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Der Zoo Ramat Gan in der Nähe von Tel Aviv (Israel), offiziell "Zoologisches Zentrum von Tel Aviv-Ramat Gan", häufig Safari Ramat Gan genannt, ist ein 100 ha großes Gelände in der Stadt Ramat Gan. Es gab wohl schon in den 1960er Jahren die Haltung von Tieren auf dem Gebiet des heutigen Safariparks.

Zu Beginn der 1970er Jahre wurde entschieden, auf dem Gelände einen Afrikanischen Zoo einzurichten. Erstmals für das Publikum geöffnet war der Zoo zum Passahfest 1974. Zum beabsichtigten Zwecke wurden Tiere aus Kenia nach Israel gebracht. 1981 wurde auf dem Gelände ein eigener Zoo eingerichtet anstelle des Zoos in Tel Aviv, der geschlossen wurde. Die Tiere wurden nach Ramat Gan überführt. Heute besteht der Park aus einem Safari- und einem Zooteil.

ElefantenhaltungBearbeiten

Aufgrund des Zusammenhangs mit dem Zoo Tel Aviv, in dem bereits Elefanten lebten, ist die Zuordnung zu Ramat Gan für die Elefanten nicht immer eindeutig, zumindest für die frühen Jahre, in denen beide Einrichtungen existierten und nicht genau datiert ist, wann die Elefanten aus Tel Aviv nach Ramat Gan wechselten.

Asiatische ElefantenBearbeiten

Die ersten Asiatischen ElefantenBearbeiten

Die Situation scheint sich so darzustellen, dass in Tel Aviv zunächst das Asiatische Zuchtpaar Motek und Warda lebte. Warda soll mit drei Jahren nach Tel Aviv gekommen sein, ihr Partner Motek ein Jahr später. 1973 gab es die erste Elefantengeburt in Tel Aviv, das Kalb starb aber gleich nach der Geburt. Ein zweites Kalb wurde 1976 geboren und lebte bis 1979. 1978 kam der Bulle Alexander in Tel Aviv zur Welt. Mit ihm zogen die beiden Asiaten wenige Jahre später (1981?) in den Zoo Ramat Gan um, wo eine eigene Anlage für die Asiatischen Elefanten mit No-Contact-Haltung eingerichtet war.

Weitere Geburten von WardaBearbeiten

Da das Tel Aviver Zuchtpaar bis heute in Ramat Gan lebt, hatte es - im Gegensatz zum Stammvater der Afrikaner - etliche Jahre zur Verfügung, um weiteren Nachwuchs hervorzubringen. Warda brachte in Ramat Gan weitere neun Kälber zur Welt, was als Weltrekord gilt (zumindest was die bekannten Geburtenzahlen einer einzigen Kuh betrifft). Ihr Sohn Alexander ist inzwischen selbst ein erfahrener Zuchtbulle, ihre in Ramat Gan geborenen Töchter Lilly und Phoebe wurden nach Amerika abgegeben und sorgen dort für Nachwuchs. Zugleich deckte Motek auch seine Töchter, so dass Phoebe trächtig in Kanada eintraf und dort eine Fehlgeburt erlitt. Auch seine jüngere Tochter Wered deckte er mehrfach, jedoch sind auch diese Kälber (u.a. Victoria) nicht sehr alt geworden. Seit 2010 hat auch Wardas jüngstes Kalb Pili Ramat Gan verlassen. Wered und ihre Schwester Vivi leben im Zoo Kirjat Motzkin, der Bulle Teddy im Zoo Jerusalem. Victor lebt wie sein älterer Bruder Alexander in einem deutschen Zoo (Zoo Berlin), und Winner wie sein jüngerer Bruder Pili in einem türkischen (Zoo Izmir), wo er schon für Nachwuchs gesorgt hat (Izmir). Durch ihren Nachwuchs haben Motek und Warda schon etliche Enkel in verschiedenen Zoos in Europa, Amerika und der Türkei.

