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Da Elefanten sehr eindrucksvolle Tiere sind, tauchen sie in der Mythologie verschiedenster Kulturen auf. Meist wird ihnen große Macht oder sogar ein göttlicher Status zugeschrieben.

AfrikaBearbeiten

Die Mbuti aus dem Kongo glauben, dass die Seelen der Toten in den Elefanten weiterleben. Auch einige andere afrikanische Stämme glauben, dass ihre toten Anführer als Elefanten weidergeboren werden.

Europäisches MittelalterBearbeiten

Alexander Elefant

Alexander der Große kämpft gegen Elefanten

Im Europäischen Mittelalter gab es so genannte Bestiarien, Tierbücher, in welchen die Tiere meist als Glaubensanalogien verwendet wurden. Hier tauchen einheimische Tiere, exotische Tiere und Fabelwesen gleichberechtigt nebeneinander auf.

Elefanten sollen laut solchen Büchern 300 Jahre alt werden, Angst vor Mäusen haben und Menschen begrüßen wenn sie ihnen begegnen. Angeblich sollen sie in Afrika und Indien gelebt haben, heute aber nur noch in Indien zu finden sein.

Elefanten ohne KniegelenkeBearbeiten

Laut den Bestiarien haben Elefanten keine Kniegelenke und können deshalb nicht aufstehen, wenn sie hingefallen sind. Dies könnte auf eine Verwechslung mit dem Elch zurückgehen, über den bereits Julius Cäsar das gleiche schrieb. Später wurde dieses Merkmal dem Hugag, einem Fabelwesen aus der Folklore nordamerikanischer Holzfäller, zugeschrieben.

Aus diesem Grund lehnen sie sich zum Schlafen an Bäume, was von Jägern ausgenutzt wird, die die Bäume einfach fällen während der Elefant schläft. Wenn der Elefant dann fällt kommt ein großer Elefant zu Hilfe um ihn aufzurichten, was ihm aber nicht gelingt. Bis zu zwölf weitere große Elefanten versuchen dem ersten aufzuhelfen, ohne Erfolg. Erst ein kleiner Elefant kann den Gefallenen wieder aufrichten.

Fortpflanzung und Rivalität mit DrachenBearbeiten

Die Bestiarien berichten außerdem, dass männliche Elefanten sich nicht gerne paaren. Wenn das Weibchen also Kinder möchte reist sie mit dem Männchen nach Osten in Richtung des Gartens Eden, wo die Alraune wächst, isst davon und gibt auch dem Männchen etwas davon. Daraufhin paaren sie sich. Dies ist eine Allegorie für Adam und Eva, die ebenfalls unschuldig waren bis Eva Adam eine Frucht zu essen gab.

Das Weibchen soll zwei Jahre lang schwanger sein und bekommt nur ein Junges. Dieses gebärt sie im Wasser, da sie an Land von Drachen angegriffen werden könnte. Der männliche Elefant hält derweil Wache, um den Drachen notfalls zu zertrampeln. Andere Quellen beschreiben jedoch, dass die Drachen den Elefanten im Wasser auflauern.

Elefant Geburt Bestiarium

Ein Drache greift eine gebärende Elefantenmutter an

Allgemein sollen Drachen Elefanten jagen, indem sie ihnen auf Felsen oder Bäumen auflauern und sie dann mit ihren langen Körpern umschlingen und zu Fall bringen. Dabei fällt der Elefant meist auf den Drachen, wodurch beide sterben.

Der Grund, warum Drachen Elefanten töten, ist laut Plinius dem Älteren das eiskalte Blut des Elefanten, mit dem der Drache sich abkühlen möchte. Drachen können von Elefantenblut sogar betrunken werden.

HeilmittelBearbeiten

Aus Elfenbein soll eine Salbe hergestellt werden können, die Hautunreinheiten entfernt und die Zähne weiß macht. Das Blut der Elefanten soll getrunken werden, um Blutungen zu stoppen. Außerdem vertreibt der Rauch, wenn man Haut und Knochen des Elefanten verbrennt, Schlangen.

Jüdische MythologieBearbeiten

In der jüdischen Mythologie gibt es das Fabelwesen Behemoth, welches als Rind, Flusspferd oder Elefant dargestellt wird. Worauf es ursprünglich basiert ist nicht mehr bekannt, eine Erwähnung in der Bibel wird meist als Ochse oder Nilpferd übersetzt.

SibirienBearbeiten

Die in Sibirien gefundenen Mammut-Mumien und -Stoßzähne inspirierten die dortige Bevölkerung zu einigen Mythen und Legenden. So behaupten manche Leute, lebende Mammuts gesehen zu haben, die jedoch nur nachts herauskämen und sich tagsüber unter Wasser verbergen.

In der Mythologie der Chanten ist das Mammut ein Wassergeist oder ein unterirdisch lebendes Wesen, welches stirbt, wenn es mit Sonnenlicht in Kontakt kommt. Bis nach China drang der Mythos des grabenden Mammuts durch, weshalb es dort als yǐn shǔ 隐鼠, "das verborgene Nagetier", bekannt ist.

SüdostasienBearbeiten

AiravataBearbeiten

Indradeva

Indra auf Airavata

In Sumatra werden Elefanten mit Blitzen assoziiert. Vergleichbar damit ist der indische Mythos von Airavata, dem weißen Elefanten des Gottes Indra. Airavata wurde, zusammen sieben männlichen und acht weiblichen Elefanten aus den Eierschalen Garudas geboren und ist in der Lage, Wolken zu produzieren. Airavata saugt mit seinem Rüssel Wasser aus der Unterwelt und sprüht es in den Himmel, um Regen zu erzeugen.

GaneshaBearbeiten

Ein sehr bekannter Gott des Hinduismus ist Ganesha, welcher als Mensch mit dem Kopf eines Elefanten erscheint. Er kann Leuten Erfolg und die Erfüllung ihrer Wünsche und Bedürfnisse schenken.

Makara und GajendraBearbeiten

Ein südostasiatisches Fabelwesen namens Makara wird häufig mit dem Kopf eines Elefanten, manchmal aber auch eines Krokodils dargestellt.

Gajendra war ein Elefant, welcher gegen Makara kämpfte und von Vishnu gerettet wurde. Mit Vishnus Hilfe erreichte Gajendra Erlösung (Moksha) und wurde ein Gott.

Weiße ElefantenBearbeiten

In Südostasien spielen Weiße Elefanten eine große Rolle und werden als heilig angesehen. So soll z.B. bei der Geburt Buddhas ein Weißer Elefant in den Schoß von Buddhas Mutter eingegangen sein.

Welten-ElefantenBearbeiten

Das traditionelle Weltbild des Hinduismus besagt, dass die flache Erde auf dem Rücken von vier Elefanten ruht, welche auf dem Panzer einer Schildkröte stehen. Jedoch scheint diese Vorstellung moderner zu sein als geglaubt und auf einer Verwechslung zu basieren, da das Wort Naga sowohl Schlange als auch Elefant bedeuten kann.

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