald danach. Die nächsten 25 Jahre gab es in Basel keinen Afrikanernachwuchs mehr.

Abu, der in Wien seinen Pfleger getötet hat, war auch der erstgeborene Elefant nach langer Zeit. Er war noch ein Jungtier. Im Jahr 2006 wurde er nicht mehr euthanasiert, sondern abgegeben.

Falscher Umgang mit dem Wildtier ElefantBearbeiten

Immer wieder kommt es auch zu Unfällen mit Elefanten, die eigentlich überhaupt nicht sehr aggressiv sind. Die Ursache dafür ist oft ein falscher Umgang mit den Tieren.

Haltungen im direkten Kontakt sind immer noch sehr häufig, da die Errichtung der aufwändigen Elefantenanlagen, die die Haltung im geschützten Kontakt ermöglichen, auch teuer ist und Tiere, die jahrelang im direkten Kontakt gehalten wurden, doch auch erst an die Verhältnisse im geschützten Kontakt gewöhnt werden müssen. Elefanten, die im direkten Kontakt gehalten werden, müssen den Pfleger respektieren, damit sie seine Befehle auch ausführen. Keinesfalls sollten sie vom Pfleger unterdrückt werden. Sie sollten lernen, eine gewisse Individualdistanz zum Pfleger zu respektieren, weil das auch die Möglichkeit bietet, ihnen eine unsichtbare Grenze zu setzen, die sie nicht überschreiten dürfen. Unsichtbare Grenzen gibt es nicht nur im Kontakt zwischen Mensch und Elefant. Auch das gesamte menschliche Sozialverhalten und z.B. auch das Autofahren sind Bereiche, die nach diesem Prinzip funktionieren. Wenn unsichtbare Grenzen überschritten werden, muss das sehr behutsam geschehen. Sowohl vom Elefanten als auch vom Menschen aus , sollte es möglich sein, die Überschreitung von unsichtbaren Grenzen jederzeit zu stoppen. Hektisches Verhalten sollte man vermeiden, da es sowohl beim Menschen als auch beim Elefanten zu Missverständnissen und Unfällen führen kann.

Vor allem männlichen Jungtieren kann ein Elefantenpfleger keinesfalls den arteigenen Spielkameraden ersetzen, da die jungen Männchen in ihren Kampfspielen das spätere Rangordnungsverhalten erlernen. Dass der Mensch als Spielgefährte für einen jungen Elefanten ungeeignet ist, haben Unfälle, z.B. mit dem jungen Bullkalb Abu in Schönbrunn bewiesen. Der Mensch ist körperlich einfach zu schwach dazu, in diesem Bereich den arteigenen Spielgefährten zu ersetzen.

Immer noch gibt es zu viele Elefanten, die im Show-business als "Variete - Künstler " oder aber als Reittiere missbraucht werden. Zwar haben die Tiere dabei viel Abwechslung, aber es ist doch auch so, dass das Sexualverhalten und das Aufzuchtverhalten bei so einem Leben der Tiere oft zu sehr unterdrückt wird, was auch dazu führen kann, dass sie unzufrieden sind und sich ihre Aggressionsbereitschaft erhöht. Vor allem aber ist durch die Hektik und die häufige Überschreitung der Individualdistanz die Unfallgefahr sehr groß. Immer wieder kommt es vor, wie man auch bei den Elefanten-News auf dieser Seite immer wieder lesen kann, dass Menschen beim Elefantenreiten vom Elefanten fallen und getötet werden. Dass Menschen zwischen rivalisierende Elefanten geraten und dabei verletzt oder getötet werden. Dass Reitelefanten oft von Reitern provoziert und so aggressiv gemacht werden. Auch in Nord- Deutschland gibt es junge noch zuchtfähige Afrikanerweibchen, die anstatt mit einem Bullen zusammen gehalten zu werden, um so ihre aussterbende Art vermehren zu können, ein Leben als Reitelefanten führen müssen. Es kommt auch in Zirkussen dazu, dass ein vom Podest gestoßener Elefant in den vorderen Zuschauerreihen landet und die Zirkusbesucher zur falschen Zeit am falschen Ort waren.

