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Box im Zoo Dresden

Die Haltung von Elefanten ist teilweise sehr kompliziert und schwer, da Elefanten hochsozialisierte Tiere sind und deshalb besondere Beschäftigungsmöglichkeiten benötigen. Außerdem ist es schwer, eine gesicherte Anlage zu planen, die gleichzeitig auch noch gut eingesehen werden kann. Bei der Haltung von Elefanten im Zoos unterscheidet man zwischen vier Haltungsformen, die je nach Gegebenheiten, Zustand und Geld in den Tierparks angewendet werden.

Die vorliegende Beschreibung der Haltung von Elefanten bezieht sich hauptsächlich auf die Haltung in Zoos und Tierparks. Unter der eigenen Überschrift Zirkus finden sich Informationen über die Haltung in Zirkussen.

Geschichte

Die Elefantenhaltung in Tierparks begann Mitte des 19. Jahrhunderts, als der Zoo Berlin 1844 erstmals Elefanten zeigte. Später folgten dann Frankfurt (1858), Köln (1860), Dresden (1861), Leipzig (1878). Meist wurden nicht mehr als zwei Tiere ausgestellt, die Elefantenhäuser wurden in den verschiedensten exotischen Stilen errichtet. Durch Carl Hagenbeck wurden im Tierpark Hagenbeck erstmals Absperrgräben und Felsen angewendet. Daraus entwickelten sich die sogenannten "Kuchentellerplattformen", bis zu 500 Quadratmeter große durch tiefe teils spitz zulaufende Gräben abgetrennte Gehege. Erstmals wurde diese Form in Leipzig 1926 eingesetzt. Leider waren die Gräben eine sehr häufige Unfallursache.

Anfang des 20. Jahrhunderts fanden auch die ersten Zuchtbemühungen in Deutschland statt. Berlin, Leipzig und Tierpark Hagenbeck hatten Erfolge bei asiatischen Elefanten. Besonders der Tierpark Hellabrunn in München hatte mit fünf Geburten in den dreißiger Jahren und auch der Welterstzucht eines afrikanischen Elefanten Erfolge. Leider wurden sehr wenige Elefantenbullen gehalten und das im direkten Kontakt, wodurch sie aggressiv wurden.

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Elefantenanlage der Wilhelma

In der Mitte des 20. Jahrhunderts entstanden viele neue Zoos, die Elefantenhäuser waren funktionell aus Beton gebaut. Die Abtrennung erfolgte durch tiefe Gräben und die Notwendigkeit, die Elefanten im Haus und über Nacht anzuketten, bestand weiter. Ein typische Beispiel ist die Elefantenanlage der Wilhelma Stuttgart. Die meisten Zoos verzichteten völlig auf Bullenhaltung, als Folge gab es kaum Zuchterfolge.

In den letzten Jahren entwickelte sich ein starkes Bewusstsein für die speziellen Bedürfnisse der Elefanten und dass die Zoos langfristig sich selbst erhaltende Elefantenpopulationen aufbauen und auf Wildimporte verzichten müssen. Deshalb entstanden viele neue Elefantenanlagen. Heute steht die "verhaltensgerechte Tierhaltung" im Mittelpunkt jeder Zoostrategie. Man weiß heute, dass Elefanten Wasserbecken, Sandbäder, Schlammsuhlen, abwechslungsreich gestaltete und Bewegungsanreize bietende Gehege, Schattenbäume und Scheuerstellen brauchen.

Haltungsformen

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No-Contact

Beim No-Contact-Management gibt es keinen Kontakt zum Elefanten. Manipulation wie Körperpflege und Training entfallen. Behandlungen und Untersuchungen können nur unter Sedierung gemacht werden. No-Contact ist nur auf großen Anlagen und bei intakten Sozialstrukturen innerhalb der Elefantenherde machbar. In Europa wird No-Contact beispielsweise im Parque de la Naturaleza Cabárceno in Spanien erfolgreich eingesetzt, auch im Zoo Ramat Gan in Israel.

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Direct-Contact

Die Methode des Free- oder Direct-Contact-Management basiert auf einer 5000 Jahren alten Tradition. Der Elefantenpfleger ist nicht nur Pfleger, sondern auch Teil der Elefantenherde. Er ist das Alphatier, dem sich die Tiere unterordnen müssen.

Körperpflege und Training finden im direkten Kontakt zum Elefanten statt, der Tierarzt kann den Elefanten direkt behandeln. Ferner ist es möglich, die Elefanten zu beschäftigen, um Langeweile vorzubeugen. Free-Contakt ist daher handlich, wenn der Zoo nur einen begrenzten Raum für die Haltung hat. Diese Haltungsform wird in den meisten deutschen und weltweiten Zoos angewendet, da sie auch mit wenigen Kosten verbunden ist.

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Protected-Contact

Bei der Methode des Protected-Contakt-Managements ist immer zwischen Elefant und Elefantenpfleger ein schützendes Gitter. Der Pfleger ist dadurch außerhalb der Reichweite des Elefanten und die Unfallgefahr wird minimiert. Pflege und Behandlung erfolgen an kleinen Gitteröffnungen. Hierzu muss das Tier auf die Kommandos hören. Diese Art der Haltung wird verstärkt bei Elefantenbullen eingesetzt, da diese oft sehr aggressiv sein können und eine Free-Contact-Haltung eine Gefährdung des Pflegers bedeuten könnte.

