FANDOM


Der Memphis-Zoo ist ein Zoo in den Vereinigten Staaten, der nur eine kleine Gruppe von Elefanten hält. Obwohl seit ca. hundert Jahren Elefanten in Memphis leben und die Tierhaltung generell eine Erfahrungswissenschaft ist, gab es in Memphis  noch keine Zuchterfolge bei den Elefanten, obwohl es Bemühungen in diese Richtung seit den fünfziger Jahren des zwanzigsten Jahrhunderts gibt. Memphis hat ein für Elefanten nicht so ungünstiges Klima und man muss sich fragen, woran es liegt, dass nicht anders verfahren wurde, um Zuchterfolge bei den Elefanten zu erreichen.

Entwicklung der Elefantenhaltung in MemphisBearbeiten

1910 begann die Elefantenhaltung in Memphis mit der Asiatin "Margaret". Nach mehreren asiatischen Kühen, die in der Zwischenkriegszeit gehalten wurden, versuchte man in den fünfziger Jahren auch die Bullenhaltung. Von 1951 bis 1963 lebte der Bulle Modoc im Memphis-Zoo. Modoc wurde 1963 abgegeben. Auch viele Kühe wurden in Memphis abgegeben und man erwarb neue Elefanten, die man auch wieder abgab.

1974 wurden zu der jungen asiatischen Kuh Connie mehrere asiatische und auch erstmals afrikanische Jungtiere erworben. Das junge Asiatenweibchen Sookie und der junge Asiatenbulle Sneezy, der kleine Afrikanerbulle Tombi und die beiden Afrikanerweibchen Hatari und Mzuri. Doch schon bald veränderte sich die Konstellation der Jungelefanten auch wieder. Connie wurde schon 1975 wieder abgegeben und der junge Tombi starb schon zweijährig. Der junge Asitenbulle Sneezy wurde 1977 zu Zuchtzwecken an einen anderen Zoo abgegeben. Auch die beiden jungen Afrikaner-Weibchen Hatari und Mzuri wurden bald wieder abgegeben .

Die junge Asiatin "Sookie" behielt man und vergesellschaftete sie mit der 1965 geborenen Afrikanerin Thyranza. Auch Sookie wurde 1997 zu "Zuchtzwecken" abgegeben (Diese Zuchtabsichten konnten allerdings nicht realisiert werden, da die Asiatin 1997 auch schon 25 Jahre alt geworden war. Für eine Erstträchtigkeit fast zu alt.). Man hatte beschlossen, sich ganz auf Afrikaner umzustellen. 1998 kam die ca. dreizehnjährige Zoonachzucht Asali, deren Mutter gestorben war, nach Memphis. Später, 2008 kam noch die Afrikanerin Gina nach Memphis. Diese drei Kühe leben noch heute im Memphis-Zoo.

Vergebliche Zuchtbemühungen in MemphisBearbeiten

Da die Versuche, Bullen zu halten, eingestellt wurden, hat man sowohl Asali als auch Gina künstlich befruchtet.

Asali brachte 2009 nach ihrer Trächtigkeit, die durch "artificial insemination" zustande gekommen war, mit noch nicht ganz 24 Jahren ein Kuhkalb (Lil Girl) zur Welt. Die unerfahrene Asali, die noch keinen Kontakt mit kleinen Kälbern gehabt hatte, tötete das zwei Tage alte Kalb, als es stolperte. (Man hätte sie behutsamer mit dem Jungtier vertraut machen müssen, um ihr zu ermöglichen, sich langsam an die Reaktionen und die geringe Größe des Jungtieres zu gewöhnen.)

Gina hatte 2012 eine Fehlgeburt. Sie war bei dieser Erstträchtigkeit schon 29 Jahre alt. Sie war am Ende des dritten Lebensjahrzehntes schon zu alt für eine Lebendgeburt, wie dies sehr oft der Fall ist. Risikoträchtigkeiten älterer erstgebärender Elefantinnen

Auch die Asiatin Sookie hatte man mit 25 Jahren (1997) viel zu spät zu Zuchtzwecken abgegeben.

