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Tierpsychologie : Oxytocin  - das Hormon des SozialverhaltensBearbeiten

Viele höhere Tiere , wie auch die Elefanten , sind zwar kognitiv dem Menschen nicht ganz entsprechend. Das Sozialverhalten ist aber bei diesen hoch entwickelten Tieren auch sehr von Lernvorgängen mit beeinflusst und deshalb auch graduell dem Sozialverhalten von Menschen durchaus entsprechend.

Die Oxytocinwirkung ist bei Elefanten ganz ähnlich wie bei Menschen, da sie bei Säugetieren die gleichen Vorgänge des (Sozial-)Verhaltens und der Fortpflanzung regelt, wie bei den Menschen. Ein Unterschied besteht vielleicht dadurch, dass Elefanten nicht in monogamen Paarbeziehungen leben, wie das bei Menschen doch oft der Fall ist.

Oxytocin im Bereich des Brutpflegeverhaltens, des Sozialverhaltens in der Gruppe und beim Körperkontakt (auch beim Paarungsverhalten) wirkt bei Elefanten ganz ähnlich wie bei den Menschen.

Neben Wehen und Milchfluss auch Einfluss auf das VerhaltenBearbeiten

Oxytocin ist ein Peptidhormon, das neben physiologischen Vorgängen, wie der Wehentätigkeit und dem Milchfluss , auch psychische Verhaltensänderungen wie das Brutpflegeverhalten (im Bereich der Fortpflanzung) und das Bindungsverhalten ( im Bereich des Sozialverhaltens) hervorruft.

Das Brutpflegeverhalten bewirkt das Annehmen, das Aufziehen und das Verteidigen der Nachkommen.

Das Bindungsverhalten bewirkt die Annäherung der Geschlechtspartner , das Treueverhalten und solidarisches Verhalten Gruppen gegenüber, denen man selbst angehört ( bei Elefanten also gegenüber der eigenen Herde oder Weibchenfamilie) und das Vertrauen (also bei den Elefanten : Vertrauen den eigenen Herdenmitgliedern gegenüber).

Oxytocin ist als Peptidhormon ein Stoff, der aus Aminosäuren gebildet wird (also ein Protein). Damit es im Körper ausreichend gebildet wird, muss der Ernährungszustand des Säugetieres (Menschen) gut sein. Das Sozialverhalten und auch die Fortpflanzung sind erst möglich, wenn genug Nahrung vorhanden ist, sodass der egoistische Selbsterhaltungstrieb nicht dominiert. Auch bei Pflanzenfressern wie den Elefanten , muss gutes qualitativ hochwertiges Futter in ausreichender Menge vorhanden sein, damit ausreichend Oxytocin gebildet werden kann.

Die Oxytocinwirkung (vereinfachte Erklärung)

Oxytocin kann in verschiedensten Organen auf ganz unterschiedliche Weise wirken. Durch einen Reiz (z.B. auf den Uterus (Wehen), Berührung, Geruch, Anblick eines Herdenmitglieds beim Elefanten), bildet sich im entsprechenden Organ ein Oxytocinrezeptor.

Aus dem Gehirn wird dann Oxytocin ausgeschüttet und über das Blut in das entsprechende Organ transportiert. Dort verbindte sich das Oxytocin mit dem Rezotor. (Oxytocin- Rezeptor -Komplex).

Der Oxytocin - Rezptorkomplex bewirkt Physiologische Vorgänge, die dann das entsprechende Verhalten wie den Milchfluss, die Wehen oder auch das Beschützen  des Jungtieres auslösen. Ist kein Reiz mehr vorhanden, löst sich der Oxytocin-Rezptor - Komplex wieder auf. (Dann werden auch keine neuen Rezeptoren mehr gebildet und vom Gehirn wird kein Oxytocin mehr ausgeschüttet. )


Oxytocin im Sozialverhalten weiblicher ElefantenBearbeiten

Oxytocin ist für die weiblichen Elefanten ganz besonders wichtig, da sie die Jungen bekommen, aufziehen und in einer Weibchenfamilie leben.

Oxytocin ist besonders wichtig für das weibliche Geschlecht. Wehentätigkeit und Milchproduktion werden durch das Oxytocin gesteuert. Bei der Milchproduktion z.B. auch durch die Saugreflexe des Jungtieres , wodurch mehr Milch produziert wird. Die Wahrnehmung des Jungtieres nach der Geburt erfolgt mit allen Sinnen. Oxytocinrezeptoren in allen Sinnesorganen bewirken die Annahme und schließlich auch die Aufzucht des Jungtieres.