Zu wenige Haltungen im "protected contact"Bearbeiten

Weniger als 20% der Elefanten werden im "protected contact" gehalten. Da der Elefant dabei durch Schranken vom Pfleger getrennt ist, ist die Gefahr, dass es zu einem Unfall kommt, viel geringer. Erwachsene Bullen und natürlich auch alle Musth-Bullen werden heute meist im "protected contact" gehalten. Aber auch Jungtiere und an sich gutmütige Elefantinnen können leicht Menschen töten. Gerade wenn man nicht damit rechnete, ist es schon oft zu Unfällen gekommen.

Um Unfälle zu vermeiden, die für die Pfleger tödlich enden, ist es dringend anzuraten , mehr Elefantenhaltungen in den "protected contact" überzuführen. Für die Tiere muss das kein Nachteil sein, da sie aktiv mit den Pflegern zusammenarbeiten und ihr Individualabstand zum Pfleger seltener für sie "übergriffig erscheinend" überschritten wird. Dadurch gibt es weniger Erschrecken, weniger Missverständnisse und daraus resultierend auch weniger Unfälle.

Generelle Unvorhersagbarkeit von TierverhaltenBearbeiten

Ob es zu einem Unfall mit einem großen Tier wie einem Elefanten kommt, kann man durch die Beobachtung seines Verhaltens nie 100% ig voraussagen, ausschließen und in "free-contact" - Haltungen verhindern. Den Charakter des Elefanten zu kennen und zu beurteilen, ist nicht ausreichend, um Unfälle zu vermeiden.

Unvorhersehbare Ereignisse, die auch oft gar nicht mit dem Elefanten, sondern oft auch mit äußeren Umständen, wie etwa dem Pfleger, seinem Verhalten und seiner Persönlichkeit , oder mit anderen Faktoren zusammenhängen, sind oft auch ausschlaggebende Auslösefaktoren für Elefantenunfälle.

Kommt es bei einem Elefanten dazu, dass er, aus welchen Gründen auch immer , böse wird, kann das für die involvierten Pflegepersonen auch sehr gefährlich werden. Der Elefant ist sehr groß und stark und der Mensch im Vergleich dazu sehr klein und schwach.

Vermeidung von Unfällen mit ElefantenBearbeiten

Dass Elefanten mit ihren Pflegern gut auskommen, Befehle ausführen, sich ruhig, ordentlich und nicht nervös und hektisch verhalten, ist generell möglich und für einen sicheren Umgang mit den Tieren auch dringend erforderlich. Elefanten sollten ihre Pfleger lieben aber auch respektieren und sich nicht distanzlos und allzu vorwitzig und drängelnd benehmen. Elefanten sollten auch in der Lage sein, unvorhergesehen auftretende Ereignisse zu ertragen und nicht gleich Panikverhalten zeigen, wenn etwas ungewohntes passiert.

Die Erziehung von jungen Elefanten und die Beziehung zum ElefantenpflegerBearbeiten

Besonders wichtig ist es, dass Elefanten Respekt vor ihrem Pfleger haben und wissen, dass es ihnen im Kontakt mit den Pflegern nicht erlaubt ist, mittels ihrer Körperkraft ihren Willen durchzusetzen. Dieses Verhalten, mit dem die Jungtiere ihre Körperkraft einschätzen lernen, sollten sie nur im Kontakt mit Artgenossen zeigen dürfen. Keinesfalls im Umgang mit den Pflegepersonen.

Welche Erziehungsmethode die beste ist, um die Jungelefanten dazu zu bringen, sich den Menschen gegenüber respektvoll zu verhalten, ist umstritten. Das grausame "Einbrechen" der asiatischen Arbeitselefanten wird von Tierschutzorganisationen vielfach kritisiert. Darauf zu hoffen, dass Jungtiere, die nur Gutes von Menschenhand erlebt haben, sich auch immer korrekt und sanft benehmen werden, ist aber auch oft eine unrealistische Wunschvorstellung.

