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Erkenntnisse zu diesem Thema haben die Elefantenforscher Cynthia Moss ( bei den afrikanischen Elefanten ) und Fred Kurt ( bei den asiatischen Elefanten ) gesammelt und veröffentlicht.

Die LebenserwartungBearbeiten

Nur wenigen Elefanten ist es vergönnt, die optimale Lebenserwartung dieser Tiere, die bei ca. 65 Jahren liegt, zu erreichen.

Die ersten zehn Jahre in einem Elefantenleben sind die Jugendzeit. Die Sterblichkeit ist in den ersten Jahren dieser Phase natürlich besonders hoch . Schlecht veranlagte Jungtiere sterben oft und überhaupt sind Jungtiere auch am anfälligsten für die zahlreichen Erkrankungen, die Nahrungsmangel in der jugendlichen Wachstumsphase auslösen kann. Bei asiatischen Elefanten liegt die Neugeborenensterblichkeit laut Angaben von Fred Kurt bei 7% in einer Population, die unter sehr günstigen Bedingungen lebt. In anderen Populationen, die unter ungünstigeren Bedingungen leben, ist es so, dass die Neugeborenensterblichkeit ca. um die 30 % liegt. In einem Nationalpark gab es sogar eine extrem hohe Neugeborenensterblichkeit von 47 %. Ähnliche Zahlen hat Cynthia Moss für die Überlebensrate von Neugeborenen bei den afrikanischen Elefanten der Amboselipopulation ermittelt. Allerdings beziehen sich ihre Angaben auf das Überleben des ersten Lebensjahres. Demnach haben in einem besonders günstigen und futterreichen Jahr nur sechs Prozent der Jungtiere das erste Lebensjahr nicht überlebt. Von den im schweren Dürrejahr 1976 geborenen Kälbern haben 52 % das erste Lebensjahr nicht überlebt. Cynthia Moss hat auf Grund des langen Beobachtungszeitraums ihrer Langzeitstudie auch beobachtet, dass die überlebenden Jungtiere des Dürrejahres 1976 insgesamt auch eine viel schlechtere Überlebensrate in den späteren Lebensjahren hatten. Daraus kann man schließen, dass die optimale Ernährung der Jungtiere im ersten Lebensjahr die Gesundheit und auch Widerstanskraft gegen verschiedene Krankheiten maßgeblich beeinflusst. Jungtiere, die im ersten Lebensjahr nicht ausreichend ernährt wurden, hatten auch im späteren Leben eine viel höhere Sterblichkeitsrate als Jungtiere, die in einem Jahr mit ausreichender Ernährung heranwuchsen.

In den reproduktiven Lebensjahrzehnten der Elefanten, die bei Weibchen vor allem zwischen dem zehnten und fünfzigsten Lebensjahr liegen, tritt der Tod, wenn er eintritt meistens durch äußere Umwelteinflüsse, die oft auch ganz zufällig sind, ein. Ein Tier kann z.B. erschossen werden, bei einer Geburt, durch einen Schlangenbiss oder durch eine Vergiftung ums Leben kommen. Herz-Kreislauferkrankungen, Abszesse an Stoß-oder Backenzähnen oder auch Eiterherde, die nach Verletzuingen unter der Hautoberfläche entstehen, können zum vorzeitigen Tod der Tiere führen. Statistsch ist es so, dass rund die Hälfte der weiblichen Elefanten, die geboren werden das fortpflanzungsfähige Alter erreichen. Dass junge heranwachsende Männchen eine noch viel geringere Überlebensrate haben als die Weibchen, liegt vermutlich daran, dass sie weniger vorsichtig sind und leichter verunfallen oder aber Menschen zum Opfer fallen. Man kann sagen, dass Elefanten, die im Alter von ca. 10 Jahren die fortpflanzungsfähige (reproduktive) Altersklasse erreicht haben, durchschnittlich ein Alter von 30 Jahren erreichen. Dieser Aspekt ist vor allem in Hinblick auf die Populationsdynamik und die weiblichen Tiere interessant, die genügend Nachkommen produzieren müssen, um das Überleben der Art zu sichern.