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Confined-Contact

Für den Fall, dass ein Elefant im Protect-Contact nicht auf Kommandos hört, wurde das Confined-Contact-Management entwickelt. Hierbei wird der Elefant in einen sogenannten „Crash-Cage“ fixiert, indem die Seitenwände soweit eingefahren werden, wie es für die Behandlung notwendig ist. So kann man den Elefanten geschützt behandeln und Sedierungen umgehen, die mitunter für das Tier lebensgefährlich sind.

Bestimmungen

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Gutachten über die Mindestanforderungen an die Haltung von Säugetieren

Im “Gutachten über die Mindestanforderungen an die Haltung von Säugetieren” des Landwirtschaftsministeriums von 1996 wurden die Mindestanforderungen an eine moderne Elefantenhaltung festgelegt, jedoch nur als absolute Mindestbedingungen:

  • Außenanlage für drei Elefantenkühe 500 qm
  • Außenanlage für einen Elefantenbullen 150 qm
  • Außenanlage gesamt mindestens 650 qm (Fußballstrafraum)
  • Stallfläche mit Ankettung pro Tier 15 qm
  • keine Sicherheitskonzepte erforderlich

Im Jahr 2001 wurden vom "Beirat Artenschutz beim Bundesamt für Naturschutz" neue Haltungsrichtlinien für Elefanten erarbeitet, die im Gegensatz zum "Säugetiergutachten" Vorgaben für eine Elefantenhaltung machen, die nicht nur Mindeststandards festsetzen:

  • Mindestherdengröße 4 Elefantenkühe
  • Außenanlage mindestens 3000 qm
  • Innenfreilauf mindestens 200 qm (inklusive Laufboxen)
  • pro Tier mindestens 33 qm große Einzelboxen
  • Ankettung pro Tag höchstens 3 Stunden
  • Sicherheitskonzepte

Risiken

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Werden Elefanten allein gehalten, können gefährliche Verhaltensstörungen auftreten

Immer wieder treten bei der Haltung von Elefanten schwere oder sogar tödliche Unfälle auf. Die letzten dieser Unfälle mit Todesfolge eines Pflegers ereigneten sich 2003 im Safaripark Beekse Bergen (Niederlande) und 2005 im Tiergarten Schönbrunn mit dem Elefantenbullen Abu. Schwere Unfälle ohne Todesfolge fanden 2002 im Zoo Osnabrück (Umtali) und 2003 im Zoo Magdeburg (Arusha) statt.

Heute treten Unfälle mit Elefanten zu 75 % mit Elefantenkühen auf, da Elefantenbullen zur Vorbeugung solcher Zwischenfälle in geschützten Haltungsformen gehalten werden, da bei ihnen bekannt ist, dass sie aggressiv reagieren können. Elefantenkühe dagegen werden bis heute fast immer im direkten Kontakt gehalten. Seit 1980 wurden nach Recherchen der European Elephant Group in europäischen und nordamerikanischen Zoos und Safariparks 38 Menschen getötet und über 50 schwer verletzt.

Solche Risiken bei der Elefantenhaltung werden so lang bestehen bis neue Sicherheitskonzepte entwickelt wurden, die das Kraftgefälle zwischen Mensch und Elefant ausgleichen.

Zirkus

siehe Hauptartikel Zirkuselefanten
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Ein Zirkuselefant macht unwürdige Dressurübungen

Im Jahr 2004 lebten in Deutschland etwa 100 Elefanten beider Arten in etwa 35 Zirkussen und Dressurgruppen. Die Minimalvorgaben des Säugetiergutachtens brauchen nicht erfüllt zu werden, es gelten die sogenannten "Leitlinien für die Haltung, Ausbildung und Nutzung von Tieren in Zirkusbetrieben oder ähnlichen Einrichtungen", die teilweise auch nicht erfüllt werden (circa ein Dutzend Elefanten in Deutschland leben allein).

In der Zirkushaltung wird oft mit der vielen Beschäftigung durch die Dressur argumentiert, obwohl ein Elefant einem Handstand oder anderer Tricks unwürdig ist. Die Elefanten erhalten wenige Sozialkontakte mit anderen Elefanten. Außerdem gibt es diese negativen Punkte:

  • Ankettung in engen Transportwagen bis zu 20 Stunden täglich, was zu Verhaltensstörungen (Weben) und körperlichen Schäden (Fußprobleme, wenig Aulauf, keine Selbstpflege, ...) führt
  • Stress, bedingt durch die Disziplin gegenüber dem Pfleger
  • Unwürdige Präsentation und schädliche, anatomisch unkorrekte Dressurübungen (Kopfstand, Hinterbeinstand, Sitzen, ...)
  • keine Sicherheitskonzepte (meist direct contact)
  • keine regelmäßige tierärztliche Überwachung

Da in Zirkussen fast keine Zucht möglich ist, wird sich das Problem der Zirkuselefantenhaltung in den nächsten Jahren von selbst lösen oder minimieren.

Weblinks

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