Durch das Oxytocin, das in der Mutterschaft ausgeschüttet wird, entsteht auch das Verteidigungsverhalten , das das Jungtier schützen soll. Dieses Verteidigiungsverhalten erstreckt sich aber auch weiter auf Mitglieder der eigenen Weibchenfamilie. In der Humanpsychologie nennt man dieses Phänomen  : "In-group-favoritism". Es bedeutet, dass Menschen Gruppen, denen sie zugehören gegenüber eine gewisse Solidarität entwickeln, die oft sehr groß sein kann, je nachdem wie wichtig die jeweilige Gruppe ist.

Damit die eigene Gruppe sehr beschützt wird, kommt es durch das Oxytocin auch zu einer "Hemmung des Kritikzentrums" im Gehirn , wie es in der Humanpsychologie bezeichnet wird. Bei den Elefanten bedeutet das, dass die Tiere dazu neigen, sich sehr mit den Gruppenmitgliedern zu synchronisieren. Dadurch werden die jüngeren Tiere in schwierigen Zeiten von den älteren, erfahreneren Tieren zu entsprechenden Nahrungs-oder Wasserstellen geführt, wodurch sie bessere Überlebenschancen haben. Das zu machen, was auch die nahestehenden Gruppenmitglieder machen, hilft im Überlebenskampf. Zur Hemmung des Kritikzentrums kommt es durch Oxytocin auch bei der Elefantenmutter, damit sie ihr Jungtier gut annimmt.

Männliche Elefanten sind, wenn sie als erwachsen gewordene Tiere die Mutterfamilie verlassen, viel weniger dem Oxytocineinfluss ausgesetzt als die Weibchen . Allerdings suchen sie den Kontakt zu Artgenossen bei der Paarung, (Wodurch sie auch Oxytocinausschüttungen haben). Ihr Sozialverhalten ist aber viel opportunistischer.

Oxytocin und das Paarungsverhalten der ElefantenBearbeiten

Männliche Elefanten bewirken durch das Berühren des Weibchens bei diesem eine Oxytocinausschüttung. Der schwere Rüssel, der auf das Weibchen gelegt wird, bewirkt, dass dieses schließlich stehen bleibt und sich nicht durch Weglaufen der Paarung entzieht. Es ist in vielen Videos und Fotos beobachtbar und somit auch dokumentiert, wie die Elefantenmännchen die Weibchen berühren und so ihr Ziel, die Paarung , erreichen. Dem Weibchen ist die Oxytocinausschüttung angenehm und es akzeptiert deshalb die Paarung. Im Freiland könnte das Weibchen immer weglaufen, da der Bulle es bei der Paarung auch gar nicht festhalten könnte.

Normalerweise erlernen die Männchen diese Verhaltensweisen durch Beobachtung auch von anderen Männchen. Aber es gibt immer auch Ausnahmen von dieser Regel. Auch die Weibchen erlernen mit zunehmendem Alter, dass die Paarungen eine angenehme Oxytocinausschüttung bewirken und dass sie sich keineswegs durch Flucht den Paarungen entziehen müssen, wie es junge Weibchen oft aus Unerfahrenheit heraus machen.

Oxytocin und LichtBearbeiten

Wenn man annimmt, dass Oxytocin in peripheren Körperteilen wie  der Haut durch Lichteinwirkung gespalten wird (durch Reduktion der Disulfidbindung, die das Fortpflanzungshormon stabilisiert), können Peptidasen das Peptidhormon abbauen, wodurch es dazu kommen kann, dass es aus anderen Körperteilen abgezogen wird und es in den inneren Körperteilen, z.B. den Geschlechtsorganen, fehlt.

Es gibt deshalb die Hypothese, dass das Fortpflanzungsgeschehen auch bei Tieren wie den Elefanten besser abläuft, wenn sie während Einnistung der befruchteten Eizelle , der Paarung und während der Wehentätigkeit tagsüber schattige Bereiche aufsuchen, um sich gerade während dieser Zeit vor dem Oxytocinabbau durch Licht zu schützen.