Im Alter von über 50 Jahren sind Elefanten als alt zu bezeichnen. Ihre Zähne sind immer mehr abgenützt. Oft führt mangelnde Ernährung dadurch zu Schwächung und Tod der Tiere, besonders wenn Umweltfaktoren wie eine starke Trockenheit zusätzlich zu einer allgemeinen, altersbedingten Schwächung zu ertragen sind. Mitunter erreichen einzelne Tiere doch ein hohes Alter, wenn sie sich z.B. in Sumpfgebieten von ausreichend weichen Wasserpflanzen ernähren können, wodurch die Abnützung der Backenzähne nicht so stark ins Gewicht fällt und sich das Ableben verzögern kann.Generell muss man sagen, dass Elefanten, die den sechzigsten Geburtstag überleben, eher selten sind. Statistisch gesehen sind sehr betagte Elefanten in Lebenserwartungsstatistiken deshalb eher eine Ausnahme.

Die FortpflanzungBearbeiten

Bei wildlebenden Elefanten ist es so, dass die männlichen und die weiblichen Elefanten eine unterschiedliche Strategie verfolgen, um eine möglichst große Anzahl von Jungtieren zu hinterlassen, bevor ihre Fortpflanzungszeit durch Alter oder Tod zu Ende geht. Während die Weibchen in ihrer reproduktiven Lebensphase, die bis zu vier Jahrzehnte umfassen kann, ein Jungtier nach dem anderen intensiv betreuen und versorgen, zeugen Männchen, sofern sich Gelegenheiten bieten, soviele Jungtiere wie nur möglich, ohne sich um die erfolgreiche Aufzucht kümmern zu müssen. . Auch unter günstigsten Bedingungen kann ein Elefantenweibchen kaum mehr als zehn Jungtiere in dieser Zeit aufziehen. Meistens sind es auch gar nicht so viele, da viele Weibchen vor dem fünfzigsten Lebensjahr sterben und auch die Sterblichkeit der Jungtiere oft genug sehr hoch ist. Bei den Männchen ist es so, dass in freier Wildbahn selten in jungen Lebensjahren eines Bullen schon erfolgreiche Zeugungen möglich sind, da er von älteren und stärkeren Bullen vertrieben wird, sobald er sich einem paarungsbereiten Weibchen nähert. Da die Sterblichkeit bei männlichen Elefanten sehr hoch ist, sterben viele, ohne sich je fortgepflanzt zu haben. Erst mit über 30 oder 35 Jahren ist ein Elefantenbulle so stark, dass er Chancen hat, erfolgreiche Zeugungen zu erreichen. Oft ist es so, dass wenige Bullen im Alter von über 40 Jahren fast alle Jungtiere der Population zeugen. Jüngere haben oft nur dann eine Zeugungschance, wenn sie schnell genug sind und es schaffen, während kein anderer älterer in der Nähe ist und sie vertreibt. So kommt es, dass viele männliche Tiere, die jünger sterben, ohne Nachkommen verbleiben, während einige wenige, die älter werden, sehr viele Nachkommen zeugen, wenn ihre Zeit gekommen ist. Durch die Musthzustände wechseln sich ältere Bullen bei ihrer Zeugungsaktivität innerhalb der Population ab, weil sich durch die Musth ihr Dominanzstatus verändert. (Werden alle älteren Bullen in Gebieten, in denen viel gewildert wird, niedergeschlachtet, kommt es auch dazu, dass jüngere Männchen Jungtiere zeugen. Allerdings ist es dann oft so, dass ältere dominantere Matriarchinnen es verweigern, sich mit einem jüngeren Bullen zu verpaaren. Dadurch pflanzen sich in solchen durch Wilderei geschädigten Populationen generell nur die jüngeren Tiere fort.)