Elefanten sind zwar sehr soziale Tiere, die einem schwachen Familienmitglied auch helfen können, wenn es in Not ist. Beim Konfliktverhalten gibt es aber vor allem den Wunsch als Sieger aus der sozialen Interaktion hervorzugehnén. Besonders bei männlichen Elefanten ist es so, dass der Verlierer bei einem Kampf flüchtet. Sich nach dem Kampf wieder zu versöhnen, ist kein Verhaltensmuster bei den Elefanten. Schwächere Kontrahenten werden vertrieben , um Nahrungsressourcen oder paarungsbereite Weibchen selbst nutzen zu können.

Sich dem stärkeren Tier zu unterwerfen und mit ihm zusammenzuarbeiten, wie dies oft bei den Hundeartigen vorkommt, ist bei Elefanten kein natürliches Verhalten. Will es in einer Mensch-Elefantenbeziehung der Mensch, der körperlich sogar schwächer ist als der Elefant, erreichen, muss er den Elefanten überlisten. Beim "Einbrechen" der Arbeitselefanten in Asien wird der Elefant angebunden und dadurch an der Flucht gehindert. Schließlich bekommt er Belohnungen, wodurch er erlernt, dass er gar nicht flüchten muss, sondern mit dem Menschen zusammenarbeiten kann. Andere Erziehungsmethoden, die sanfter sind, müssen auf andere Weise erreichen, dass der Elefant weder angreift noch flüchtet, sondern mit dem Menschen zusammenarbeitet. In welchen Verhältnis die Erziehungsfaktoren : Liebe, Belohnung, Respekt und Einschüchterung eingesetzt werden müssen, um beste Erziehungsresultate zu erzielen, können nur die Praktiker im Umgang mit den Elefanten exakt sagen.

Zoogeborene Jungelefanten sollten bei der Erziehung in ein Gehege geführt werden, in dem nicht das Muttertier argwöhnisch beobachtet, wie das Jungtier auf ein Frustrationserlebnis reagiert, damit es nicht dazu kommt, dass sie den Elefantenpfleger, den sie als Ursache der Frustrationserfahrung erkennt, einfach angreift oder zu vertreiben sucht. Das Jungtier würde aus so einer Situation lernen.

Generell müssen junge Elefanten auch lernen, mit mehreren Pflegern zusammenzuarbeiten. Kein Pfleger wird ein volles Elefantenleben von 60 Jahren mit dem Elefanten arbeiten können, weil er so lange auch gar nicht im Dienst sein kann. Erlerntes muss der Jungelefant im Umgang mit mehreren Personen anwenden, um auch flexibel zu bleiben.

Ein anderer Faktor der Elefantenerziehung ist die Vorgangsweise, einen Jungelefanten durch Gewöhnung, dazu zu bringen, dass er das Auftreten verschiedener Umwelteinflüsse nicht als erschreckend empfindet, sondern z.B. das plötzliche Erscheinen eines Pferdes, einen plötzlich auftretenden Knall, erregt auftretende, betrunkene, lärmende Menschen, ratterndes Motorengeräusch und ähnlich erschreckende Dinge, gelassen zu ertragen, ohne in Panik zu geraten. ( Diese Vorgangsweise wird auch von Hundezüchtern angewandt, um z.B. die Welpen verschiedener Gebrauchshunderassen, an Eindrücke zu gewöhnen, denen sie später bei der Arbeit ausgesetzt sein werden. Z.B. erlernen Jagdhunde so, sich vor Gewehrschüssen nicht zu fürchten. Oder Schäferhunde werden schon als Welpen an das Zusammensein mit den Schafen gewöhnt.)

