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Das Leibniz-Institut für Zoo- und Wildtierforschung (IZW) in Berlin ist eine wissenschaftliche Einrichtung zur Erforschung insbesondere von ausgewählten Säugetier- und Vogelarten ("Schlüsselarten"), die zentrale Bedeutung für größere natürliche Lebensräume (Ökosysteme) haben, und deren Umfeld, u.a. im Blick auf Umwelt, Evolution und Konflikt zwischen Mensch und Tier. Dabei werden ökologische, biologische und veterinärmedizinische Forschungen zusammengefasst. Das Institut ist neben dem Tierpark Berlin gelegen.

Historische Entwicklung und OrganisationBearbeiten

Die Einrichtung wurde 1973 als "Forschungsstelle für Wirbeltierforschung" der Akademie der Wissenschaften der DDR gegründet. Der Gründungsdirektor war zugleich auch Direktor des Berliner Tierparks. Nach dem Ende der DDR wurde es als Institut für Zoo- und Wildtierforschung 1992 mit anderer Ausrichtung neu gegründet. 1998 wurde die Bedeutung des Instituts neu bewertet und bestätigt. Das Institut ist mit anderen Forschungseinrichtungen in der Leipniz-Gemeinschaft zusammengeschlossen. Ebenso ist es Mitglied im Forschungsverbund Berlin mit einer gemeinsamen Verbundverwaltung.

Das Institut gliedert sich in fünf Forschungsgruppen, die die Bereiche "Evolutive Ökologie", "Evolutionsgenetik", "Wildtierkrankheiten", "Reproduktionsbiologie" und "Reproduktionsmanagement" umfassen.

Elefanten: Forschung und ManagementBearbeiten

Elefanten gehören zu den "Schlüsselarten", mit denen sich das Institut befasst.

ObduktionenBearbeiten

So ist das Institut bekannt geworden im Zusammenhang mit der Obduktion des Ende 2009 geborenen Münchner Elefantenbabys Jamuna Toni, das nach seinem Tod mit einem Computertomographen des Instituts untersucht wurde. Dabei wurden zahlreiche Knochenbrüche festgestellt, die die schwere Erkrankung Jamunas zeigten und damit auch die Entscheidung zur Einschläferung bestätigten[1].

ReproduktionsmanagementBearbeiten

Die Gruppe "Reproduktionsmanagement" unter ihrem Leiter Dr. Thomas Hildebrandt ist insbesondere bekannt für den Einsatz von Reproduktionsmethoden bei Zootieren und hier wiederum auch international gefragt bei der Einsetzung der künstlichen Befruchtung. Die Mitarbeiter des Institut sehen hierin einen ergänzenden Beitrag zum Erhalt von bedeutenden "Schlüsselarten", zu denen auch der Elefant zählt. Die Forschungsgruppe 5 des IZW gehört dabei zu den führenden Experten auf diesem Gebiet. So wurde auch das erste mit artifizieller Insemination in Europa geborene Elefantenkalb Abu (Tiergarten Schönbrunn, Wien) durch Unterstützung des IZW geboren[2]. Ebenso war das IZW-Team einbezogen in die Geburt von Abus Halbbruder Thabo-Umasai im Zoo Dresden, dem ersten mit AI gezeugten Elefantenkalb in Deutschland[3]. Zu den jüngeren Projekten gehören die Einsätze in den australischen Zoos in Sydney und Melbourne, wo bisher drei Elefantenkälber durch künstliche Befruchtung zur Welt kamen. Diese Methode zur Gewinnung von Nachwuchs ist vor allem wegen der schwierigen Prozeduren für Bullen und Kühe nicht unstrittig.

Elefantengeburten aufgrund von künstlicher Befruchtung mit Hilfe des IZWBearbeiten

Die künstliche Befruchtung wurde mit Hilfe des IZW bei folgenden Elefantengeburten angewandt:

Datum Name Art Geschlecht Ort Mutter Vater Bemerkungen
25.04.2001 Abu LA Maskulin.gif männlich Tiergarten Schönbrunn, Wien Sabi Tembo 1. AI-Elefant Europas und Österreichs
06.12.2002 Kito LA Maskulin.gif männlich Zoo Colchester Tanya Tembo 1. AI-Elefant des Vereinigten Königreichs
11.12.2005 Gabi EM Maskulin.gif männlich Zoo Jerusalem Tamar Emmet 1. AI-Elefant Israels
04.02.2006 Thabo-Umasai LA Maskulin.gif männlich Zoo Dresden Drumbo Tembo 1. AI-Elefant Deutschlands
06.08.2009 Ganesh Vijay EM Maskulin.gif männlich Zoo Twycross Noorjahan Emmet
15.01.2010 Mali EM Feminin.gif weiblich Zoo Melbourne Dokkoon Bong Su 1. AI-Elefant Australiens
10.03.2010 Pathi Harn EM Maskulin.gif männlich Taronga-Zoo Sydney Porntip Bong Su
10.09.2010 Ongard EM Maskulin.gif männlich Zoo Melbourne Kulab Bong Su

Darüber hinaus hat das IZW auch natürliche Schwangerschaften und Geburten bei Elefanten begleitet, so etwa mit Ultraschalluntersuchungen.

WeblinksBearbeiten

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Leibniz-Institut für Zoo- und Wildtierforschung: Tierischer Durchblick mit einem CT-Gerät, auf www.tagesspiegel.de
  2. Erfolgsrezept für die künstliche Besamung des afrikanischen Elefanten "Sabi" im Tiergarten Schönbrunn, auf www.izw-berlin.de
  3. Erstes künstlich gezeugtes Elefantenkalb in Deutschland, auf idw-online.de

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