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Der Safaripark Beekse Bergen ist ein in der niederländischen Provinz Noord-Brabant gelegener Wildtierpark nahe der Stadt Hilvarenbeek. Er wird als der größte Tierpark in den Benelux-Staaten bezeichnet und zeigt etwa 1.250 Tiere aus 250 verschiedenen Arten.

Der Safaripark war ursprünglich ein Unternehmen der beiden Nachbarstädte Tilburg und Hilvarenbeek und begann 1968 als "Löwenpark", in dem mit dem Fahrzeug eine Löwenanlage besucht werden konnte. Schon bald wurde der Park erweitert um die Haltung von Geparden, die schon bald Nachwuchs gebaren, und Paviane. Der Park wuchs zunehmend und ging 1987 an die Gesellschaft Libéma Exploitatie BV über. Durch den Besitzwechsel wurde der Park erneut umfangreicher und ausgebaut.

Der Park, der zu Fuß, mit dem eigenen Fahrzeug, mit dem Bus oder Boot zu erkunden ist, hat seinen Schwerpunkt in der Afrikanischen Tierwelt, die etwa mit den Big Five stark vertreten ist. Daneben finden sich Gorilla, Schimpanse, Giraffe, Gepard, Zebra und Gnu. Tiere aus dem asiatischen Lebensraum sind u.a. Tiger, Weißwangengibbons und Sikahirsche.

ElefantenhaltungBearbeiten

Seit Beginn der Elefantenhaltung in Beekse Bergen werden dort ausschließlich Afrikanische Elefanten gehalten.

Die ersten Elefanten (ab 1982)Bearbeiten

Es wird berichtet, der erste Afrikanische Elefant sei ein Kalb gewesen, das 1982 in den Safaripark kam. Vermutlich handelt es sich hierbei um Laila, die im Park aufwuchs und dort 1987 nach einem Sturz in den Elektrozaun gestorben ist[1]. Im Jahr darauf kam mit der aus Uganda stammenden Sandri eine zweite junge Elefantenkuh nach Hilvarenbeek. Die beiden lebten dort einige Jahre zusammen. Nach Lailas Tod wurde Sandri im Juli 1988 an den Zoo Neapel abgegeben, wo sie seit einigen Jahren als verschollen gemeldet wird.

Die Fünfer-Gruppe aus Simbabwe (ab 1988)Bearbeiten

Sandri erlebte es noch mit, dass eine Gruppe von fünf ziemlich jungen Kühen aus Simbabwe nach Beekse Bergen kam. Sie verließ den Park aber bereits einen Monat später, so dass die fünf Jungtiere unter sich blieben. Es handelt sich bei ihnen um die Gruppe, die zwei Jahrzehnte in Hilvarenbeek zusammenblieb: Erna, Olga, Linda, Shiba und Carla. Die Elefanten wurden zunächst im direkten Kontakt zu den Pflegern gehalten. Mit wachsendem Alter wurde Linda als unberechenbar eingestuft und daher nur noch ohne direkten Zugang der Pfleger gehalten. Es war allerdings Erna, die eigentlich als umgänglich galt, aber im Februar 2003 eine tödliche Attacke gegen einen Pfleger vornahm. Nach diesem Vorfall wurden alle Elefantenkühe im geschützten Kontakt gehalten. Neben ihnen wurden auf der Anlage in Vergesellschaftung Paviane gehalten.

Zucht mit dem Bullen Calimero (ab 2004)Bearbeiten

Schon einige Jahre vor der Ankunft eines ersten Afrikanerbullen war die Zucht mit den inzwischen nicht mehr ganz jungen Kühen in Planung. In Beekse Bergen wurde ein Bullentrakt errichtet, während Calimero aus dem Bioparco Rom (Italien) einige Jahre im Zoo Basel eingestellt war, ehe er Ende April 2004 nach Hilvarenbeek kam und mit den Kühen zusammengebracht wurde. Von den Kühen wurde aber nur Carla tragend. Am 30.03.2006 wurde bekannt das sie einen toten Fötus trägt. Dies war die erste und bislang einzige Elefantenschwangerschaft im Safaripark. Die anderen Kühe nahmen nicht auf, und auch Carla hat bis heute kein weiteres Kalb mehr geboren.