Richtiger Umgang mit Elefanten in "free contact" HaltungenBearbeiten

Elefanten sind sehr starke Tiere. Man weiß, dass sie Futterkonkurrenten vertreiben können. Wenn sie merken, dass jemand ihnen eine Ressource, die sie möchten, streitig macht, vertreiben sie den Nahrungskonkurrenten umgehend. Da sie wissen, dass sie stärker sind, ist das für sie auch kein Problem. Auch ein Elefantenpfleger ist aufgrund seiner geringen Körperkraft für die Elefanten leicht vertreibbar. Wenn sie merken, dass er ihnen eine Ressource, die sie möchten, nicht gönnen will, muss es nicht unbedingt so sein, dass sie böse werden. Vor allem dann, wenn die Beziehung zum Pfleger an sich gut ist, er von den Elefanten respektiert wird und sie sich freuen, wenn er erscheint. Dennoch sollte man als Elefantenpfleger das Vorenthalten einer Ressource eher vermeiden. Wenn die Elefanten sehen, dass der Elefantenpfleger mit einem Korb voller Gemüse ins Gehege kommt, werden sie sich freuen. Wenn er aber mit dem halb leer gefressenen Korb wieder weggeht, werden sie das nicht verstehen. Man sollte als Elefantenpfleger derartige Situationen vermeiden, in welchen der Elefant etwas, das er will, nicht bekommt. Andererseits ist es im Umgang mit den Tieren so, dass sie manchmal auch Frustrationen ertragen müssen. Oft müssen sie einfach etwas warten, bis der Pfleger soweit ist, sie zu füttern, oder aber sich mit ihnen abzugeben. Wenn sie gelernt haben, dass sie nur geduldig etwas warten müssen, bis sie den Futteranteil oder den Wasserschauch bekommen, den sie haben wollen, werden sie auf den Pfleger meist nicht böse werden. Wenn sich eine Gehege-oder Boxenschranke öffnet und der Elefantenpfleger sie in den nun erweiterten Auslauf führt, werden sie sich freuen und ihn als denjenigen wahrnehmen, der ihnen diese größere Freiheit ermöglicht. In der umgekehrten Situation kann es dagegen eher zu Frustrationen kommen, was aber dank der heutigen hydraulisch oder elektronisch gesteuerten Boxen-,Gehege-und Innenanlagenbegrenzungen doch weitgehend vermeidbar ist. Vor allem dann, wenn ein Elefantenpfleger die Tiere füttert und ein anderer für sie oft auch gar nicht sichtbarer Mensch die Tore zum Freigehege vorübergehend schließt, während sie durch das Fressen abgelenkt sind.

Man sollte sich im Umgang mit den Elefanten generell eher rughig und gelassen verhalten und sie nicht durch hektisches Verhalten unruhig machen. Da Elefanten Tiere sind, die sich sehr synchron mit den Herdenmitgliedern verhalten, wird ein ruhiger und in sich ruhender Mensch, der aber genau weiß was er will, den besten Einfluss auf die Elefanten ausüben. Wichtig ist, dass die Elefanten die schon oben genannten "unsichtbaren Grenzen" zum menschlichen Gegenüber respektieren lernen und die Beziehung zum Pfleger generell im richtigen Verhältnis von Respekt und Zuneigung aufgebaut wird.

Die ständige gewaltsame Unterdrückung der Elefanten mit Elefantenpeitsche, Elefantenhaken , Fussketten und Zwangshalterungen sollte man unbedingt vermeiden, um zu vermeiden, dass die Tiere beim Revoltieren gegen diese Behandlung die Elefantenpfleger gefährden, verletzen oder töten.

Elefantenhaltungen möglichst im "protected contact"Bearbeiten

Elefantenhaltungen im "Protected Contact" haben viele Vorteile für die Elefanten. Die Zusammenarbeit mit dem Pfleger wird vom Elefanten selbst angestrebt, da er erlernt hat, dass er für bestimmte Tätigkeiten, die er hinter einem Gitter ausführt, vom Pfleger belohnt wird. Auf diese Weise kann der Elefantenpfleger Fuss-. Körper- und Hautpflege am Elefanten durchführen. Der Tierarzt kann dem Elefanten auf diese Weise z.B. Blut abnehmen, oder aber auch eine andere Behandlung durchführen, die erforderlich ist.

Wenn die Situation für den Elefanten unangenehm wird, kann er sich der Situation meistens auch entziehen, indem er einfach zurückweicht und sich so aus der Reichweite der menschlichen Berührung begibt. Andererseits kann man das Tier in ganz bestimmten Situationn auch mittels einer Zwangshalterung "fixieren" , um z.B. eine wichtige tierärztliche Untersuchung durchführen zu können. (Wenn dies nicht zu oft geschieht und der Elefant vorher schon zurückweicht, weil er die anstehende Prozedur fürchtet.)