Ökologisch kann es sinnvoll sein, dass die Elefantenkühe bei sehr abgefressenen Vegetationsverhältnissen schwerer trächtig werden, wenn ihnen keine Bäume mehr Schatten spenden. Afrikanische Elefantinnen suchen nach der Paarung sehr oft schattige Wälder auf, ehe sie ihre Familie, von der sie oft weggetrieben wurden, suchen und sich mit dieser wiedervereinen.

Schatten bzw. Dukelheit ist möglicherweise für eine optimale Oxytocinwirkung  in bestimmten Lebensphasen erforderlich.


Elefantenhaltungen - Oxytocin oft ein ProblemBearbeiten

In Zoohaltungen gibt es oft durch das Oxytocin große Probleme in Elefantenhaltungen . Das Spektrum der Probleme , die so entstehen können, umfasst : Aggressionen gegn das Pflegepersonal oder die Artgenossen, Verweigerung der Paarung.  Verstoßen oder sogar Tötung der Neugeborenen .

Besseres Verständnis der Oxytocinwirkung  kann vielleicht helfen, die Elefantenhaltungsbedingungen dahingehend zu verbessern, dass weniger Oxytocin-bedingte Probleme auftreten.

Aggressionen durch oxytocinbedingtes VerteidigungsverhaltenBearbeiten

Das Bindungshormon Oxytocin bewirkt zwar freundliches Verhalten gegenüber Gruppenmitgliedern, kann aber ebenso Aggressionen gegen andere Elefanten oder auch gegen Menschen bewirken, wenn diese nicht als "zur Gruppe gehörend" wahrgenommen werden. Der Grund dafür ist, dass die Gruppe gegen von außen kommende Individuen verteidigt werden muss.

In Zoohaltungen kann man sich einige Modellfälle vorstellen, bei denen diese Gruppeneinheit, die friedliches Verhalten bewirken würde, nicht vorhanden ist. Folgende vier Fälle sind ganz typisch.

Ein erwachsener Bulle : Ein erwachsener Elefantenbulle lebt im Normalfall allein und sucht Sozialverhalten hauptsächlich bei der Paarung. Das übrige Sozialverhalten besteht vorwiegend daraus, andere Männchen zu vertreiben , einzuschüchtern  oder auch zu besiegen. Ein in der Natur so sozialopportunistisch lebendes Tier wird auch in einer Zoohaltung nicht leicht Bindungsverhalten gegnüber Artgenossen oder Menschen entwickeln. Im "Protected Contact" arbeiten die Elefantenpfleger mit so einem Bullen. Lässt er sich durch das Gitter berühren, sich medizinisch behandeln, oder Pflegeprozeduren (Fuss., Haut-, Stoßzahnpflege) über sich ergehen, erwartet er eine Belohnung, z.B. einen Leckerbissen. Direkten Kontakt mit ihm zu haben, ihn z.B. zu reiten , wird immer gefährlich sein, da er meist kein so ausgeprägtes Sozialverhalten entwickelt. (männliche Arbeitselefanten in Asien sind als ein Sonderfall zu betrachten ...........Zähmung ist aufwändig und auch zum Teil grausam)

Unterdrückung durch Menschen : Werden Elefanten, egal welchen Geschlechts vom Pflegepersonal sehr unterdrückt, betrachten sie diese Pfleger  nicht als Gruppenmitglieder und es ist sehr wahrscheinlich, dass sie eines Tages versuchen werden, aus so einer Unterdrückungssituation auszubrechen. Es kommt dann zu Aggressionen gegen die Pfleger .

Wechselndes Pflegepersonal : Werden die Elefantenpfleger immer wieder ausgetauscht, kann es sein, dass sie von den Elefanten nicht als Gruppenmitglieder wahrgenommen werden. Wenn keine Gruppenbindung zu den Pflegern besteht, werden sie unter Umständen zu Opfern von Aggressionen, auch wenn die Tiere an sich nicht übermäßig aggressiv sind. Als starke Tiere dulden Sie es einfach nicht, von irgendwelchen neu auftretenden Menschen dirigiert zu werden. Auch verteidigen sie oft ihre Jungen, wenn die Pfleger diese z.B. berühren oder pflegen wollen.