Nachwuchs von Motek mit anderen KühenBearbeiten

Neben Warda lebte ab 1992 die aus dem Zoo Jerusalem gekommene Asiatin Aviva auf der Anlage. Motek deckte sie anscheinend ziemlich bald nach ihrer Ankunft, denn schon im August 1994 wurde Chapati von ihr geboren. Da sie ihn nicht annahm, wurde er mit der Hand aufgezogen und diese Aufgabe nach zehn Tagen an den Zoo Jerusalem übergeben. Dort lebte er bis zum Jahr 2000 und reiste dann nach Thailand. Aviva starb 1998. Abgesehen von den Kälbern, die Motek mit seinen Töchtern zeugte, paarte er sich noch mit der 2001 aus dem Port Lympne Wild Animal Park (England) eingetroffenen La Petite, die als schwierig und "Mankiller" galt und daher in eine No-Contact-Haltung kommen sollte. 2006 kam ihre Tochter La Belle zur Welt, die seitdem mit Mutter und dem alten Zuchtpaar in Ramat Gan lebt. Inwieweit Mutter und Tochter die Zucht in Ramat Gan fortsetzen werden, ist noch offen. Warda wird inzwischen wegen Eifersüchteleien einzeln gehalten. Anfang August 2013 brachte dann La Belle selbst ein Kuhkalb, gezeugt von ihrem Vater, zur Welt, das Latangi genannt wurde. Zwei Monate später gebar ihre Mutter La Petite ihren zweiten von Motek gezeugten Nachwuchs, erneut ein Kuhkalb, das den Namen Lalana erhielt.

Afrikanische ElefantenBearbeiten

Die ersten Afrikanischen ElefantenBearbeiten

Neben den Asiatischen befand sich mit denselben Konditionen die Anlage für die Afrikanischen Elefanten, die seit 1964 dort gehalten worden sein sollen. Die ersten Afrikaner waren der Bulle Timbo und die drei Kühe Bahati, Atari und Motek, die aus Tansania importiert worden waren und wie die Asiatischen Stammtiere als Kälber dort eintrafen. Daher brauchte es auch hier einige Jahre, ehe sich Nachwuchs einstellte. Vor der ersten Geburt führte der Zoo 1973 weitere fünf Kühe aus Tansania ein, bei denen es sich ebenfalls um Jungtiere handelte: Ettie, Tali, Katrina, Norris und Aviva.

Die Geburten bei den AfrikanernBearbeiten

Timbo deckte noch die drei Kühe, mit denen er gekommen war, bevor er 1978 starb. 1974 brachte Bahati den Bullen Yossi zur Welt, 1977 wurde Lara geboren (Mutter: Atari), 1978 Sara (Mutter: Motek). Mit Timbos Tod gab es zunächst für mehrere Jahre eine Zuchtpause in Ramat Gan, da der junge Bulle Yossi erst heranwachsen musste, um die vielen Kühe, mit denen er lebte, auch decken zu können. Während Atari und Motek nicht mehr aufnahmen, hat er sich doch mit den anderen Kühen paaren können. Nur Tali starb zuvor, da sie von ihm und der Leitkuh Atari drangsaliert worden war und behandelt werden musste, wobei sie mit dreizehn Jahren starb. Neben den jüngeren Kühen Katrina, Ettie, Aviva und Norris deckte er mehrfach seine Halbschwestern Lara und Sara, seine Mutter Bahati und auch später seine Tochter Yoki. Das einzige Kalb von Ettie, Izik, soll eine Woche nach der Geburt bei einem Unfall mit den Asiatischen Elefanten ums Leben gekommen sein. Insgesamt wurden 24 Kälber von Yossi geboren, davon 21 in Ramat Gan. Um weitere Inzucht zu vermeiden, wurden seine Halbschwestern schließlich abgegeben, und auch Tochter Yoki ging endlich mit sechzehn Jahren in den Zoo Sóstó (Ungarn), wo sie ein letztes Kalb von Yossi gebar, ehe sie dort starb. Seine Mutter Bahati, die immerhin vier Kälber von Yossi geboren hat, lebt heute noch als Stammmutter einer weit verzweigten Familie in Ramat Gan. Von den vielen Kälbern haben bisher nur seine Töchter Tammi, Stavit und Yoki selbst Kälber geboren, Yokis Kälber sind alle von Yossi selbst. Mit Unterstützung durch künstliche Befruchtung, die auch Spermaanteile eines wilden südafrikanischen Bullen beinhaltete, wurde auch mit Limbo erstmals ein Sohn Yossis Vater (Rungwe).