Da Asali ihr 2009 geborenes Kalb nicht nur lebend geboren hat, sondern es auch angenommen hat und es nur wegen ihrer Unerfahrenheit getötet hat, wäre es doch auch möglich, eine weitere künstliche Befruchtung bei ihr durchzuführen. Wenn sie ein neues Jungtier gebären würde und man sie behutsam mit diesem Jungtier vertraut machen würde, ist es sehr wahrscheinlich, dass sie es schließlich noch erlernen könnte, ihr Jungtier auch richtig zu versorgen und es nicht versehentlich zu verletzen.

Auch die afrikanische Elefantin Renee aus Toledo warf 2003 mit 24 Jahren ihr erstes Kalb und hat 2011 (also mit über dreißig Jahren) auch wieder nach einer künstlichen Befruchtung ein weiteres Jungtier zur Welt gebracht. (Vermutlich ist sie sehr gutmütig, da sie im Unterschied zu anderen Tieren in Toledo, im free-Contact gehalten wird.)

Die Asiatin Jothi, die ihre beiden ersten Kälber nach der Geburt getötet hat, erlernte schließlich noch, ihr Kuhkalb Vishesh von 1997 anzunehmen und aufzuziehen. Ihr viertes Jungtier Rashmi (2011) hat sie dann von Anfang an angenommen und ganz problemlos aufgezogen. Der Beweis, dass Elefantinnen das Aufzuchtverhalten grundsätzlich auch noch in höherem Lebensalter erlernen können, wenn die Möglichkeit dazu besteht.

Warum töten Elefantenmütter oft ihre Kälber direkt nach der Geburt ?Bearbeiten

Elefantenweibchen erlernen normalerweise sehr früh, schon als drei oder vierjährige Kuhkälber, sich um noch kleinere Jungtiere zu kümmern. Machen sie keine diesbezüglichen Erfahrungen, also Bekanntschaften mit Jungtieren, kann es vorkommen, dass sie auf Grund mangelnder Erfahrung das eigene, vielleicht erst im dritten Lebensjahrzehnt geborene Jungtier töten. (Wie der Fall der Elefantin Jothi bewiesen hat, können sie aber auch später noch erlernen, sich um ihre Kälber zu kümmern.)

Das Hormon Oxytocin, das nicht nur den Milchfluss und die Wehentätigkeit bei den Säugetieren steuert, sondern auch Verhaltensänderungen bewirkt, die die Überlebenschancen der Nachkommen verbessern sollten, kann bei unerfahrenen Weibchen auch dazu führen, dass sie ihr eigenes Jungtier angreifen, verletzen und töten.

Oxytocin bewirkt auch Verteidigungsverhalten, das das Jungtier schützen sollte. Also: "Etwas von außen kommendes Bedrohliches" abzuwehren. Ein unerfahrenes Weibchen (das schon älter ist und deshalb auch mehr Verteidigungsverhalten zeigen kann als ein junges erstgebärendes Weibchen, das vielleicht noch unter dem Schutz seiner Mutter steht) sieht oft im eigenen Jungtier "den Feind", der "plötzlich da ist" und greift es deshalb auf Grund der Faktorenkombination "mangelnde Erfahrung" und "Hormonstatus nach der Geburt" an.

Man sollte solchen Tieren, wie z. B. auch Asali (die zudem eine der seltenen Zoonachzuchten ist, die man durch entsprechende Maßnahmen weiterzüchten sollte, anstatt durch Unterlassung von entsprechenden Zuchtbemühungen das Aussterben der wertvollen ersten Zoonachzuchten zu bewirken) ermöglichen, ein neues Jungtier zu werfen, und sie behutsam daran gewöhnen.

2011 wurde in den USA auch gemeldet, dass Asali erneut durch eine AI vom Bullen Ali aus Jacksonville trächtig geworden sei. Der Geburtstermin wurde für Mai 2013 vorhergesagt. Leider wurde eine Lebendgeburt damals nicht bekannt gegeben.

Die Verhaltensstörung des Tieres ist in diesem Fall keine angeborene, sondern eine durch unnatürliche Bedingungen erworbene, die durch entsprechende Erfahrungen behoben werden könnte.

Störung durch Adblocker erkannt!


Wikia ist eine gebührenfreie Seite, die sich durch Werbung finanziert. Benutzer, die Adblocker einsetzen, haben eine modifizierte Ansicht der Seite.

Wikia ist nicht verfügbar, wenn du weitere Modifikationen in dem Adblocker-Programm gemacht hast. Wenn du sie entfernst, dann wird die Seite ohne Probleme geladen.

Auch bei FANDOM

Zufälliges Wiki