"Protected Contact" - Haltungen ermöglichen eine gut durchführbare medizinische Versorgung der Elefanten, wenn es nötig ist. In der sogenannten "off-hand"- Haltung dagegen, in der gar kein Körperkontakt zum Elefanten besteht, ist dies nicht so gut möglich. Ist ein Elefant krank, muss man ihn narkotisieren , was bei Elefanten immer sehr gefährlich ist, da die Lungen das lange Liegen nicht vertragen, da zuviel Körpergewicht auf sie drückt. Elefanten in "off-hand" - Haltungen leben meistens in einem Naturreservat mit viel Platz, guten Klimaverhältnissen, also in einer sehr naturnahen Haltung. Sonst ist diese Haltungsform nicht gut möglich.

"Protected Contact " Haltungen ermöglichen weniger als "Free-Contact" -Haltungen die Stimulation der Elefanten durch die Pfleger, da diese nicht zu den Tieren ins Gehege gehen können. Wichtig ist also eine natürliche Herdenstruktur, in der das Natürliche Verhalten , wie männliches Konkurrieren und Jungtieraufzucht bei den Weibchen den Tagesablauf gestalten und eine Strukturierung seitens der Pfleger weniger nötig ist.

"Protected Contact" - Haltungen schützen das Leben und die Unversehrtheit der Elefantenpfleger und müssen für die Tiere kein Nachteil sein.

Das Schicksal von Elefanten, die Menschen getötet habenBearbeiten

Früher wurden Elefanten, die sich aggressiv verhielten oder gar einen Menschen töteten umgehend umgebracht. Heute erkennt man , dass meistens Fehler bei der Haltung oder andere Rahmenbedingungen schuld am eingetretenen Zwischenfall waren. Veränderungen in der Haltung oder aber Abgabe des Elefanten an einen andern Zoo sind heute Methoden die viel freundlicher sind als die zum Teil grausamen Euthanasierungen der Vergangenheit. Man muss auch bedenken, dass Elefanten, die problematisches Verhalten zeigen, oft besonders ausgezeichnete Tiere sind, die oft einfach gegen schlechte Haltungsbedingungen oder ständige Unterdrückung revoltieren und die in einer anderen Haltung oder bei Änderung der Rahmenbedingungen ganz andere Entfaltungsmöglichkeiten haben. Wenn man Elefanten mag, muss man wirklich erfreut sein, dass den Tieren heute immer öfter eine neue Chance geboten wird, wenn es in einer Haltung zu einem unerfreulichen Zwischenfall gekommen ist, an dem sie keinesfalls immer allein schuld sein müssen.

Tötung der ElefantenBearbeiten

Elefanten, die einen Menschen getötet haben, wurden früher meistens erschossen. Es gibt auch Fälle bei denen eine ganze Elefantengruppe eines Zoos einen Pfleger tötete. Man hat sie alle erschossen. Dem Pfleger, der umkam, wurde oft keine Schuld gegeben. Es gibt aber auch Elefanten, die mittels Elektrizität ins Jenseits befördert wurden, oder die man einfach stranguliert hat.

Menschliche Rachegefühle rechtfertigten diese grausamen Elefantentötungen. Der Elefant war automatisch schuld, weil er größer war als der Pfleger. Der Elefant ist ein Tier, das ein bestimmtes Verhalten hat, ihm menschliches Moralbewusstsein zuzusprechen und daraus eine Rechtfertigung für die Todesstrafe abzuleiten, ist eine Vorgangsweise, die den Elefanten falsch einschätzt und vermenschlicht.

Vielfach wurden in der Vergangenheit Elefantenbullen getötet, weil man mit dem Eintreten der Geschlechtsreife keine Möglichkeit einer geschützten Haltung eines Musthbullen hatte und offenbar nicht damit gerechnet wurde, dass aus einem jungen Bullkalb einmal ein großer, starker Bulle wird. Es fehlte früher überhaupt oft an Erfahrung in der Elefantenhaltung und auch weibliche Zoonachzuchten wurden oft getötet, weil man nicht mehr mit ihnen fertig wurde, nachdem man sie als Jungtiere zu wenig konsequent erzogen hat und sie dadurch zu wenig Respekt vor den Menschen zeigten.