Einführung neuer Elefanten in die Gruppe : Werden neue Elefantenweibchen in eine bestehende Gruppe integriert, kommt es sehr oft zu Rivalitäten . Neue Weibchen sind Konkurrentinnen, die  in der Natur vertrieben werden würden. Oft gehen  solche Vergesellschaftungen eine Zeit lang gut. Irgendwann aber brechen doch sehr  oft Aggressionen durch, die dazu führen, dass weibliche Tiere verletzt werden und auch oft verenden.

Dass wirklich eine Bindung zwischen fremden Weibchen entsteht  kommt auch vor, ist aber nicht die Regel. (Oft ist es wahrscheinlicher , dass sie sich vertragen, wenn sie vom Alter her und auch von der "Persönlichkeitsstruktur"  nicht zu ähnlich sind und deshalb keine Konkurrentinnen sind. )


Paarungen - Artifizielle InseminationenBearbeiten

Damit es zu erfolgreichen Paarungen kommen kann, muss es der männliche Elefant erreichen, dass es zu einer Oxytocinausschüttung bei der Elefantenkuh kommt, wodurch sie seine Annäherung und schließlich die Paarung erlaubt und beides nicht durch Flucht oder Aggressionsverhalten gegen den Bullen unmöglich macht.

Mehrere Faktoren können in Zoohaltungen dazu führen, dass Oxytocinausschüttungen bei der Elefantenkuh bei der Zusammenführung mit dem Bullen nicht auftreten.

Unerfahrenheit der Elefantin (Angst vor dem Bullen) : das Elefantenweibchen ist ohne Kontakt zu Bullen aufgewachsen und hat generell zu viel Angst, die Annnäherung des Bullen zu erlauben. Entweder läuft es weg, oder, wenn das nicht möglich ist, ist es zu wenig entspannt, dass die Paarung möglich ist. Manche Elefantinnen sind in so einer Stress-Situation auch schon an Herzversagen gestorben.

Aggressivität der Elefantin (keine Sympathie) : Die Elefantin ist dominant, der Bulle gefällt ihr nicht. Wenn sie kann, jagt sie in weg, oder hält ihn sich zumindest auf Distanz.

Zu geringe Größe des Bullen (er wird nicht respektiert) : Der Bulle ist zu klein und wird von den Weibchen deshalb nicht respektiert. Wenn keine besondere Sympathie besteht, erlauben sie dann seine Annäherung einfach nicht oder noch nicht.

Unerfahrenheit des Bullen (Falsches Verhalten des Bullen) : Der Bulle weiss nicht, wie er die Kuh dazu bringt, stehenzubleiben. Er legt den Rüssel zu wenig auf sie,um durch den Druck die Oxytocinausschüttung auszulösen. Oft verhält er sich statt dessen zu dominant und jagt sie im Gehege umher. Dadurch entsteht keine Sympathie. Der Bulle ist generell an den Weibchen zwar nicht uninteressiert, aber er hatte möglcherweise nicht die Gelegenheit , das Paarungsverhalten von anderen männlichen Elefanten zu beobachten. (nicht nur das Kopulationsverhalten, sonderen auch die Annäherung davor)

Mangelndes Interesse des Bullen an der Kuh (an Kühen überhaupt) : Aus verschiedenen Gründen kann so eine Situation vorliegen. Meistens ist es eine Kombination aus mangelnder Erfahrung mit Weibchen und schlechten Erfahrungen mit dominanten Weibchen. Dadurch kommt es zu einer Konditionierung, die dazu führt, dass überhaupt kein Interesse mehr an Paarungen besteht.

Sehr große Vertautheit : Lebt der Bulle auch außerhalb der Paarungszeit sehr eng mit den Kühen zusammen, wodurch es ständig zu viel Körperkontakt kommt, ist die Berührung durch den Bullen in der Paarungszeit vermutlich weniger wirksam. Es gibt auch viele Fälle wo trotz Sympathie und Harmonie Paarungen und Nachwuchs ausbleiben

Angst des Bullen vor der Kuh : Hat der Bulle Angst vor dominanten Weibchen, wird er natürlich eine Annäherung vermeiden. Auch wenn er körperlich stärker als die Elefantin ist, kann diese Angst oft bestehen bleiben und dazu führen , dass Paarungen unterbleiben.