Neuzusammenstellung der Kuhgruppe (ab 2008)Bearbeiten

Da die Hilvarenbeeker Kühe ohne Nachwuchs blieben, wurde überlegt, andere Kühe zur Zucht nach Beekse Bergen zu holen und dafür einige Kühe nach auswärts abzugeben. So kam im September 2008 die Afrikanerin Djomba (Dzomba) aus dem Zoo Duisburg, die lange im Zoo Rostock gelebt hatte. Sie sollte Gelegenheit erhalten, nach der bullenlosen Haltung in Rostock noch Kälber zu gebären. Sie verhielt sich allerdings gegenüber der bestehenden Gruppe dominant und brachte Unruhe hinein. Im April 2009 wurde dann Erna an den Zoo Warschau (Polen) abgegeben, wo sie mit dem Ruf als "Killerelefant" ankam. Ersetzt wurde außerdem Linda, für die im Juli 2009 die aus Halle kommende Sabi eintraf. Sie hatte mittels künstlicher Befruchtung in Wien den Bullen Abu geboren und sollte auch in Hilvarenbeek als Zuchtkuh eingesetzt werden. Sie lebte zunächst mit dem Bullen zusammen, ehe sie mit den verbliebenen Kühen zusammengebracht wurde. Linda verließ den Safaripark im August 2009 und ging in den Nowe Zoo Poznań ebenfalls nach Polen. Am Tag ihrer Abreise kam es unter den Kühen zu Auseinandersetzungen, die schwere Angriffe auf Lindas Freundin Olga zur Folge hatten und zu deren Tod führten, so dass von den fünf Kühen nur noch zwei übrig blieben.

Umgestaltung der Anlage und Tod von Shiba (ab 2011)Bearbeiten

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Nieuw verblijf voor olifanten en bavianen

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2011 wurde die Elefantenanlage umgestaltet. Die Zäune wurden demontiert, es wurde mehr Platz für die Tiere geschaffen und die Sicht für die Besucher verbessert. Zur Abgrenzung dienen jetzt Trockengräben, die zur Elefantenseite hin sehr flach verlaufen. Djomba erlitt im Frühjahr 2012 einen Beinbruch und erholte sich davon nicht. Sie wurde im März 2012 eingeschläfert. Im April desselben Jahres wurde Sabi erneut der Prozedur einer künstlichen Befruchtung unterzogen, bei der federführend das IZW in Berlin mitwirkte. Anscheinend ist Sabi nicht trächtig geworden, so dass die Wiederholung überlegt wird[2]. Schließlich wurde im Juli 2012 der Tod von Shiba bekannt gegeben, ohne auf die näheren Umstände hinzuweisen. Damit lebt nun von den ursprünglich fünf Simbabwe-Elefanten nur noch Carla in Beekse Bergen, mit der Zuchtkuh Sabi. Der Elefantenbestand belief sich also - Calimero eingerechnet - auf nur noch drei.

Ankunft von Greta und Betty (ab 2012)Bearbeiten

Diese Situation hielt allerdings nicht lange an. Aus dem Bioparc Valencia (Spanien) reisten nacheinander die beiden älteren Afrikanerinnen Greta und Betty an[3], die mehrere Jahrzehnte im Zoo Moskau verbracht haben und ab 2007 in Valencia lebten. Zunächst traf Ende August 2012 Greta ein, Betty folgte ihr eine Woche später nach. Für die Elefantenzucht in Beekse Bergen ergaben sich mit der Ankunft der beiden Kühe keine neuen Perspektiven, da beide dafür bereits zu alt waren und bis dahin keine Kälber geboren hatten. Die beiden Kuhpaare Carla und Sabi sowie Greta und Betty lebten getrennt voneinander. Calimero hatte zu beiden wechselweise Zugang. Am 19.03.2014 starb Betty mit 31 Jahren. Schon nach ihrer Ankunft in Hilvarenbeek hatte sich ihr Zustand verschlechtert. Sie wurde mit Antibiotika behandelt. Als Todesursache wurde Tuberkulose festgestellt. Greta folgte ihr schon am 26.09.2014 in den Tod, da auch bei ihr Tuberkulose nachgewiesen wurde.

