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Elefantenhaltung im Zoo HalleBearbeiten

Die Elefantenhaltung im Zoo Halle hat eine lange Tradition. 2003 wurden die zwei jungen asiatischen Kühe (Nova und Cynthia) an den Tierpark Berlin abgegeben, da beschlossen war, in der Elefantenanlage, die neu erbaut wurde, mit der Haltung und Zucht von afrikanischen Elefanten zu beginnen.

Das neue Elefantenhaus des Bergzoos Halle ist, dem Namen Bergzoo entsprechend, in den dem Zoo angrenzenden Berg eingebaut. Die Freianlage ist 2500 m² groß. 2006 kam der junge Bulle Abu mit seiner Mutter Sabi nach Halle. Zwischen 2006 und 2008 kamen die vier Berliner Elefantenweibchen Tana, Mafuta, Bibi und deren Tochter Panya aus dem Tierpark Berlin nach Halle. 2009 wurde die Elefantenmutter Sabi an den niederländischen Safaripark Beekse Bergen abgegeben. Der junge Bulle Abu war also die ersten acht Lebensjahre bei seiner Mutter. Die Trennung von der Mutter in diesem Alter, kann man in Zoohaltungen als akzeptabel betrachten, da auch in der Natur die jungen Bullen aus dem Herdenverband vertrieben werden. Da Sabi aus Wien, die anderen vier Weibchen aber aus Berlin stammten, wurde durch ihre Abgabe die restliche Weibchengruppe stabilisiert, da sie alle aus der gleichen Ursprungshaltung stammen und dadurch weniger weibliches Konfliktverhalten zu beobachten ist als es bei ständiger Neugruppierung zu erwarten wäre.

Abu hat in Schönbrunn den Bullen Pambo gekannt, der dort auch gedeckt hat. Vielleicht konnte der junge Abu das damals auch beobachten. Jedenfalls soll er 2011 bereits die Kuh Bibi gedeckt haben und so kann man hoffen, dass es bald zu einem ersten Zuchterfolg kommen wird. Dass Abu sich auch mit der Leitkuh Mafuta gut versteht, ermöglicht zwar ein harmonisches Zusammenleben der Herde, muss für den Zuchterfolg jedoch nicht unbedingt das Beste sein. Sollte der zu erwartende Zuchterfolg nicht so bald eintreten, könnte das daran liegen, dass der einzige Bulle zu wenig Gelegenheit zu Konfliktverhalten hat, welches seine Fruchtbarkeit verbessern könnte, wenn er in solchen Konfliktsituationen der Sieger ist und sich dadurch sein Selbstbewusstsein steigert, wodurch wiederum sein Testosteronspiegel steigen kann. Dem männlichen Tier zur Fruchtbarkeitsverbesserung Hormone zuzuführen ist oft keinesfalls zielführend, da die Hormone oft einfach wieder abgebaut werden, wenn der psychische Zustand des Tieres für die Fortpflanzung nicht bereit ist.

Ein interessanter Aspekt ist der, dass möglicherweise auch Konflikte mit einem weiblichen dominanten Tier die Fruchtbarkeit des männlichen Elefanten verbessern können. Der heranwachsende junge Bulle, der von einem dominanten, herrschenden älteren Weibchen unterdrückt wird, erfährt ein unglaubliches Erfolgserlebnis, wenn er dieses schlussendlich doch besiegt, weil er ihm körperlich schließlich doch überlegen ist. Die Soziologie erfolgreicher Zoozuchtgruppen beweist diese These. Als Beispiele seien der Züricher Zoo (Kontrahenten : Maxi und Druk) und der Berliner Tierpark (Kontrahenten : Tembo und Dashi) genannt.

Der erste im Bergzoo Halle geborene Elefant starb gleich nach der Geburt durch eine Attacke seitens seiner Mutter. Bibi brachte am 17.09.2013 ein weibliches Kalb  zur Welt und griff bald nach der Geburt ihren Nachwuchs an, der den Folgen des Angriffs erlag. Eine Erklärung für dieses Verhalten des erfahrenen Muttertieres wurde leider nicht veröffentlicht und wohl auch nicht gefunden.