ARTIFIZIELLE INSEMINATIONEN : Wenn das Sperma des Bullen vorhanden ist ( z.B. nach der Betäubung eines frei in Afrika lebenden Elefanten oder auch eines in Zoohaltungen lebenden Tieres) scheitern künstliche Befruchtungen oft daran, dass die Weibchen zu ungefügig sind, sich das Sperma auch einführen zu lassen. Druck auf den Rücken (dem Rüssel des männlichen Elefanten entsprechend) und andere Streicheleinheiten können so eine Elefantin möglicherweise ruhiger machen und die Befruchtung auch bei der künstlichen Befruchtung durch eine körpereigene Oxytocinausschüttung erleichtern.

Annahme der JungtiereBearbeiten

Wenn weibliche Elefanten Jungtiere bekommen regelt das Oxytocin, dass diese normalerweise angenommen und von der Mutter versorgt werden. In Zoohaltungen aber kommt es immer wieder vor, dass die Annahme der Jungtiere bei den Elefanten ein Problem ist. Der Grund dafür ist wahrscheinlich mangelnde Erfahrung mit Jungtieren.

Da  Oxytocin auch Verteidigungsverhalten gegen gruppenfremde Tiere (sowohl Artgenossen als auch andere Lebewesen) bewirkt, kann das neu in die Gruppe gekommene Tier als Feind wahrgenommen werden, der von "außen" in die Gruppe gekommen ist. Diese Hypothese lässt sich als Konfliktverhalten erklären, das dadurch zustande kommt, dass ein Konflikt zwischen "Jungtierannahme" und "Verteidigungsverhalten"  auftritt. Beides wird durch Oxytocin ausgelöst und vermutlich haben die Elefantenmütter nicht rechtzeitig gelernt, mit so einer Konfliktsituation umzugehen.

Es ist bekannt, dass Menschen verschiedene Dinge in bestimmten Altersphasen besser erlernen können als in anderen (späteren ) Lebensphasen. So ist bekannt, dass Kinder eine fremde Sprache viel leichter erlernen als Erwachsene  oder gar alte Menschen. Elefantenweibchen erlernen den Umgang mit Jungtieren normalerweise in einem Ater in welchem sie selbst noch gar kein Verteidigungsverhalten entwickelt haben, da sie selbst noch  ( im Alter von drei bis acht  Jahren, wenn sie normalerweise lernen , junge Kälber zu versorgen) von älteren Herdenmitgliedern verteidigt werden.

Sind Zooelefantinnen bei einer Erstgeburt schon älter , vielleicht schon 20 Jahre alt, was ja immer wieder vorkommt, haben sie schon selbst Verteidigungsverhalten entwickelt, wodurch es bei mangelnder Erfahrung mit Jungtieren möglicherweise zu einer Konfliktsituation kommen kann. Wahrscheinlich ist es so, dass das Verteidigungsverhalten ein stärkerer Impuls ist, als das sanfte Verhalten, sich dem hilflosen Jungtier zuzuwenden. Die Lernerfahrung, ein Jungtier anzunehmen scheint im höheren Alter jedenfalls viel schwieriger gemacht zu werden als bei jungen Weibchen.

Konfliktverhalten bewirkt oft , dass keine der beiden Handlungen zwischen denen der Konflikt besteht ausgeführt wird. Eine völlig andere Handlung wird bisweilen überraschend ausgeführt. Man spricht in der Verhaltensforschung von   einer  Übersprungshandlung. Elefantenweibchen laufen z.B. in der Freianlage vom Jungtier weg. Sind sie in eine Box gesperrt, wodurch z.B. ein Weglaufen unmöglich ist, wird möglicherweise das Jungtier getötet, da der Impuls zu verteidigen überwiegt.

Oxytocin und Licht bzw. SchattenBearbeiten

Sehr wichtig scheint es zu sein, dass Elefantenanlagen  ausreichend Schattenplätze beinhalten, damit die Tiere auch trächtig werden können. Vielleicht ist das der Grund, dass Trächtigkeiten in manchen Zoos nur sporadisch auftreten , in anderen mit  vorhandenen Schattenspendern dagegen regelmäßig. Auch der Zugang zum wenig beleuchteten Innengehege sollte während der Einnistungsphase also nach der Paarung  immer möglich sein. Oxytocinabbau durch Lichteinwirkung anzunehmen ist eine Hypothese, die Zoos experimentell überprüfen könnten, indem sie, sollten Trächtigkeiten nicht auftreten, mehr Schattenspender in den Anlagen bzw. mehr Zugang zu unbeleuchteten Bereichen ermöglichen.

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