Veränderung der HaltungBearbeiten

Zeigt ein Elefant problematisches Verhalten, kann eine Veränderung der Haltung helfen, mit ihm in Zukunft besser umgehen zu können, sodass weniger Gefahr für die Menschen besteht. Vielfach werden Elefanten von "Free- Contact" - Haltungen in "Protected-Contact" - Haltungen übergeführt, die antiquierte Kettenhaltung beendet oder aber der Einsatz von Elefantenpeitsche und Elefantenhaken kritisch hinterfragt, was auch eine entscheidende Haltungsverbesserung für den Elefanten darstellen kann.

Oft ist es auch so, dass zwischen einem bestimmten Elefanten und einem bestimmten Pfleger die Beziehung nicht gut ist und man überlegen muss, dem Tier einen neuen Pfleger zuzugesellen, mit dem der Elefant besser auskommt und den er mehr respektiert. Die Persönlichkeit von Pfleger und Elefant ist immer auch sehr ausschlaggebend für ein gutes Auskommen miteinander.

Abgabe an einen anderen Zoo Bearbeiten

Die Abgabe an einen anderen Zoo ist immer wiede eine Methode, die es ermöglicht, dass der Elefant in eine neue Herde kommt, dadurch eine neue Rangposition einnehmen wird, seine alten Pfleger nicht mehr ertragen muss, z.B. in den "Protected - Contact " übergeführt werden kann, ein größeres Gehege bekommt , die Gelegenheit zur Fortpflanzung erhält, oder, wenn er Glück hat, sogar in eine Haltung mit wärmeren Klima verlegt wird.

Ständiges Verlegen eines Elefanten ist aber auch keinesfalls anzuraten. Es gibt zu viele Elfanten, die von einem Zoo an den anderen abgegeben werden und nirgends lange bleiben. Gerade für die Weibchen ist es auch wichtig, dass sie sich in eine Herde eingliedern können und nicht ständiges Konkurrieren und Rangkämpfe das Herdenleben bestimmen.

Oft werden Elefanten auch zu ihrem eigenen Schutz an einen Zoo in einer anderen Stadt oder einem anderen Land abgegeben. Wenn es zu einem Zwischenfall mit Personenschaden durch einen Elefanten gekommen ist, kann es sein , dass Rachepläne des Umfeldes des verletzten oder getöteten Pflegers einen Zoowechsel für den Elefanten angebracht erscheinen lassen. Viele Menschen brauchen im Falle eines tragischen Ereignisses im Familienkreis einfach einen Sündenbock, dem sie die Schuld am Geschehen geben können. Oft ist das der Elefant , der in einem anderen Zoo dann oft ein sichereres Leben haben kann.

Fortpflanzung von ProblemelefantenBearbeiten

Generell ist es so, dass jeder Elefantennachwuchs in einemn Zoo sehr erwünscht ist. Man kann nicht sagen, dass genetische Ursachen problematisches Verhalten auslösen. Vielfach sind die Ursachen einfach ungeeignete Rahmenbedingungen, gegen die oft besonders ausgezeichnete Elefanten rebellieren. Sie oft in einer anderen Haltung oder in einem anderen Zoo zur Fortpflanzung zu bringen ist der richtige Weg, den man keinesfalls kritisieren sollte.

Sind Menschen dagegen, Problemelefanten zur Zucht zu verwenden, so muss man immer wieder feststellen, dass derartige Argumente von Menschen kommen, die keine Ahnung von Elefanten haben, denen die Arterhaltung gleichgültig ist und die oft einfach keine Elefantenfreunde sind. Das richtige Haltungskonzept kann Unfälle mit den Tieren auch vermeiden und verhindern, dass Elefanten überhaupt zu Problemelefanten werden.