Männliche und weibliche Elefanten werden generell meist im zweiten Lebensjahrzehnt geschlechtsreif. Asiatische Tiere früher als afrikanische, gut genährte oft viel früher als mangelhaft ernährte oder Tiere, die wie z.B. die Wüstenelefanten der Namib-Wüste unter sehr harten Lebensbedingungen leben müssen. Man kann sagen, dass Elefantinnen meist alle vier Jahre ein Jungtier werfen, wenn es überlebt. Nach einer Totgeburt werden sie oft sehr schnell wieder gedeckt, sodass die sehr lange (22 Monate) dauernde Trächtigkeit so schnell wie möglich wieder eintritt und nicht zuviel Zeit verloren wird. Das ist biologisch gesehen auch dadurch sehr sinnvoll, da ein Weibchen nach einer Totgeburt nicht säugen muss, dadurch Energie spart, die es auch deshalb gleich in eine neue Trächtigkeit investiert, da diese in der ersten Zeit nicht so belastend ist, sofern genug Futter vorhanden ist. Unter guten Nahrungsbedingungen können die Trächtigkeiten aber auch schneller aufeinanderfolgen, was man auch in manchen Zoos, in denen sehr gut gefüttert wird, beobachten kann. Bei dichter Population oder schlechter Ernährung sind die Intervalle viel größer. Die weiblichen Tier brauchen dann oft mehr Zeit , um sich nach einer Trächtigkeit und einer zweijährigen Säugeperiode wieder zu erholen. Bei großer Populationsdichte kann auch der Stress durch rivalisierende Artgenossinnen so groß werden, dass weniger Schwangerschaften eintreten, obwohl man sagen muss, dass das eher eine Erscheinung in Zoohaltungen oder bei einzelgängerischen Weibchen, z.B. Waisen , oder Tieren in sehr harten Biotopen ist, da sich verwandte Elefentinnen oft eher gegenseitig unterstützen und der die Fortpflanzung erschwerende Faktor oft eher der Nahrungs-oder Wassermangel ist.

Weibliche afrikanische Elefantinnen werden meistens mit etwa elf Jahren erstmals gedeckt, sodass ihr erstes Jungtier geboren wird, wenn sie etwa dreizehn Jahre alt sind. Immer wieder kommt es allerdings auch vor, dass gutgenährte junge Weibchen ihr erstes Jungtier schon mit elf Jahren zur Welt bringen, oder aber, dass sich bei hungernden Weibchen der Eintritt der Geschlechtsreife bis ins achtzehnte Lebensjahr verschieben kann. Erstgeburten erst im dritten Lebensjahrzehnt kommen wohl auch in der Wildnis vor, sicher ist das aber eher selten der Fall.

Asiatische Elefantinnen werfen ihr erstes Jungtier meist mit zehn oder elf Jahren. Sind sie gut genährt und nicht Stresssituationen ausgesetzt, kann es oft auch sein, dass sehr frühe Trächtigkeiten auftreten, die dank der günstigen Bedingungen unter denen sie zustande kommen, oft auch zu Lebendgeburten führen.

Einflüsse auf die PopulationsdynamikBearbeiten

Die Elefantenpopulationen sind, wenn man sie hinsichtlich ihrer Zu-und Abnahme betrachtet, die sich vor allem durch Geburten und Todesfälle ergeben, hauptsächlich vom jeweils unterschiedlichen Nahrungsangebot abhängig. Die Maxima und Minima der Individuenanzahl-Kurve (bzw. Populationsgröße-Kurve) schwanken unter natürlichen Bedingungen um einen ungefähr gleichbleibenden Mittelwert. Eskalationen, die darain bestehen, dass es nach einer zuerst ungebremst erfolgenden Vermehrung schließlich zu einem Massensterben kommt, vermeiden unter natürlichen Bedingungen Regulationsmechanismen. Sind diese Mechanismen nicht wirksam, was oft aus verschiedenen Gründen auch der Fall ist, sind die Maxima und Minima der Individuenanzahl-Kurven mehr vom Mittelwert abweichend. Manchmal verändern sich die Umweltbedingungen auch. Mitunter kommt es auch dazu, dass die Population zusammenbricht.

