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Radza +
Zoo Emmen 103
Bedeutung -
Art Elephas maximus
Geschlecht Maskulin männlich
Mutter unbekannt
Vater unbekannt
Geburtsort Indien
Geburtsjahr 1967
Charakter ruhig
Nachkommen Zuze, Myo Set Kaung, Marlar, Unt Bwe+, Swe Zin, Ananda Yingthway, Yoe Ma, Ein She Min, Einga-Tha, Mong Tine, Shwe Myarr, Thura+, Thuya, Radza junior, Ravi; Enkel: Momo+, Ouji+, Yuki, Moma
EEP-Nummer 6801
Sterbeort Zoo Emmen, Niederlande
Todestag 01.10.2013

Der frühere Emmener Asiatische Elefantenbulle Radza ist um 1967 als Wildelefant in Indien geboren worden, seine Eltern sind daher nicht bekannt. Er wurde sehr jung eingefangen und kam schon 1968 von Mysore in den Stuttgarter Zoo, wo er bis 1972 lebte. Danach war er bis zum 20.04.1974 beim Circus Durov (nach anderen Angaben beim Moskauer Staatszirkus) in Russland. Anschließend lebte er im Zoo Riga.

Aufenthalt im Zoo RigaBearbeiten

Im Zoo Riga lebte seit 1968 eine Kuh namens Hanako San, die bis 1977 in Radzas Nachbarschaft wohnte, bevor sie starb. Neun Jahre lang stand Radza dann allein im Zoo Riga. Erst im September 1986 kam wieder eine Kuh (Sideivi) dorthin, mit der er ebenfalls nicht zusammenkam und die bereits im Dezember desselben Jahres starb. Erst mit Zita, die im August 1987 aus Moskau anreist, kam es zur Paarung, und 1990 wurde Zuze geboren. Ihre Mutter Zita starb aber schon drei Monate nach ihrer Geburt. So blieben Vater und Tochter allein zurück, bis Zuze nach Japan abgegeben wurde. Mit der Kuh Rupa, die bald nach Zuzes Weggang am 26.10.1996 nach Riga kam, verstand er sich gut, Deckversuche blieben aber erfolglos. Da die Elefantenhaltung in Riga 2003 aufgegeben wurde, hat der Zoo Riga beide verbliebenen Elefanten in niederländische Zoos abgegeben, Rupa reiste in den Burgers Zoo nach Arnhem zu zwei älteren Elefantendamen.

Aufenthalt im Zoo EmmenBearbeiten

Ab dem 03.10.2003 lebte Radza im Zoo von Emmen und hatte sich als Nachfolger des erfolgreichen Zuchtbullen Naing Thein, der inzwischen im Zoo Leipzig lebt, gut bewährt. In dessen Tradition steht auch die Nachwuchsbilanz mit überwiegend männlichen Kälbern in Emmen. Radza galt als größter Asiatischer Bulle Europas. Er soll 7,2 Tonnen auf die Waage gebracht haben. Er war 3,25 Meter hoch, und seine Stoßzähne hatten eine Länge von 2 Metern. Mit seinen gewaltigen Stoßzähnen zog er alle Blicke auf sich. Im Zoo Emmen lebte er friedlich mit den erwachsenen Kühen und ihren Jungtieren zusammen. Die Kälber jüngeren Alters waren alle seine eigenen, mit den älteren Töchtern seines Vorgängers Naing Thein, Mingalar Oo und Ma Ya Yee, hatte er selbst Nachwuchs. Den Bullenstall in Emmen konnte Radza nur erreichen, wenn er über Treppen in den Kellerbereich ging. Da aber Radza Treppensteigen nicht mochte, blieb er für einen Bullen ganz untypisch die ganze Zeit über bei den Kühen und den Kälbern.

NachwuchsBearbeiten

Radza hat sechzehnfachen Nachwuchs:

