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Der Zoo Basel wurde 1874 im Basler Birsigtal von der Ornithologischen Gesellschaft gegründet. Unter den Einwohnern der Stadt wird er "Zolli" genannt. Der Zoo verfügt über 13 ha Land und zeigt ca. 7.000 Tiere in rund 600 Arten.

ElefantenhaltungBearbeiten

Geschichte der ElefantenhaltungBearbeiten

Im Zoo Basel begann man in den fünfziger Jahren mit der Haltung afrikanischer Elefanten. Zur jungen Elefantin Beira+, die schon 1953 aus Hamburg nach Basel kam, wurden 1956 vier Jungtiere aus dem Tsavo-Nationalpark nach Basel gebracht. Sie waren vorher Elefanten des Zirkus Knie. Neben den beiden Weibchen Idunda+ und Ruaha+ waren es die beiden Jungbullen Omari+ und Katoto+. Wie im Zoo Kronberg, in welchem auch die Haltung von zwei männlichen Jungtieren zu Zuchterfolgen führten, gab es einen Zuchterfolg auch in Basel. 1966 brachte die junge Elefantin Idunda+, die von Omari erfolgreich gedeckt worden war, die junge Elefantin Ota+ zur Welt.

Leider blieb es vorerst bei diesem einen Zuchterfolg. Schon vor der Geburt von Ota+ war ihr Erzeuger Omari+ euthanasiert worden, da man ihn für zu aggressiv hielt. Auch der zweite Bulle Katoto+ wurde nach einigen Jahren euthanasiert. Man war damals, wie auch im Zoo Kronberg, nicht in der Lage, die Bullen im ungefährlichen "protected contact" zu pflegen. Das generell richtige Konzept, zwei männliche Tiere zu halten, war damals durch mangelnde architektonische Gegebenheiten und auch mangelnde Erfahrung nicht realisierbar. Das junge Weibchen Ota+ wurde schließlich 1982 auch euthanasiert. Als erstgeborenes Elefantenkind in einem Zoo wurde sie vermutlich zu wenig konsequent erzogen, was wahrscheinlich dazu führte, dass sie mit dem Heranwachsen nicht mehr die Autorität der Pfleger erduldete, sondern dagegen revoltierte, was bei einem Tier von der Größe und Kraft eines Elefanten ein Problem darstellt. Wie auch die in Zürich geborene Komali+ wurde sie euthanasiert. Generell ist der Umgang mit weiblichen Elefanten oft einfacher. Aber auch junge Weibchen müssen schon von klein an die Pfleger respektieren lernen, da auch sie sonst versuchen, entsprechend ihrer Körperkraft einen dem Elefantenpfleger übergeordneten Rang einzunehmen.

Nach der Euthanasierung von Ota+ 1982 verstarb auch deren Mutter Idunda+ 1988. Die Weiterzucht versuchte man danach mit jüngeren, in den siebziger Jahren geborenen Kühen. Malayka (geb. 1971), Heri (1976) und Manari+ (1977) wurden auch alle einmal trächtig, jedoch hat nur das Kalb von Manari die Geburt überlebt. Malayka und Manari waren vom Bullen Kenny+ (geb.1967) gedeckt worden. Malayka hatte eine Totgeburt, während Manari 1992 den jungen Bullen Pambo+, der am 23.01.2013 im Biopark in Valencia (Spanien) verstarb, zur Welt brachte. Nach dem Tod von Manari+ und Kenny+, deckte der Bulle Calimero+, der heute im niederländischen Safaripark Beekse Bergen lebt, die Kuh Heri, die leider auch eine Totgeburt erlitt. Sie war 2004 schon ca. 28 Jahre alt, was für eine Erstgeburt bei Elefanten ein zu hohes Alter sein dürfte.