Generell kann man sagen, dass es positive Korrelationen zwischen Populationszunahmen und reichlichem Nahrungsangebot und auch zwischen Populationsabnahmen und mangelndem Nahrungsangebot gibt. Statistisch gesehen kann man auch sagen, dass die Variable der Populationszu-und -abnahme von der Variable des Nahrungsangebots abhängt. Das Nahrungsangebot aber ist auch keine unabhängige Variable, sondern es variiert auch deshalb, weil es seinerseits wieder von verschiedenen anderen Variablen abhängt. Diese sind neben Niederschlägen und Dürren , das Nahrungsangebot (Nährwert) der Vegetation, die Wanderungen, die die Elefanten unternehmen, um schlechten Bedingungen auszuweichen und auch die Unterschiedlichkeit der Nahrungsressourcen bzw. die unterschiedliche Verfügbarkeit derselben. Im folgenden werden diese Faktoren noch genauer betrachtet, um zu zeigen in welcher Weise sie als Regulationsmechanismen wirken, die die Populationsgröße bzw. ihre Zu.- und Abnahmen dahingehend steuern, dass es zu wenigen Eskalationen mit Massensterben der Tiere kommt.

Wasserangebot durch Niederschläge und Dürren : Häufig ist es so, dass Niederschläge und Dürren in periodischen Zyklen auftreten. Je nachdem wie stark die Abweichungen vom durchschnittlichen Geschehen diese Witterungsverhältnisse jeweils sind, ist der Einfluss auf die Elefantenpopulation unterschiedlich. Da den Niederschlägen meist sehr kurzfristig Verbesserungen der Lebenssituation der Elefanten folgen, sinkt die Sterblichkeit und es kommt zu mehr Zeugungen . In Dürrezeiten gibt es durch Nahrungsmangel mehr Todesfälle, dass auch weniger erfolgreiche Paarungen mit Schwangerschaften als Folge auftreten, wirkt sich meistens erst ca. zwei Jahre später aus, obwohl dann die Niederschläge vielleicht besonders gut sind und die Überlebenschancen für Neugeborene sehr gut wären. Diese lange Trächtigkeitsdauer muss man bei statistischen Populationsberechnungen immer beachten. Oft ist es auch so, dass in einer Trockenheit besonders viele Geburten auftreten, weil ca. zwei Jahre vorher vielleicht eine besonders gute Ernährungssituation herrschte. Man kann also sagen, dass Niederschläge und Populationswachstum stark positiv korrellieren, sofern man bei Berechnungen die lange Trächtigkeitsdauer berücksichtigt.

Nahrungsangebot durch die Vegetation : Das Nahrungsangebot in einem Elefantenlebensraum ist eine abhängige Variable, die sich aus der Menge der Niederschläge und aus der Anzahl der vorhandenen Elefanten ergibt, die dieses Nahrungsangebot ständig durch Fressen beeinflussen. Starkes Beweiden der Vegatation kann ihre Weiterentwicklung auch sehr beeinflussen. Generell kann man sagen, dass das Nahrungsangebot, wenn es hoch ist, erfolgreiche Paarungen bewirken kann und sich die Sterblichkeit von schwachen Elefanten verringert. Man kannn also sagen, dass Nahrungsangebot und Populationswachstum auch stark positiv korrellieren.

Wanderungen der Elefanten : Elefanten können durch ihre Wanderungen besonders günstige Weidegründe aufsuchen. Durch das Abwandern kann sich die Vegetation erholen. Wanderungen sind statistisch gesehen eine Variable, die von Mangelsituationen oder aber von der Möglichkeit eine Verbesserung (Optimierung) zu erreichen abhängen. Eine weitere Variable, von der Wanderungen abhängen, ist der verfügbare Raum. Von der Möglichkeit zu wandern hängt die Sterblichkeit ab, weil Tiere durch das Abwandern in günstigere Gebiete überleben können. Außerdem ermöglicht das Wandern, dass sich die Vegetatin regeneriert. Wenn sich die Vegetation nicht mehr regenerieren kann, kann das zum Zusammenbrechen der Population führen. So gesehen sind statistisch betrachtet die Elefantenwanderungen eine Variable, die nicht nur das Sterben der Einzeltiere verhindern kann, sofern die Wanderungen möglich sind, sondern auch eine Variable, die das Zusammenbrechen der ganzen Elefantenpopulation oder aber das Überleben derselben beeinflussen kann.

