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Ljuba +
Art Mammuthus primigenius
Geschlecht Feminin weiblich
Mutter unbekannt
Vater unbekannt
Geburtsort Nordwestsiribirien
Geburtsjahr vor ca. 40.000 Jahren
Sterbeort Jamal-Halbinsel, Nordwestsibirien
Todesjahr vor ca. 40.000 Jahren

Ljuba (kyrillisch Люба) ist die im Mai 2007 am Oberlauf des Juribei auf der Jamal-Halbinsel in Nordwestsiribien gefundene Mumie eine Wollhaarmammutkalbes, das vor rund 40.000 Jahren dort gestorben ist.

Die Mumie wurde am 15.05.2007 von dem Rentierhirten Juri Chudi vom Volk der Nenzen gefunden, der sogleich das Regionalmuseum von seinem Fund informierte. Sie wurde, da weiblich, nach der Ehefrau des Finders "Ljuba" ("Liebe") genannt. Es war zur Zeit des Fundes das besterhaltene Mammut, das bis dahin entdeckt worden war. Neben der vollständigen Haut hat es auch in der langen Konservierung die Form bewahrt, wenn auch das Gewicht durch den Wasserverlust nur bei 50 kg statt der doppelten Menge bei Lebendgewicht lag. Das Wollhaar war zwar weitgehend verschwunden, aber es gab noch vereinzelte Reste davon.

Die Mumie ist etwa 130 cm lang und 90 cm hoch. Das Kalb ist auf alle Fälle jünger als ein Jahr gewesen, als es starb, es wird als Alter auch nur ein Monat angegeben. Es wird vermutet, dass Ljuba durch einen Sturz in eine Spalte oder ein Schlammloch gestorben ist, da es ansonsten von der Mutter oder den anderen Kühen der Herde großgezogen worden wäre. Anhand der Computertomographie wurde Schlamm in Rüssel, Rachen, Luft- und Speiseröhre gefunden, so dass anzunehmen ist, das Ljuba im Schlamm versunken ist und daran starb. Dem Kalb fehlen die Zehen sowie der Schwanz, der beim nicht komplikationslosen Transport von Hunden abgebissen worden sein soll. Durch die Untersuchung des Darminhaltes konnten weitere Erkenntnisse über das Leben der Mammuts gewonnen werden. Der Darm enthielt neben Muttermilch auch Fäkalien, so dass davon ausgegangen werden kann, dass auch die Mammutkälber, wie bei den Elefanten, den Kot der erwachsenen Tiere aufnehmen, um die notwendigen Bakterien zum Überleben zu gewinnen. Die Zähne zeigen, dass Ljuba in einem Frühjahr zur Welt kam. Es gibt die Vermutung anhand einiger Anzeichen, dass Ljuba ein Nachkomme von Wollhaarmammuts aus Alaska ist, die von dort nach Sibirien gewandert sind, wo die ursprünglichen Wollhaarmammuts zu dieser Zeit bereits ausgestorben waren.

Der Fund wurde zunächst in das Schemanowski-Museum in Salechard gebracht, wo sich internationale Forscher der Mumie widmeten, um neue Erkenntnisse zu gewinnen. Für knapp zwei Jahre ab Dezember 2007 bis November 2009 war Ljuba Objekt an der Jikei-Universität in Tokio, wo weitere Untersuchungen durchgeführt wurden, ehe sie nach Salechard zurückkehrte.

Der Fundort von Ljuba ist bisher der westlichste aller Fundorte, an denen Wollhaarmammuts entdeckt wurden. Im August 2011 wurde von einem weiteren Fund auf der Jamal-Halbinsel berichtet, der in ähnlich gutem Zustand wie Ljuba sein soll.

LiteraturBearbeiten

  • Die Entdeckung des Jahrhunderts, in: Adrian Lister, Paul Bahn: Mammuts. Riesen der Eiszeit, überarb. Neuaufl., 2009, S. 46-47.

WeblinksBearbeiten

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