Nach dem Tod der greisen Ruaha (2010), die mit fast sechzig Jahren ein für afrikanische Zooelefanten in Europa außergewöhnlich hohes Alter erreichte, das fast dem natürlichen Altersoptimum dieser Tiere entspricht, leben heute Malayka und Heri zusammen mit drei Jungtieren, die duch die Tuli-Affäre nach Europa kamen, im Zoo Basel. Die jungen Elefanten Maya (1994), Rosy (1995) und der junge Bulle Yoga (1996) sollen die Elefantenzucht in Basel fortsetzen. Leider bisher ohne Erfolg.

Elefantenhaltung heute : Zuchtpläne und - problemeBearbeiten

Der junge Bulle Yoga lebt als einziges männliches Tier unter Weibchen. Er hat dadurch wenig Gelegenheit, männliches Elefantenverhalten, das auch aus Kämpfen und anderem Konfliktverhalten, wie Imponierverhalten und Fluchtverhalten besteht, zur Steigerung seines Selbstbewusstseins und seines Testosteronspiegels, auszuführen. Die Weibchen werden ihm nur noch zum Decken zugeführt. Die Elefantin Heri wird gar nicht mehr mit ihm vergesellschaftet, da sie als eher mütterliche Elefantin den jungen Bullen nicht mag und es dadurch auch einmal zu Aggressionsverhalten kommt. Hätte Yoga die Gelegenheit, die ältere Elefantin Heri, von der er unterdrückt wird, zu besiegen, könnte das einen Zuchterfolg mit den jüngeren Elefantinnen Maya und Rosy vielleicht wahrscheinlicher machen. Dies muss ja nicht so praktiziert werden, dass die beiden Kontrahenten ständig beisammen sind, wodurch sich der Dauerstress tatsächlich negativ auswirken könnte. Die beiden Tiere aber ständig getrennt zu halten scheint auch nicht die richtige Lösung zu sein, was ja der fehlende Zuchterfolg beweist. Zootiere haben oft eher zu wenig Stress als zuviel. Man muss wie in der Humanpsychologie auch positiven und negativen Stress unterscheiden. In der erfolgreichen Zuchtgruppe asiatischer Elefanten im Züricher Zoo gab es auch viel Konfliktverhalten zwischen der Kuh Druk+ und dem Zuchtbullen Maxi. Da die beiden jetzt auch schon über 40 Jahre alt sind, hält man sie nun generell getrennt, um Konfliktverhalten zu vermeiden. Die letzten beiden Geburten im Zoo Zürich gab es im Jahr 2005, was möglicherweise auch auf die Trennung der beiden Elefanten Maxi und Druk+ zurückzuführen ist (es können natürlich auch andere Gründe wie Alter oder Gesundheitszustand des Bullen, Gehegegröße , Anzahl der Weibchen, oder daraus resultierende größere Gebutsintervalle eine Ursache dafür sein).

Da seit der Tuli-Affäre die Importe junger afrikanischer Elefanten gestoppt wurden, ist es für die europäische Erhaltungszucht der afrikanischen Elefanten sehr wichtig, die jungen Tuli-Elefantinnen, zu denen auch Maya und Rosy gehören, erfolgreich fortzupflanzen. Sie einfach wie in der Vergangenheit bei Zuchtschwierigkeiten durch andere Exemplare zu ersetzen ist nicht der richtige Weg. Da die beiden jetzt schon ca. 18 bzw. 19 Jahre alt sind, muss man sich überlegen, ob ein zweiter oder ein anderer Bulle helfen könnte, dieses Ziel zu erreichen, oder ob eine "artificial insemination" der beiden Elefantinnen versucht werden könnte, (auch das kann Schwierigkeiten ergeben, da Maya sich nicht gerne berühren lässt und Rosy einen unregelmäßigen Zyklus hat). Jedenfalls sollte man bedenken, dass junge Elefantinnen vor ihrem 25. Geburtstag das erste Jungtier werfen sollten, damit sie nicht wie die Mitelefantin Heri zu alt dazu sind, es auch gesund zur Welt zu bringen.