Wanderungen in Regenzeiten führen dazu, dass z.B. Gras in Gebieten gefressen wird, die in Trockenzeiten sehr verdorrt sind. Während diese durch die Regenfälle kurzzeitig begrünten Weideflächen von den Elefanten genutzt werden, kann sich die Strauch -und Baum - Vegetation im sonst hauptsächlich genutzten Lebensraum regenerieren und dadurch später wieder besser und ergiebiger beweidet werden.

Wanderungen in Trockenzeiten finden statt, wenn der Hauptlebensraum zu wenig Futter liefert. Die Tiere verteilen sich besser im zur Verfügung stehenden Raum und sind gezwungen, Ressourcen zu nutzen, die karger sind und die weniger Energie liefern. Sie dienen nicht wie die Wanderungen in Regenzeiten der Ernährungsoptimierung, sondern sie sind eine Strategie, die das Überleben der Tiere sichern kann, bis sich nach absehbarer Zeit durch andere Witterungsverhältnisse die Ernährungssituation wieder verbessert hat.

Variabilität von Nahrungsangebot-und-nutzung : Elefanten sind Tiere, die sehr viel Nahrung aufnehmen. Einige Bestandteile, wie z.B. Gerbstoffe oder Harze bekommen sie nur aus Baumrinden. Ein bestimmter Anteil der natürlichen Nahrung besteht deshalb immer auch aus Rinden und anderen Holzteilen. Die Substanzen dieser Pflanzenteile brauchen die Elefanten, obwohl diese harten Rinden oder harzhältigen Holzteile schlechter verdaulich sind. Der Grund , dass Elefanten sehr große Mengen an Nahrung aufnehmen, ist nicht nur die Größe der Tiere, sondern auch der Umstand, dass ein hoher Prozentanteil der Nahrung gar nicht verdaut wird (wie z.B. viele Rinden -und Holzbestandteile). Ernährungsphysiologisch gesehen ist es so, dass es für das Tier besser ist, wenn es besser verwertbare Nahrung aufnimmt als größere Mengen schlechter verwertbare Nahrung. Der Holzbestandteil der Nahrung hat deshalb unter natürlichen Bedingungen nur einen bestimmten Stellenwert, der nur unter ungünstigen Bedingungen überschritten wird. Man muss bedenken, dass ein Elefant, der sehr viel harte Rinde und Holzäste zerkauen muss, seine Zähne viel mehr verwendet und dadurch abnutzt als ein Tier, das ausreichend Gras verzehren kann. Elefanten, deren Zähne vorzeitiug abgenutzt sind, sterben verfrüht, weil sie dann oft gar nicht mehr fressen können und sich ihr Allgemeinzustand immer mehr verschlechtert, wodurch auch die Gesundheit schlechter wird.

Variabilität von Nahrungsangebot und Nahrungsnutzung führt oft zu Wanderungen, die unternommen werden, um bessere Weidegründe aufzusuchen, wie oben dargestellt, um eine Ernährungsoptimierung oder aber eine Rettung vor dem Hungertod zu erreichen. Dadurch, dass generell schlechtere Ressourcen gemieden werden, kann man sie in Notzeiten nutzen, in denen sie dann das Überleben vieler Tiere sichern können. Oft sind schlechtere Nahrungsressourcen nicht ausreichend, um eine erfolgreiche Fortpflanzung zu ermöglichen. Das ist aber in Notzeiten auch gar nicht nötig, Elefanten können sie später , wenn wieder ausreichend Futter vorhanden ist, nachholen.