Abgaben und TodesfälleBearbeiten

Neben den Verwandten von Yossi, die wegen Inzuchtgefahr abreisten, und auch seinem Nachwuchs, der auf verschiedene europäische Zoos verteilt wurde, wurden auch einige der anderen Kühe abgegeben. So reisten Katrina und Ettie in andere Zoos, während Aviva für einige Jahre in den Howletts Wild Animal Park nach England ging, um dann nach Ramat Gan zurückzukehren. Im englischen Howletts halten bzw. hielten sich etliche von Yossis Verwandten und Nachkommen auf. Im April 2007 griff Yossi die Ramat Ganer Leitkuh Atari an und verletzte sie tödlich. Seitdem lebt er getrennt von der Kuhgruppe. Die Kuh Norris, die immerhin sieben Bullkälber gebar, starb im Juli 2008 bei der Geburt des letzten. Motek, die Mutter von Sara, starb im Dezember 2011 aus Alters- und Krankheitsgründen. Seitdem besteht die Kuhgruppe nur noch aus Yossis Mutter Bahati und der etwas jüngeren Kuh Aviva. Die Zucht ist damit bei den Afrikanern zum Erliegen gekommen und soll wohl auch auslaufen. Die in Ramat Gan geborenen Kälber leben in diversen Zoos in Europa und sollen in Zukunft auch für die Zucht eingesetzt werden.

LiteraturBearbeiten

  • Naturnahes Elefantenleben im Zoo von Ramat Gan (Israel), in: Elefanten in Zoo und Circus, Dokumentation Teil 1: Europa, München 1993, S. 107 (vgl. auch S. 106).
  • Ramat Gan: Weltrekord - "Wardas" 12. Kalb ... und wie alles begann, Bericht über die Anfänge von Motek und Warda im Zoo Tel Aviv mit Foto, in: Elefanten in Zoo und Circus, Nr. 10 (Nov. 2006), S. 9.
  • Joachim Endres: Elefanten in Israel - Bestandsaufnahme und Ausblick, in: Elefanten in Zoo und Circus, Nr. 14 (Dez. 2008), S. 1-8 (für Ramat Gan S. 2-5).

WeblinksBearbeiten

Elefanten im Zoo (Safari) Ramat Gan, Israel
Asiatische Elefanten Afrikanische Elefanten
Kühe: Warda | La Petite | La Belle (2006) | Latangi (2013) | Lalana (2013) Kühe: Bahati | Aviva
Bullen: Motek Bullen: Yossi
Elefanten im Zoo Ramat Gan seit 1964
Asiatische Elefanten
Kühe: Warda (ca. 1981-heute) | Lilly (1985-1993) | Phoebe (1987-1993) | Wered (1991-2007) | Aviva (1992-1998) | Victoria (2000) | Vivi (2000-2007) | La Petite (2001-heute) | La Belle (2006-heute) | Latangi (2013-heute) | Lalana (2013-heute)
Bullen: Motek (ca. 1981-heute) | Alexander (ca. 1981-1994) | Igal (1982-1985) | Victor (1993-2000) | Chapati (1994) | Teddy (1996-2001) | Winner (2002-2008) | Pili (2006-2010)
Afrikanische Elefanten
Kühe: Bahati (1964-heute) | Atari (1964-2007) | Motek (1964-2011) | Tali (1973-1986) | Katrina (1973-1988) | Ettie (1973-1993) | Aviva (1973-1988.1994-heute) | Norris (1973-2008) | Lara (1977-1994) | Sara (1978-1994) | Helinka (1987) | Tammi (1987-1988) | Stavit (1987-1988) | Josepha (1989-1992) | Yoki (1990-2006) | Beauty (1996-1998)
Bullen: Timbo (1964-1978) | Yossi (1974-heute) | Junior (1987-1992) | Izik (1987) | Nipple (1990-1997) | Limbo (1991-1992) | Nissim (1994-1998) | Niko(1997-2001) | Ninio (1999-2003) | Leon (2001-2003) | Pembé (2001-2007) | Akili (2002-2007) | Yzick (2004-2006) | Noah (2005-2009) | Boten (2006-2009)

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