  1. Zuze, weiblich, geboren am 05.04.1990 im Zoo Riga (Lettland), heute im Zoo Kobe, Japan (Mutter: Zita). Sie hat dort vier Kälber geboren, von denen eines noch lebt. Vater dieser Enkel von Radza ist der in der Schweiz geborene Mac.
  2. Myo Set Kaung, männlich, geboren am 07.08.2005 im Zoo Emmen (Mutter: Mingalar Oo), reiste zusammen mit seinem Onkel Letsongmon am 30.08.2010 in den Zoo Płock (Polen), wo beide 5 Jahre lang bis zum November 2015 lebten. Danach wurden sie ´zusammen in den Attica Zoo nach Griechenland gebracht.
  3. Marlar, weiblich, geboren am 30.03.2006 im Zoo Köln, wo sie auch lebt (Mutter: Khaing Lwin Htoo+). Ihre Mutter starb wenige Monate nach ihrer Geburt, so dass sie teilweise mit der Hand gefüttert werden musste. Sie ist gut in die Kölner Elefantengruppe integriert und der erste in Köln geborene Elefant. Nach einer Pockeninfektion verlor sie ihren ersten Fötus, jetzt soll sie allerdings wieder tragend sein. Am 20.03.2017 brachte sie ein gesundes Bullkalb Moma zur Welt.
  4. Unt Bwe+, männlich, geboren am 23.05.2006 in Emmen (Mutter: Swe San Htay+). Er war nach der Abgabe von Myo Set Kaung das älteste Bullkalb in Emmen und hatte keinen gleichaltrigen Partner. Seine Mutter starb zudem im Februar 2010. Vom 08.05. bis 10.05.2011 war er unterwegs in den Park La Reserva in El Castillo de las Guardas bei Sevilla, wo bereits vier Jungbullen aus Emmen lebten, darunter auch Unt Bwes Halbbruder (mütterlicherseits) Maung Htoo. Unt Bwe lebte dort mit dem aus England stammenden Euan+ zusammen. Obwohl Unt Bwe+ zwei Jahre jünger ist als Euan+, ist er dennoch größer und mit seinen schönen, starken Stoßzähnen und den kleinen Ohren sah er seinem Vater am ähnlichsten.
  5. Swe Zin, weiblich, geboren am 08.08.2007 in Emmen (Mutter: Htoo Kin Aye+). Sie ist erst die vierte Elefantenkuh, die im Zoo Emmen zur Welt kam. Ihre Halbschwestern Mingalar Oo und Ma Ya Yee sowie deren Halbschwester Ma Palai (Töchter von Naing Thein) wurden bereits vor dem Jahr 2000 geboren. Sie ist die dritte und jüngste Tochter der verstorbenen Leitkuh Htoo Kin Aye+.
  6. Ananda Yingthway, männlich, geboren am 25.02.2008 in Emmen (Mutter: Htoo Yin Aye), war nach der Abgabe seiner Halbbrüder Myo Set Kaung und Unt Bwe das älteste Bullkalb in Emmen. Abreise nach Maubeuge im April 2014.
  7. Totgeburt, geboren und gestorben am 11.03.2008 in Emmen (Mutter: Swe San Htay+).
  8. Yoe Ma, männlich, geboren am 04.09.2008 in Emmen (Mutter: Mingalar Oo), lebt seit dem April 2014 zusammen mit Ananda im Zoo Maubeuge.
  9. Ein She Min, männlich, geboren am 23.05.2009 in Emmen (Mutter: Ma Ya Yee), lebt noch in Emmen. Er ist von den Söhnen Radzas der Kleinwüchsigste. Lebt seit 2015 zusammen mit Einga-Tha auf der Bullenanlage des Zoos und beide sollen im Zoo Plock die Nachfolge von Myo und Letso antreten.
  10. unbenanntes Bullkalb, das mit seiner Mutter Swe San Htay+ während der dramatischen Geburt am 17.02.2010 in der Nacht im Elefantenhaus starb, nachdem sie sich das Becken gebrochen und viel Blut verloren hatte.
  11. Einga-Tha, männlich, geboren am 09.03.2010 in Emmen (Mutter: Htoo Kin Aye+), lebt noch in Emmen. Verlor am 11.6.2012 seine Mutter und ist dennoch für sein Alter sehr groß gewachsen und hat seinen Bruder Ein She Min längst an Größe und Gewicht überholt. Lebt seit 2015 zusammen mit Ein She Min auf der Bullenanlage des Zoos und beide sollten im Zoo Plock die Nachfolge von Myo und Letso antreten, sind aber im Wildlands Adventure Zoo in Emmen abwechselnd mit der Familie zusammen mit Mekong dem neuen Zuchtbullen vergesellschaftet.
  12. Mong Tine, männlich, geboren am 06.02.2011 in Emmen (Mutter: Htoo Yin Aye), lebte seit Dezember 2013 mit Mutter und Halbschwester Ma Palai im Dierenrijk in Mierlo und reiste mit seinem Halbbruder Shwe Myarr im Mai 2016 in den polnischen Zoo Płock.
  13. Shwe Myarr, männlich, geboren am 08.08.2011 in Emmen (Mutter: Mingalar Oo), lebte bis Mai 2016 in Emmen und reiste mit seinem Halbbruder Mong Tine in den polnischen Zoo Płock.
  14. Thura+, männlich, geboren am 22.05.2012 in Emmen (Mutter: Htoo Kin Aye+), wurde nach dem Tod seiner Mutter am 11.06.2012 eingeschläfert.
  15. Thuya, männlich, geboren am 15.07.2013 in Emmen (Mutter: Htoo Yin Aye), lebt seit Dezember 2013 wie sein Bruder Mong Tine mit Mutter und Ma Palai im Dierenrijk bei Eindhoven.
  16. Radza junior, männlich, geboren am 16.05.2014 in Emmen (Mutter: Mingalar Oo), lebt in Emmen. Er wurde nach seinem verstorbenen Vater benannt.
  17. Ravi, männlich, geboren am 20.07.2014 in Emmen (Mutter: Ma Ya Yee), lebt in Emmen.