Man kann sagen, dass das Ausweichen auf schlechter verwertbare Nahrungsressourcen positiv mit Nahrungsmangel korreliert.

Statistisch betrachtet ist die Nutzung schlechter verwertbarer Nahrungsressourcen durch Elefanten eine abhängige Variable, die von der Vegetation, von Wanderungen und von Dürrezeiten abhängt und einen positiven Einfluss auf die Überlebensrate der Tiere hat.

Einflüsse durch den MenschenBearbeiten

Der Einfluss des Menschen auf Populationen größerer Säugetiere ist oft ganz verheerend. Dies ist auch bei den Elefanten so.

Auswirkungen der Jagd und Wilderei auf die Populationsstatistik der ElefantenBearbeiten

  • In den letzten hundert Jahren hat sich die Gesamtzahl der afrikaniischen Elefanten jedenfalls durch die Bejagung sehr verringert. In vielen Gebieten wurden die Bestände ganz ausgerottet. In anderen Gebieten kam es zu sehr dramatischen Bestandsrückgängen , die sich immer wieder, wenn die Jagd auf Grund mangelnder Rentabilität zum Erliegen kam, regeneriert haben

Die Maxima und Minima der Geburten-und Sterbekurve (Populationsdynamik-Kurve) fallen durch Wilderei extremer aus, wenn sich die Population sehr verringert und danach wieder regeneriert.

Die Gesamtanzahl sowohl der asiatischen als auch der afrikanischen Elefanten verringert sich dadurch immer mehr, weil in vielen Gebieten die Populationen verlöschen.

  • Es gibt in Elefantenpopulationen eine positive Korrelation zwischen der Neugeborenensterblichkeit und einem geringeren Prozentanteil erwachsener Bullen. ( Bzw. eine negative Korrelation zwischen der Neugeborenensterblichkeit und dem Prozentanteil erwachsener Bullen in der Population).

Erklärung : Gibt es Wilderei, werden erwachsene Bullen als erste abgeschlachtet. Die Neugeborenensterblichkeit ist unter solchen Bedingungen auch deshalb größer, weil die Herden durch die Wilderei mehr gestresst sind und weil oft die großen Musthbullen fehlen, die die übrigen Bullen aus der Umgebung der Weibchenherden vertreiben, wodurch die Weibchenherden dem Stress durch jüngere Bullen und der Nahrungskonkurrenz, die von diesen ausgeht, ausgesetzt sind.

  • Bei den afrikanischen Elefanten ist es so, dass die Wilderei, die in den letzten Jahren, vor allem durch die nach wie vor sehr große Nachfrage nach Elfenbein im asiatischen Raum (China), wieder sehr zugenommen hat, dafür verantwortlich ist, dass immer mehr , vor allem weibliche Tiere , stoßzahnlos geboren werden. Dadurch üben Menschen einen direkten Einfluss auf den Genpool der Tiere aus, weil Tiere mit sehr großen Stoßzähnen schon umgebracht werden, bevor sie sich fortpflanzen. Tiere ohne Stoßzähne überleben, da sie von Wildererbanden verschont werden und ihre angeborene Stoßzahnkosigkeit weitervererben. Der Mensch ist ein Selektionsfaktor, der Tiere , die mit einem Defizit geboren wurden, durch sein selektives Töten begünstigt.

Stoßzahnlose Elefanten können oft nicht so große Bäume zu Fall bringen wie Elefanten mit Stoßzähnen , daher stellt sich auch de Frage welche Wirkung eine stoßzahnlose Population afrikanischer Elefanten auf die Zerstörung eines Ökosystems haben würde.

Stoßzahnlosigkeit bei afrikanischen Elefanaten ist jedenfalls eine Eigenschaft , die immer mehr durch menschliche Jagd in den Populationen auftritt.