Erweiterung der Elefantengruppe 2015Bearbeiten

In den Jahren 2014/2015 wurde neben den alten Stallungen ein neues Elefantenhaus erbaut. Es verfügt über mehrere Trainingsboxen, einen mit Sand ausgelegten, weichen Boden und ist auch für Besucher zugänglich.

Am 23.03.2015 kam aus dem Zoo Wuppertal die Elefantenkuh Punda mit ihren drei Jungtieren Bongi, Shawu und Pina-Nessie im Safaripark an und bezog das neue Elefantenhaus. Shawu verließ allerdings bereits Ende April 2016 den Park wieder und reiste zusammen mit seinem aus Wien angereisten Halbbruder Tuluba weiter in den Zoo de La Teste in Frankreich, wo sie als Jungbullen zusammen leben sollen.

Punda wurde noch im Zoo Wuppertal vom dortigen Elefantenbullen Tusker erfolgreich gedeckt, daher hoffte man im Safaripark auf die erste erfolgreiche Elefantengeburt für 2016. Nach 680 Tagen Tragzeit brachte Punda am 04.05.2016 ein Kuhkalb zur Welt, das Madiba genannt wurde.

Die Elefantenherde in 2017Bearbeiten

Ab dem Sommer 2017 hat die Familiengruppe von Punda mit ihren drei Töchtern die Möglichkeit des nachts draußen beim Bullen Calimero auf den großen Anlagen zu verbleiben. Morgens geht der Bulle Calimero zurück in den zweiten Außenbereich, bzw. kurzzeitig zum Training ins Elefantenhaus. Er verbringt oft den Tag zusammen mit den beiden anderen Kühen Sabie und Carla. Gegen Abend geht es dann wieder rüber auf die große Außenanlage, wo ihn die Punda-Familie besucht.

Der Libema gehören neben dem Safaripark Beekse Bergen auch die Zoos in Overloon, Leuwarden und das Dierenrijk nahe Eindhoven. Der jetzige Direktor war zuvor der Direktor im Dierenrijk und hat dort mit den Elefanten das Prinzip der stets offenen Türen verfolgt. Schon im Dierenrijk konnten die Elefanten auch im Winter den ganzen Tag über und auch des nachts die Außenanlagen besuchen. Vor den Eingangstüren waren Plastikvorhänge plaziert um die Wärme im Elefantenstall zu behalten. Im Safaripark sind jetzt auch alle Außenanlagen so umgebaut worden, dass der große Bulle auch nachts draußen stehen darf.

LiteraturBearbeiten

  • Safaripark Beekse Bergen, Hilvarenbeek, NL, in: Elefanten in Zoo und Circus, Nr. 25 (Juli 2014), S. 27 (zum Tod von Betty).

WeblinksBearbeiten

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Laila at Beekse Bergen Safaripark, auf www.elephant.se
  2. Is olifant Sabi bevrucht?, auf www.quest.nl
  3. GROEP OLIFANTEN IN SAFARIPARK UITGEBREID MET TWEE OLIFANTEN, auf www.safaripark.nl
Elefanten im Safaripark Beekse Bergen, Niederlande
Afrikanische Elefanten
Kühe: Carla | Sabi | Punda | Bongi (2005) | Pina-Nessie (2013) | Madiba (2016)
Bullen: Calimero
Elefanten im Safaripark Beekse Bergen seit 1972
Afrikanische Elefanten
Kühe: Laila (1972-1987) | Sandri (1973-1988) | Carla (1988-heute) | Shiba (1988-2012) | Olga (1988-2009) | Linda (1988-2009) | Erna (1988-2009) | Djomba (2008-2012) | Sabi (2009-heute) | Greta (2012-2014) | Betty (2012-2014) | Punda (2015-heute) | Bongi (2015-heute) | Pina-Nessie (2015-heute) | Madiba (2016-heute)
Bullen: Calimero (2004-heute) | Shawu (2015-2016)

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