Ein Beispiel : die 2003 gestorbene Elefantin Abu aus dem Ashton ZirkusBearbeiten

Die asiatische Elefantin Abu des Ashton -Zirkus ist eine Besonderheit , da sie fast ein halbes Jahrhundert in der Zirkusmanege auftrat. Neben der langen Zirkuskarriere ist auch ihr hohes Alter von 68 Jahren, das sie erreicht hat, etwas ganz Besonderes. Im Laufe ihrer Zirkuskarriere kamen drei Menschen zu Tode, die mit ihr zu tun hatten.

Sicher war sie keine rasende, aggressive Elefantin, die alles kurz und klein schlug, womit sie in Berührung kam. In diesem Fall wäre eine so lange Zirkuskarriere sicher nicht möglich gewesen. Vermutlich war sie ein eher stoisches Tier, mit dem man gut arbeiten konnte und das viele Provokationen gut ertrug . Doch manchmal wurde ihr vermutlich die Vorwitzigkeit des Zirkuspersonals zu lästig und die Zusammenmarbeit wurde ihrerseits durch einen Rüsselschlag oder eine ähnlich unerwartete Reaktion beendet.

Diese pietätlose Darstellung der Tötungen, soll nicht verharmlosen, dass drei Menschen das Leben , das immerhin das einzige war, das sie hatten, verloren haben. Generell ist es so, dass die Verwendung von Elefanten als Reittiere in Zoo und Zirkus und dgl. sehr kritisch betrachtet werden sollte. Die Dressuren auszuführen und von Dompteuren mit Haken und Peitschen traktiert zu werden und jede Nacht in Ketten gelegt zu weren, ist kein artgerechtes Elefantenleben.

Stellen sie sich vor, sie würden ein halbes Jahrhundert in einem Zirkus arbeiten und welche Menschen sie dabei kennenlernen würden. Sicher würde es dabei auch so manche problematische soziale Interaktion geben. Und stellen sie sich weiter vor, sie wären so stark wie ein Elefant, ihr Gegenüber aber nicht...........!

Am Ende von Abus Zirkuskarriere im Jahr 1999 wurde die damals 64 jährige Elefantin von einer Mitelefantin in der Manege vom Podest gestoßen. Sie fiel in die vorderen Zuschauerreihen. Niemand kam dabei zu Tode, nur ein junges Mädchen auf dem sie damals "landete", musste mit einem gebrochenen Arm ins Krankenhaus gebracht werden. Dieser noch einmal glimpflich ausgegangene Zwischenfall zeigt deutlich wie unschuldig die greise Elefantendame an dem Zwischenfall war. Unfälle in der Hektik des Zirkuslebens sind vorprogrammiert. Viele Menschen kommen in die Nähe des Elefanten und es können Provokationen aufgetreten sein, von denen niemand etwas weiss. Und man muss auch bei einem "dreifachen Mankiller" , wie der Elefantin Abu sagen, dass die Umstände und keinesfalls das Tier selbst schuld an den tragischen Zwischenfällen waren.

Als Elefantin, die in der ersten Hälfte des zwanzigsten Jahrhunderts geboren wurde, muss man wirklich sagen, dass Abu großes Glück hatte, nicht grausam euthanasiet zu werden als es zu den Zwischenfällen mit den getöteten Menschen kam.

Elefanten, die Menschen gerettet oder verschont habenBearbeiten

Elefanten sind unglaublich soziale Tiere, die auch manche menschliche Eigenschaften wie Nächstenliebe, Altruismus und Mitleid ihren Artgenossen gegenüber empfinden, wofür es auch viele Beispiele gibt.

Man kennt viele Beispiele von kranken Elefanten , die von Familienmitgliedern mit Futter und Wasser versorgt wurden, wenn ihr Zustand eine eigene Futter -oder Wassersuche unmöglich machte. Man hat beobachtet, das eine afrikanische Elefantenleitkuh auch nach dem Erblinden ihre Position als Leitkuh der Herde nicht verlor, da sie von Töchtern gestützt und geführt wurde. Die Erfahrung, die sie ihr Leben lang gesammelt hatte, kam den anderen Tieren dadurch auch nach dem Eintreten der körperlichen Beeinträchtigung noch zu Gute. Auch angebundenen Zooelefanten wurde von frei laufenden Tieren Wasser im Rüssel gebracht, wenn diese merkten, dass die angebundenen Tiere ihren Durst nicht selber stillen konnten. Altruistisches Verhalten, das es im Tierreich nicht allzu oft gibt. Da die Elefanten aber eindeutig dazu in der Lage sind, fremdes Leid wahrzunehmen, kann es auch vorkommen, dass sie Menschen retten oder verschonen, wenn diese durch vorwitziges Verhalten Grenzen überschritten haben und leicht zu Opfern von Großkatzen oder der Elefanten selbst hätten werden können.