* Culling - Aktionen sollen eine zu starke Vermehrung der Elefanten in bestimmten abgeschlossenen Populationen afrikanischer Elefanten verhindern. Abgesehen davon , dass man solche Schlachtungen aus ethischen Gründen natürlich kritsch betrachten bzw. ablehnen muss ( Die Elefantenforscherin Cynthia Moss kritisiert sie auch deshalb, weil sie genozidartig ganze Elefentenfamilien auslöschen und weil durch die Infraschallkommunikation auch übrige Tiere der Population durch das Wahrnehmen der Tötungen traumatisiert werden.), stellt sich auch die Frage, ob sie überhaupt eine effiziente Methode sind, die Anzahl der Tiere in einem Gebiet zu verringern. Andere Elefantenfamilien, die von solchen Tötungsaktionen verschont bleiben, vermehren sich danach oft stärker, weil sich Geburtenintervalle verringern können und auch die Geschlechtsreife bei den weiblichen Tieren früher eintreten kann.

Statistische Auswirkungen auf die Elefantenpopulationen durch Zerstörung der LebensräumeBearbeiten

Menschliche Massenvermehrung im asiatischen Raum und am afrikanischen Kontinent. Durch die ständige Zunahme der Bevölkerungszahlen , sowohl in Afrika als auch in Asien, kommt es zu einer ständigen Expansion und Neuerschließung von Kulturlandschaften. Die große Kinderzahl der Menschen führt dazu, dass viele junge Menschen nicht das Land bewirtschaften, das ihren Eltern gehört hat, sondern, dass sie neues Land aufsuchen , um es zu bewirtschaften. Diese Vorgehensweise, die man ihnen auch zugestehen muss, da sie dadurch ihr Leben retten, zerstört natürliche Lebensräume. In Afrika und Asien gibt es (im Unterschied zur westlichen Welt) nur eine recht geringe Anzahl von Menschen, die zeitlebens auf die Fortpflanzung verzichten.

Die Folge der großen Bevölkerungszunahme ist es, dass sowohl in Afrika als auch in Asien sehr viele Reservate entstanden sind , in denen die Natur, die überall sonst zerstört wird, erhalten werden soll. Man möchte in diesen Reservaten Großtiere wie Großkatzen, Menschenaffen und auch Elefanten erhalten, um sie vor der Ausrottung zu bewahren. Vor allem im asiatischen Raum sind solche Reservate, die landwirtschaflich nicht genutzt werden, "grüne Lungen", die heute eine sehr wichtige Rolle bei der Erhaltung des Klimas und der Sauerstoffproduktion haben, wodurch letztlich auch das Überleben der Menschen gesichert wird.

Tatsache ist deshalb, dass das menschliche Bevölkerungswachstum in Ländern mit Elefanten-Lebensräumen immer als Faktor dafür gesehen werden muss, dass sich die Lebensbedingungen der Elefanten verschlechtern und sie immer mehr aus dieser Welt verdrängt werden, da sie ihre Lebensräume zunehmend verlieren.


Elefantenreservate und zunehmende Unmöglichkeit von Wanderungen der Tiere. Bei den meisten Großtieren, deren Überleben Reservate sichern sollen, besteht das Problem von zu geringer Möglichkeit durch Wanderungen den Gen-pool zu durchmischen. Es entstehen deshalb bei vielen Tierarten Populationen, die von anderen Populationen genetisch isoliert sind, wodurch sich allmählich möglicherweise lokale Rassen und auch Unterarten bilden können. Auch die Amboseli - Elefantenpopulation ist räumlich isoliert und es gibt kaum Gen-Austausch mit Tieren anderer Populationen. ( Bei einer so großen Population wie in Amboseli sicher kein Inzuchtproblem, aber durch die Populationsisolation kann es im Laufe der Zeit dazu kommen, dass sich die Amboseli-Elefanten allmählich von Tieren anderer Regionen unterscheiden. )

Die Unmöglichkeit zu wandern führt aber bei Elefanten zu ganz anderen Problemen, die mit der Größe der Tiere zu tun haben. In einem Reservat fühlen sich die Elefanten sicher . Wenn sie wissen, dass sie außerhalb des Reservates gejagt werden und sie auch erlebt haben, dass durch Schüsse Artgenossen getötet wurden, vermeiden sie es, die Reservate zu verlassen. Viele Elefanten sammeln sich deshalb in oft begrenzten Reservaten. Die Ernährungssituation der Tiere verschlechtert sich, was dazu führt, dass die Vegetation sehr beansprucht wird. Bei dem großen Nahrungsbedarf der Tiere wären Wanderungen unbedingt nötig, um der Vegetation genug Zeit zur Regeneration zu geben. Bei vielen anderen Tieren besteht dieses Problem nicht im gleichen Ausmaß wie bei den Elefanten.