Yogas Gesundheitszustand hat sich durch zwei Stoßzahnoperationen verbessert. (Oftmals, auch manchmal bei Menschen, sind Eiterherde an Zähnen eine mögliche Ursache für Unfruchtbarkeit.) Im Jahr 2013, kurz vor der geplanten Abgabe Yogas an den Boras Zoo wurde erstmals ein Deckakt mit einer jüngeren Kuh beobachtet. Mit 16 Jahren ist Yoga noch relativ jung. Viele Elefantenbullen haben sich erstmals erst im dritten Lebensjahrzehnt fortgepflanzt. Da er auf Grund der Umbauarbeiten nun aber drei Jahre abwesend ist, werden die beiden jungen Kühe bei seiner Rückkehr schon 21 bzw. 22 Jahre alt sein.

Die jungen Weibchen Maya und Rosy die nächsten drei Jahre gewissermaßen in einer "Warteposition" zu halten, ist in Hinblick auf das Europäische Arterhaltungszuchtprogramm doch auch sehr bedenklich, da Lebendgeburten im höheren Lebensalter unwahrscheinlicher werden und die Weibchen vielleicht gar keine Möglichkeit mehr haben werden, erfolgreich ein Jungtier aufzuziehen (wie es auch bei Heri und Malayka der Fall war), wenn die ersten Paarungen mit Yoga noch nicht erfolgreich waren.

Andererseits hat der junge Bulle in Schweden Gelegenheit, Erfahrungen mit anderen Weibchen zu sammeln und dadurch auch die Chance, mehr Selbstsicherheit im Umgang mit den doch etwas älteren Weibchen in Basel zu erwerben.

Geplanter Neubau der ElefantenanlageBearbeiten

Im Frühjahr 2013 stellte der Zoo Basel seine Pläne für einen Neubau der Elefantenanlage vor, der im August 2013 beginnen soll. Für 28 Mio. Franken soll die Anlage auf insgesamt 5.000 m² für die Elefanten erweitert werden, um den Elefanten mehr Auslauf und Beschäftigung zu bieten. Die Außenanlage von 4.000 m² soll aus mehreren Teilbereichen bestehen und Suhlen, Bäder, Duschen und weitere Beschäftigungsmöglichkeiten enthalten. Mit der neuen, entsprechend eingerichteten Anlage wird auch die Haltung der Kühe auf den geschützten Pflegerkontakt umgestellt, wie sie bereits für den Bullen Yoga gehandhabt wird. Dieser soll allerdings für die geplante Bauzeit bis 2016 für einige Zeit in einem anderen Zoo untergebracht werden, während die Kühe in Basel bleiben können.

Anstelle von Yoga sollte Anfang 2017 Tusker aus Wuppertal nach Basel kommen. Man verband damit die Hoffnung, mit dem erfolgreichen Bullen die beiden jungen Kühe Maya und Rosy doch noch zur Trächtigkeit zu bringen, bevor diese das kritische Alter für eine erste Geburt überschreiten. Leider wurde der Umzug von Tusker nach Basel abgesagt, da er einmal Kontakt zu einem Elefanten (Kooboo+) hatte, der mit Tuberkulose infiziert war, er selbst ist jedoch gesund. Beide Kühe sind (2017) 22 Jahre oder älter (das genaue Geburtsjahr von Maya ist nicht bekannt). Mitte März 2017 wurde die neue Elefantenanlage „Tembea“ mit einem zweitägigen Eröffnungsfest eingeweiht. Bewohner der Anlage sind neben den Afrikanischen Elefanten auch Ameisen, Wanderratten und einige Fischarten. Am 11.05.2017 zog der Bulle Jack aus dem Zoo Sóstó in den Baseler Zoo und wird hier hoffentlich mit den beiden Kühen Maya und Rosy, die noch im zuchtfähigen Alter und etwas jünger als er selbst sind, für Nachwuchs sorgen.

WeblinksBearbeiten

Elefanten im Zoo Basel
Afrikanische Elefanten
Kühe: Malayka | Heri | Maya | Rosy
Bullen: Jack (Nyíregyháza)

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