Da Abu ein junger Bulle ist, kann man hoffen, dass es in Halle bald ein neues Elefantenbaby geben wird. Zuchterfolge bei afrikanischen Elefanten sind immer noch sehr selten und angesichts der vielen Tötungen dieser Tiere in den afrikanischen Populationen auch dringend erforderlich. Der Zoo Halle hat vermutlich angesichts der windgeschützten Lage in Bergnähe besonders gute Voraussetzungen zu dieser Arterhaltungszucht erfolgreich beitragen zu können.

Im Frühling 2015 wurde vom Zoo Halle bekanntgegeben, dass die drei Elefantinen Bibi, Tana und auch die erst siebenjährige Panya trächtig sind. Bibi soll schon im September 2015 ihr nächstes Jungtier bekommen. Möglicherweise wird, wie es der Zoo Halle auf der Zoohomepage veröffentlicht hat, diesmal eine Herdengeburt stattfinden.  Synchronisation mit den Kühen Mafuta und Tana, die beide schon Jungtiere aus ihrer Zeit in Berlin kennen, ist dadurch möglich. Da sie durch die Geburt nicht so erregt sind, wie die Mutter, können sie möglicherweise beruhigenden Einfluss ausüben und eine neurliche Tötung verhindern helfen. Panya selbst kannte dagegen 2013 selbst noch keine Jungtiere und Geburten. Leider attackierte Bibi nach der Geburt ihrer 4.Tochter im September 2015 das Kalb erneut und verletzte es tödlich. Die Geburt fand als Herdengeburt auf der Außenanlage statt. Leitkuh Mafuta versuchte noch, Bibi von ihrem Kalb wegzudrängen, aber es war leider zu spät.

Im November 2015 verstarb Mafuta leider unerwartet. Danach kristallisierte sich heraus, dass Bibi die Funktion der Leitkuh übernahm. Nach Austausch mit Experten entschied sich der Zoo daraufhin, die folgenden Geburten als Einzelgeburten stattfinden zu lassen, da Bibis Verhalten als unkalkulierbar eingeschätzt wurde. Es wurde auch ein eigener Mutter-Kind-Bereich auf der Außenanlage eingerichtet.

Im Juni und August 2016 kamen in Halle (im Abstand von fünf Wochen) die beiden Elefantenkälber von Tana und Panya zur Welt. Tana brachte ein kleines Weibchen namens Tamika (26.06.) zur Welt. Panyas Kalb ist ein kleiner Bulle Ayo (03.08). Das ist ein großartiger Erfolg für die Arterhaltung der afrikanischen Elefanten in Europa, der mit angemessener medialer Aufmerksamkeit bedacht wurde. Eine besondere Sensation ist es, dass Panya bei dieser Geburt noch so jung war. Das gab es noch nicht vorher. Panya ist ein besonders gutveranlagtes Tier, das nicht wie viele junge Elefantinnen , die in Afrika sehr früh schwanger werden, während der Trächtigkeit hungern müssen und auf der Suche nach Wasser Gewaltmärsche durch die verdorrte afrikanische Savanne ertragen müssen. Solche Weibchen haben oft keine Lebendgeburt, wenn sie noch so jung sind. Die Haltungsbedingungen in Halle sind ganz ausgezeichnet, wie diese Zuchterfolge zeigen. Man muss  bedenken , dass Panyas Schwester Matibi  in Frankreich (Toulouse] noch kein Jungtier hat, obwohl sie über 8 Jahre älter ist als Panya. Sehr wünschenswert wäre eine Rückführung dieser Kuh in ihre Familie nach Halle und eine "Bekanntmachung" mit dem Bullen Abu, der nun als junger Vater sehr wenig Abwechslung in Halle hat.


Elefanten im Zoo Halle
Afrikanische Elefanten
Kühe: Bibi | Tana (2001) | Panya (2007) | Tamika (2016)
Bullen: Abu (2001) | Ayo (2016)

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