Zur Unmöglichkeit zu wandern kann es also einerseits dadurch kommen, dass durch Kulturlandschaft (und andere Barrieren) , natürliche Lebensräume gar nicht mehr vorhanden sind, oder, dass andererseits durch Wilderei die Tiere nicht wagen, Wanderungen zu unternehmen. Durch diese beiden Faktoren kommt es zu einer Zunahme der Anzahl von Elefanten in bestimmten Gebieten, was zu einem Zusammenbruch von Elefanten - Ökosystemen führen kann.

Die Anzahl der Elefanten steigt in so einem Gebiet ( durch Vermehrung und Zuwanderung ) immer mehr an. Es kommt zu einem Maximum in der Populationsanzahl , wodurch immer mehr Schäden an der Vegetation entstehen, die sich schließlich nicht mehr regenerieren können. Es kommt ohne menschliches Eingreifen zu einem Zusammenbruch des Ökosystems mit Massensterben der Tiere und zu einem ganz extremen Minimum der Populationsanzahl. (In Gebieten wie dem Tsavo-Nationalpark in Afrika hat sich diese Tragödie bei einer sehr großen Anzahl von Elefanten ereignet. ) Die Regeneration des Ökosystems und der Elefantenbestände dauert oft sehr lange und das selbe Drama kann sich schließlich wiederholen, da das Ökösystem zu klein ist.

Man muss aber auch ganz explizit sagen, dass menschliches Eingreifen in zu große Populationszunahmen der Elefanten, z.B. durch Culling-abschüsse auch zum Tod der Tiere führt.

Zunahme traumatisierter Elefanten und von Mensch-Elefanten - KonfliktenBearbeiten

Da Elefanten durch die Infraschallkommunikation die Tötungen ihrer Artgenossen über weite Distanzen hin wahrnehmen können, lernen sie einerseits den Menschen als ihren Feind kennen , oder aber leben in ständiger Angst vor Hubschraubern und Lastkraftwagen , da von diesen Maschinen aus die Tötungen an ihren Artgenossen durchgeführt wurden. Zu Traumatisierungen von Elefantenpopulationen kommt es deshalb weil die Tiere den Menschen bzw. menschliche Maschinen als Feind wahrnehmen und auf diesen Feind aggressiv reagieren, weil die von Wilderei verschonten Jungtiere ohne Führung von Alttieren, die durch die Wilderei fehlen, planlos und ziellos umherwandern und auch weil die Tiere in ständiger Angst leben, da sie wissen, dass Tötungen und Verfolgungen immer wieder vorkommen.

Wenn die Tiere den Menschen als Feind kennengelernt haben, kommt es dazu, dass es zu einer statistisch eindeutig nachweisbaren Zunahme von Mensch-Elefanten-Konflikten kommt. Durch die Verkleinerung der natürlichen Lebensräume kommt es immer wieder dazu, dass Elefanten in Kulturlandschaften, wie Felder oder Dörfer eindringen und Menschen, die sie zu vertreiben versuchen auch angreifen. Umgekehrt sind auch immer mehr Menschen (durch die immer größer werdende Anzahl von Menschen und das Kleinerwerden der Elefantenlebensräume) in den Elefantenlebensräumen anzutreffen.

Unfälle zum Teil auch mit Todesfolge für Menschen und auch Elefanten sind dadurch immer mehr im Zunehmen , wie man auch Schlagzeilen über Mensch-Elefantenkonflikte entnehmen kann.

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