Die aus Australien stammende Naturschützerin Sally Henderson wurde zur Elefantenschützerin nachdem sie 1984 von einem mächtigen Elefantenbullen vor einem hungrigen Löwen gerettet wurde. Seit 1989 kämpft sie für die afrikanischen Elefanten und bedankt sich damit für ihre Rettung vor dem Löwen. Auch ihr Buch : "Meine sanften Riesen - Ich lebte mit den Elefanten Afrikas", ist ein Teil dieser Arbeit für die Elefanten.

Asiatische Elefanten haben sicher schon oft ihre Mahouts oder auch andere Menschen gerettet, wenn Gefahr durch Tiger drohte, die sie ja durch ihre Größe leicht vertreiben können. Das Vertreiben von Großkatzen ist auch ein Teil des natürlichen Verhaltens der Elefanten, da sie im Freileben auch oft ihre Kälber vor diesen Beutegreifern schützen müssen.

Die afrikanische Elefantenforscherin Cyntia Moss berichtet in ihrem Buch : "Die Elefanten vom Kilimandscharo" von einer vorwitzigen Touristin, die sich mit ihrem Fotoapparat einer Elefantenfamilie näherte. Um gute Fotos zu schießen und nicht an die Gefahr, die ein sich schnell nähernder Elefant darstellt, denkend, kam sie zu Fuss so nahe an die Elefantenherde, dass die Leitkuh nach einigen Drohgebährden, die die Frau nicht vertreiben konnten, tatsächlich zum Angriff überging. Die Frau rannte davon gefolgt von der wütenden Leitkuh, die sie aus ihrer Nähe zu vertreiben versuchte. Als die Frau schließlich stolperte, erreichte sie die wütende Elefantin. Aber anstatt die Touristin einfach zu zerquetschen, blieb die Elefantin stehen und verschonte so die lästige Frau, die dadurch noch einmal mit dem Schrecken davon kam.

2015 wurde in den Medien von einem Motorradfahrer berichte, der von einer Herde asiatischer Elefanten gestoppt worden war. Eine neue Straße war errichtet worden und die mit Menschen offenbar noch nicht vertrauten Tiere verschonten den um sein Leben betenden Mann. Vermutlich haben sie noch keine schlimmen Erfahrungen mit menschlichen Wesen gemacht, wodurch ihr Angriffs - Verhalten durch Mitleid mit dem in Todesangst geratenem Menschen  eingestellt wurde.

Bei Hagenbeck wurde der Elefantenpfleger Karl Kock 1994 vom Elefantenbullen Hussein gerettet als er von einer Elefantin, auf der er beim Elefantenreiten saß, herunterfiel. Eine Elefantin hatte die andere in den Schwanz gebissen, der Reiter fiel von der kämpfenden Elefantin herunter und kam zwischen die beiden rangelnden Elefantinnen. Der Bulle Hussein trieb die beiden Elefantinnen auseinander, wodurch der Elefantenpfleger Karl Kock gerettet wurde.

Auch die asiatische Elefantin Patma , die 2015 im Zirkus Knie gestorben ist, hat ihrem Besitzer das Leben gerettet, indem sie sich schützend über ihn stellte als raufende andere Elefanten in fast zertrampelt hätten.

Solche Geschichten von Elefanten, die Menschen gerettet haben, gibt es viele. Man muss sie auch erwähnen, wenn man über "Elefanten als Mankiller" schreibt, vor allem auch um die Unfälle, die leider allzu leicht geschehen können, zu relativieren. Elefanten sind an sich große sanfte Riesen.

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