Zuze hatte bereits selbst Nachwuchs, allerdings lebt nach vier Geburten (Totgeburten bzw. Handaufzuchten) nur ihr jüngstes Kalb vom 12.6.2014. Sie ist trächtig in 2013 in den Ichibara Zoo gereist, um dort vorher 'Mutterverhalten' zu lernen. Da sie auch ihren vierten Nachwuchs Yuki nicht annahm, wurde er einer anderen Elefantenkuh zum Säugen zugeführt.

Razdas Kölner Tochter Marlar erregte einige Aufmerksamkeit als erste im Zoo Köln geborene Elefantin. Zudem starb ihre Mutter Khaing Lwin Htoo+, die Emmen trächtig verlassen hatte, wenige Monate nach Marlars Geburt und nötigte so zur Handfütterung. Marlar ist tragend und wird Radza mit Moma (2017) nochmals zum Großvater machen.

Für die in Emmen geborenen Kälber war Radza ein gesuchter und geduldiger Spielgefährte, also ein relativ geselliger und sozialer Elefantenbulle. Allerdings setzte er als Nachfolger von Naing Thein die Tradition fort, in Emmen für überwiegend männlichen Nachwuchs zu sorgen. Abgesehen von Swe Zin sind alle seine in Emmen geborenen Kälber kleine Bullen (Marlar wurde immerhin ebenfalls in Emmen gezeugt, aber in Köln geboren).

Grabensturz 2011Bearbeiten

Wie einige Elefanten vor ihm, verlor Radza am 30.10.2011 gegen Mittag bei Rempeleien junger Kühe das Gleichgewicht und stürzte in den Trockengraben, der um die Elefantenanlage verläuft. Radza fiel seitlich, verletzte sich blutig am Rüssel und brach sich einen Stoßzahn. Um ihn wieder aus dem Graben zu holen, wurde der Zoo geräumt, da Radza auf der Besucherseite herausgeholt werden und in seine nächtliche Unterkunft geführt werden sollte. Am späten Abend stand er noch im Graben und musste beruhigt werden. Erst gegen 5 Uhr morgens ließ er sich in das Elefantenhaus locken zu den Kühen und Kälbern. Am nächsten Vormittag stand er anscheinend wieder auf der Anlage. Beim Sturz fiel der abgebrochene Stoßzahn einem Besucher ins Gesicht.

FußproblemeBearbeiten

Im August 2013 berichtete der Dierenpark Emmen über Fußprobleme bei Radza. Schon bei seiner Ankunft aus Riga 2003 wies er entzündete Nägel auf. Die Krankheit wurde bereits seit Jahren behandelt, hatte sich aber in letzter Zeit verschlechtert. Die Schmerzen in seinen Vorderbeinen zeigten sich deutlich und wurden mit Schmerzmitteln behandelt. Er weigerte sich aber, Antibiotika zu nehmen. Der Zoo erkundigte sich auch bei in- und ausländischen Fachleuten nach der bestmöglichen Behandlung für Radza.

TodBearbeiten

Am Abend des 01.10.2013 wurde Radza eingeschläfert. Der Zoo Emmen berichtete, dass Röntgen-Aufnahmen seiner Beine gezeigt hätten, dass Radza an Osteomyelitis litt, einer infektiösen Entzündung des Knochenmarks. Um ihm weitere Schmerzen zu ersparen, hatte sich der Zoo dazu durchgerungen, ihn einschläfern zu lassen. Nach Zooangaben sind möglicherweise noch zwei erwachsene Kühe von ihm trächtig (siehe oben Nachwuchs - Radza junior und Ravi.

LiteraturBearbeiten

Leimane, Daiga: Die Elefanten im Rigaer Zoo, übersetzt von Maja und Albrecht von Hessberg, in: Elefanten in Zoo und Circus 11 (2007), S. 12-13 (vgl. auch Bild S. 44 derselben Ausgabe mit Kurztext).

WeblinksBearbeiten

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